Humberto Brenes – der Mann, der die Nuts hat

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Wie sagt man Shark auf Spanisch? – „Humbertooo!“ Eine lebende Legende spricht über Karrierehighlights, die Poker Hall of Fame und ihre Rolle in der Pokerszene.

Wir warten neben dem Turniersaal auf Humberto Brenes. „Egal, wie viele Stars bei einem Turnier auftauchen“, sagt die Interviewmanagerin von PokerStars, „es gibt keinen, mit dem so viele Leute ein Photo haben wollen wie mit Humberto.“

Eine Aussage, die sich schnell bestätigt. Auf den zehn Metern zwischen Eingangstür und uns muss Brenes mit drei verschiedenen Pokerfans in die Kamera lächeln. Er genießt es sichtlich.

Humberto Brenes ist viel mehr als nur der Typ mit den knallbunten Trainingsanzügen und den aufblasbaren Gummihaien – obwohl, das ist er natürlich auch.

Seine Karriere ist so bunt wie sein Outfit, und das geht weit über Poker hinaus. Unter Anderem war er mal Besitzer eines Fernsehsenders. Derzeit nennt er eine Import-Export-Firma für Lebensmittel sein eigen.

Poker, sagt Brenes, war für ihn nie etwas Anderes als ein schönes Hobby. Ein Hobby allerdings, das ihn rund um die Welt und zu einigen denkwürdigen Momenten der Pokergeschichte geführt hat.

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Ich repräsentiere einen großen Teil der Pokerszene.

Kommen Sie einfach ein Stück mit.

HB: Mein Vater hat mir Poker beigebracht, als ich sieben Jahre alt war. Das war also in den späten 1950ern. Ich habe nur in Costa Rica gespielt, bis ich 1986 zum ersten Mal nach Vegas fuhr.

Man hatte mir erzählt, dass man in Vegas gut „die Touristen ausnehmen“ kann. Leider musste ich schnell feststellen, dass ich der Tourist war.

Im Jahr darauf kam ich zurück und wurde 14. im WSOP Main Event. Im nächsten Jahr war ich dann schon Vierter. Da wusste ich, was ich wollte.

1993 wurde mein drittes Kind geboren. Ich gewann zwei Bracelets und kam bei einem dritten Event ins Geld. Ein phantastisches Jahr.

Im Jahr 2002 organisierte Jack Binion im Horseshoe Casino von Tunica, Mississippi, das erste Turnier mit 10.000 Dollar Buy-in außerhalb der WSOP.

Außerdem war es das erste Turnier, bei dem Hole Card Kameras zum Einsatz kamen. Alle großen Spieler der Zeit waren da (27. Phil Ivey, 17. Phil Hellmuth Jr, 8. Andy Bloch, 5. Dave Ulliott; Anm. d. Red.).

Ich erreichte das Heads-up und spielte gegen Erik Seidel.

Es war eine tolle Show für das Fernsehen, da die Zuschauer jetzt miterleben konnten, was wirklich am Tisch geschah.

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An diesem Tag fing alles an.

Das Turnier wurde auf gezeichnet und in Costa Rica ausgestrahlt. Es wurde sogar mehrfach wiederholt!

Das Problem war dabei, dass nicht jeder bemerkte, dass es sich um Wiederholungen handelte. Es gab Leute, die mich immer wieder feierten und riefen, „Humberto hat ein Turnier gewonnen, und noch ein Turnier, und noch eins!“

Dabei war es nur eines. Immer, wenn das Turnier im Fernsehen wiederholt wurde, saßen sie vor dem Bildschirm und fragten sich, wie ich diesen Typ wieder und wieder schlagen konnte.

Im Jahr 2004 spielte ich die WPT Championship. Ich erreichte den Finaltisch als Shortstack, und Chipleader war Daniel Negreanu.

Einer nach dem anderen schied aus, nur ich nicht, und schließlich saß ich Daniel als Letzter gegenüber. Ich verlor das Heads-up, aber gewann fast eine Million Dollar. Bis heute ist das mein größter Cash, und gegen Daniel zu verlieren ist keine Schande.

2006 erreichte ich bei der WSOP acht Cashes, das war in jenem Jahr Rekord. Vor dem Main Event kam PokerStars auf mich zu und fragte mich, ob ich zum Pro-Team gehören wollte, und ich sagte, „öhm … okay“.

Bis dahin hatte ich die Buy-ins immer aus der eigenen Tasche bezahlt. Als der Main Event begann, sprach mich jemand an und fragte, ob ich nicht seinen kleinen Plastikhai als Card Protector benutzen könne, so als Gratis-Werbung für ihn.

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Costa Rica Fans - "Sie merkten nicht, dass es immer dasselbe Turnier war."

Ich wollte zuerst ablehnen, ließ mich dann aber überreden. In der letzten Hand des ersten Tages zog ich auf dem Turn einen Flush zusammen und gewann einen großen Pot.

Das war das erste Mal, dass ich aufstand, den Hai nahm und rief „hungryyy!“ Jemand fragte mich, was Hai auf Spanisch heißt, und ich schrie „Humbertooo!!!“ (wirft die Arme in die Luft) An diesem Tag entstand mein Markenzeichen.

PZ: Du warst für die Poker Hall of Fame nominiert, bist aber nicht gewählt worden. War das eine große Enttäuschung?

HB: Zuerst schon. Ich sage ja nicht von mir, dass ich der beste Spieler der Welt bin, aber ich bin ein gutes Aushängeschild für Poker.

Ich bin ein bisschen verrückt, und ich stehe für eine große Spielerzahl, weil ich kein Profi bin.

Es gibt viele gute Spieler, die Poker nicht als Beruf betreiben, so wie etwas Daniel Negreanu. Sie spielen aus Spaß und wollen auch Spaß haben, und genauso ist es auch bei mir.

Ich nutze auch keine Software, wenn ich online spiele. Ich spiele sowieso viel lieber live. Ich brauche das Gefühl für den Gegner.

Insgesamt glaube ich deswegen auch, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis ich doch noch in die Hall of Fame gewählt werde. Jedenfalls hoffe ich das.

Leben möchte ich von Poker aber nicht.

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Heads-up gegen Erik Seidel - das erste Turnier mit Hole Cards.

PZ: Und wovon lebst du dann?

HB: Von meinem Unternehmen. Ich handel mit Kaffe, Nüssen und Trockenfrüchten.

PZ: Also hast du die Nuts?

HB: Ich habe die Nuts. (breitestes Grinsen) Ich habe immer die Nuts.

PZ: Übrigens, wer wird Fußballweltmeister?

HB: Costa Rica. (lacht) Nein, Quatsch! Ich habe vier Favoriten. In Südamerika Brasilien und Argentinien, in Europa Holland und Deutschland.

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