Doyle Brunson – „Wahrscheinlich meine letzte WSOP“

doyle brunson wsop 2012

Seit 40 Jahren spielt Doyle Brunson jedes Jahr bei der World Series of Poker. Zehn Bracelets konnte er in dieser Zeit gewinnen. Jetzt wird dem 78-Jährigen die Turnierserie aber langsam zu anstrengend.

„Das ist wahrscheinlich das letzte Mal, dass ich mir das antue. Es ist einfach zu viel“, sagte Brunson in Las Vegas zu PokerListings. „Ich spiele gerne so um die sieben oder acht Stunden am Tag. Ich halte auch noch ein bisschen länger durch, aber die WSOP-Spieltage sind einfach zu lang für mich.“

Brunson gewann die WSOP in den Jahren 1976 und 1977. In den letzten Jahren zog er sich mehr und mehr aus dem Turnierpoker zurück und spielte bevorzugt High Stakes Cash Games.

Eine Ausnahme macht Texas Dolly allerdings für ein Event wie die $50k Players Championship, auch wenn er dort bereits wieder ausgeschieden ist.

Geistig ist der Pokerveteran noch vollständig auf der Höhe, wie seine Überlegungen über die zeigen:

„Mir war von Anfang an klar, dass Poker immer mein Beruf sein würde. Es kommt also darauf an, wie lange ich mental und physisch in der Lage bin, mitzuhalten. Zum Glück liegen langes Leben und Fitness in meiner Familie, ich habe also gute Gene.“

„Ich werde so lange spielen, so lange ich gewinne. Mir muss niemand sagen, wann ich aufzuhören habe. Wenn ich damit anfange zu verlieren, höre ich auf. So weit ist es aber noch nicht.“

40 Jahre WSOP-Erinnerungen

Als sich 1970 zum ersten Mal sieben Spieler zusammensetzten, um den besten unter ihnen zu ermitteln, war auch Doyle Brunson dabei. Damals wurde der Sieger gewählt, und es gewann Johnny Moss.

Brunson hat mit den Besten der Welt gespielt, nicht nur ab und zu, sondern regelmäßig und über Jahrzehnte hinweg. Wahrscheinlich gibt es niemanden auf der Welt, der mehr über Poker erzählen kann als er.

doyle brunson3
"Vermächtnisse bedeuten mir nichts."

Doyle Brunson ist heute einer der wenigen, bei denen der Titel „lebende Legende“ keine schamlose Übertreibung ist.

Trotzdem bedeutet es Brunson wenig, was man später mal über ihn sagen wird.

„Ich glaube, dass Vermächtnisse nicht wichtig sind. Das Leben ist für die Lebenden da. Wenn jemand nicht mehr da ist, sollte man einfach sage, ‚ja, das war ein ziemlich cooler Typ, übrigens, wohin gehen wir heute Abend zum Essen‘.“

Verhindern lassen wird es sich aber trotzdem nicht: Doyle Brunsons Name wird ihn lange überdauern, sein Ruf als Spieler, seine Person als Pokerrepräsentant und seine Pokerbibel Super System werden nicht in Vergessenheit geraten.

Auch wenn ihn das nicht weiter interessiert, an das was er erlebt hat, erinnert er sich gerne.

„Ich habe viele schöne Erinnerungen an die letzten 40 Jahre WSOP. Aber das Spiel wird heute von einer anderen Generation bestimmt. Es gibt heute unheimlich viele junge Spieler, die ich gar nicht kenne. Viele davon sind richtig gut, aber die besten Spieler werden auch in 20 Jahren noch dabei sein. Leute wie Phil Hellmuth und Daniel Negreanu und Phil Ivey und Erik Seidel.“

„Besonders hat mich Phil Hellmuth beeindruckt, denn er ist eigentlich nicht als Allround-Spieler bekannt. Natürlich ist Ivey einer der besten Spieler aller Zeiten, aber Hellmuth hat bewiesen, dass auch er alle Spiele beherrscht, und er hängt sich bei den Turnieren so sehr rein, dass man ihn dafür respektieren muss.“

Im Jahr 2006 gewann Hellmuth sein zehntes Bracelet und zog damit gleich mit Brunson und Johnny Chan. Inzwischen kamen zwei weitere Bracelets dazu. Außerdem wurde er drei Mal Zweiter, u. A. bei der Players Championship im letzten Jahr.

Mit seiner Erfahrung weiß Brunson aber auch, dass man keinen Gegner unterschätzen sollte.

„Wer das Buy-in aufbringt und sich zu mir an den Tisch setzt, verdient meinen Respekt. Viele Spieler denken nicht so, aber ich schon. Ich habe vielleicht andere Fehler, aber diesen begehe ich nie.“

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Noch keine Kommentare