25. Pokernacht: Martina Hill im „Heads-off“

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TV Total, die 25., Gewinner Xenos rechts; Photo: Screenshot.

In der Jubiläums-Sendung der TV Total Pokerstars.de Pokernacht war der mit einem Innenbandriss verletzte Tausendsassa Stefan Raab Erster – Seat open. Fünfundzwanzig Mal probiert und (fast) nie gewonnen. Dabei war er topmotiviert…

Er wollte Deutschlands „Pokerstimme“ Michael Körner vom Tisch nehmen. Der Kommentator hatte diesmal nicht in der Lounge, sondern am Tisch Platz genommen.

Der 43jährige Sportjournalist aus Hagen und Autor des Buches „Die 10 goldenen Pokerregeln“ blieb jedoch viel schuldig. Er spielte sehr passiv, fast feige, machte rhetorische Fehler und wirkte genervt und ratlos. Mit Pocket-Sixes schied er als Dritter gegen die Pocket-Eights von Qualifikant Xenos aus.

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Verbaler Schlagabtausch.

In der Losers-Lounge wurde er von den beiden Urgesteinen dieser Pokerrunde begrüßt, Raab und Elton. Körner wirkte ernüchtert, vorbei die Rolle als souveräne Poker-Autorität. „Ich bin enttäuscht. Es werden so wenige Hände gespielt. Ihr überlegt zu lange.“

Zuvor hatte der schon als Vorletzter ausgeschiedene, weit unter Normalform spielende Elton Raab mit den Worten begrüßt: „Wir haben den Körner fertig gemacht. Der ist völlig demoralisiert. Er hat mich nicht überzeugt, sondern enttäuscht!“

Der Ersatz-Kommentator und Poker-Coach Jan Heitmann war erfrischend offen. Die Runde, die voller Action begann, brachte den Fachmann in der Endphase fast zur Verzweiflung. Grottenschlechtes Poker.

Jessica Kastrop trug mehr Haarspray als das Kyoto-Protokoll ganzen Schwellenländern an Treibhausgasen erlaubt.  Ihre Frisur wirkte wie aus dem Windkanal. Zu dem Begriff „Bauchschuss-Straße“ bemerkt sie, „ist das aber martialisch“.

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Deutschlands Pokerstimme Michael Körner. Photo: Sport1.

Dabei hatte alles so schön begonnen. Actionreiches, für dieses Format gutes Poker. Nette Gäste. Außer den bekannten Gesichtern Raab, Elton und Körner die Schauspielerin Martina Hill (Switch reloaded), der irische Sänger, Gitarrist und Songwriter Rea Garvey (Band Reamonn, Hit „Can’t Stand the Silence“) sowie der 26-jährige Online-Qualifikant Xenos („Der Gastfreundliche“), Bankkaufmann aus Göttingen.

Hill und Raab fauchen sich in einer Hand quer über den Tisch an, als imitierten sie Löwen.

Es dauert bis zum Level 400/800, als sich diese Beiden einen Show-down liefern. Stefan hält A-9, Martina Queens. Flop 7-8-J. „Gieb’ mir ’ne 10 oder ein Ass“ sagt der Gastgeber, steht auf und streichelt der Dealerin Steffi die Haare. Steffi ignoriert Raab und dreht die Turncard um, eine weitere Dame. Auch der River bringt keine Straße.

Wieder einmal muss der ehrgeizige Gastgeber als erster aufstehen. Dafür ist er später in der Lounge so laut und dauerhaft am plappern, dass er sogar den Vorschlag macht, eine Poker-Laber-Show mit dem Titel „Doppel-Ass“ ins Leben zu rufen.

Kurze Zeit später hält Elton K-Ts, Xenos die Queens. Der Qualifikant callt nur, Elton tappt in die Falle und geht All-In. Call. 6-4-3-8-x. Aus die Maus für den Mann, der ebenfalls mit dem Anspruch angetreten war, Michael vom Tisch zu nehmen. Den, also Körner, erwischt es als Dritten des Abends gegen das Overpair des ruhigen, aber sympathischen Südniedersachsen.

Er spielt vielleicht etwas zu tight, aber wer am Ende gewinnt, hat alles richtig gemacht. Als nächstes erwischt es Jesus. Pardon, den sympathischen und charmanten gebürtigen Iren, der ohne Bruder mit sieben Schwestern aufgewachsen ist.

Schulterlanges Haar und voller Bart assoziierte ich mit den Jesus-Darstellern alter Bibel-Filme. Ray (phonetisch) bekommt es mit der Berlinerin Hill zu tun, die seit geraumer Zeit in Köln wohnt.

Sie hat zwei Mal nacheinander das Board auf ihrer Seite. Mit Q-7s schwächt sie den Echo-Gewinner erst entscheidend, der K-Qs hält bei einem Board von 9-Q-J-A-7. Dann gibt sie ihm den Gnadenstoß mit A-T gegen 8-4. Community-Cards K-4-3-6-A.

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Jan Heitmann als Kommentator; Screenshot.

Jetzt flippt die Anfängerin förmlich aus, gerät offenbar in eine Art Adrenalin-Rausch. Ihre nach Raab längsten Bedenkzeiten aller Spieler, das mehrfache Folden im Bigblind, obwohl Niemand geraist hatte, die Terminologie „Jetzt bin ich im Heads-off. Oder heißt es Heads-heads?“ verraten einen gewissen Mangel an Erfahrung.

Statt „fold oder pass“ sagt sie auch schon einmal „Ich gebe ab“. Sie geht insgesamt öfter All-in als anderen Spieler zusammen. Jedes Mal beschwert sie sich beim Aufstehen, das ihr glitzernder Minirock verrutscht und das sie einen Pflock zwischen ihren Beinen habe. Schmunzeln. Gemeint war natürlich ein Tischbein.

SB 3000, BB 6000. Ohne Raise dürfen sich beide Finalisten den letzten Flop ansehen: 8-8-Q. Pech für Martina, denn sie hält T-9, Xenos dagegen 8-3. Turn A, River 6. All-in, call. Es ist geschafft.

Um 01.55 Uhr, nach fünf „ultrainformativen Verbraucherinformationsunterbrechungen“ wird dem jungen Deutschen mit dem griechischen Vornamen der Geldkoffer mit 50.000 Euronen überreicht.

Immer mehr verstehe ich, warum sich so viele Pokerinteressenten unserer Berichterstattung bedienen, anstatt bis in die Puppen aufzubleiben. Bis zum nächsten Mal. Vielleicht gucke ich mal bei Lloyds in London, wie hoch die Quote bei einer Wette auf Raab als Sieger ist.

25:1 doch wohl mindestens!

 

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Dennis 2012-04-26 11:27:50

Danke für den Bericht der sehr Informativ ist, sich allerdings liest wie ein Gespräch am Tresen einer Kneipe um 21Uhr abends.

Dennis 2012-04-25 12:08:40

Wie immer hast Du den ausführlichsten und informativsten Bericht. Danke Da kann man sich drauf verlassen. Hättest
aber schreiben können das die Hill einen straight floppt und foldet. Jack/ten auf einen flopp von K/Q/9. mann o mann, frau Hill!