German High Roller – Ronny und Johnny dominieren, Harry und Leon donaten

Besetzung PLO

Die zweite Pot-Limit Omaha Folge brachte von der ersten bis zur letzten Minute grandiose Action. So schnell konnte man kaum schauen, da waren die Chips schon wieder in der Mitte. Mittlerweile zeichnet sich eine Zweiklassengesellschaft ab, denn Ronny Kaiser und Johnny Lodden sind die einzigen beiden mit einem großen Profit. Harry Casagrande und Leon Tsoukernik sind dagegen schon deutlich im Minus.

Da es sich bei der neunten Folge von German High Roller um den zweiten Teil der Omaha Session handelte, gab es beim Lineup keine Veränderungen.

Leon Tsoukernik, Jonas Kronwitter, George Danzer, Christoph Haller, Harry Casagrande, Ronny Kaiser, Jan-Peter Jachtmann und Johnny Lodden bildeten eine hochkarätiges PLO-Runde.

Lucky Leon

Die Action in der ersten Pot-Limit Omaha Folge war ja schon äußerst vielversprechend und erneut legten die Spieler los wie die Feuerwehr.

Nach zwei Straddles raist Jonas mit J T T Q auf 1000 und bekommt mit Ronny und Harry zwei Caller.

Daraufhin entschließt sich Leon mit T 3 K A auf 5200 zu raisen und erneut bleiben drei Spieler dabei. Harry kommentiert seinen Call mit 4 9 7 6 mit „Liebe Leute Zuhause bitte nicht nachmachen!“

Zu Viert sehen sie einen Flop von 4 6 K und Leon annonciert ganz trocken „All-In“ für 10.200 mit gerade mal Toppair.

Jonas und Ronny folden, doch Harry zahlt mit Bottom Two Pair nach. Zwei sehr marginale Hände für PLO, denn keiner der beiden hat einen Straight oder Flush Draw.

Leon lucky
Leon gets lucky.

Beim Showdown bringt Harry das Ganze mit „Nicht viel“ mal wieder auf den Punkt.

Überraschenderweise ist er derzeit mit 52% Gewinnwahrscheinlichkeit aber sogar noch leicht vorne. Praktisch ist es aber ein Coinflip.

Leon hat auf dem Flop elf Outs und der Turn 5 bringt ihm vier weitere. Am River 5 schlägt eines davon ein und Leon gewinnt den CHF41.400 großen Pot mit einem höheren Two Pair.

„Eijeijei, wo kam denn der her“, seuftz Harry frustriert, gefolgt von einem „Floorman Zehn bitte.“

Harrys fragwürdige Shortstack Strategie

Darüber machen sich die anderen am Tisch etwas lustig, denn diesen Satz haben sie mittlerweile bereits fünfmal gehört!

In der Tat ist Harrys Strategie schon recht merkwürdig, denn er kauft sich immer „nur“ für CHF10.000, was bei zwei permanent gesetzten Straddlen gerade mal 25 Big Blinds entspricht. Das ist beim PLO gar nichts.

Bei genauerem Überlegen kommt man aber darauf, warum er das macht.

Umso deeper man ist, desto schwieriger werden die Entscheidungen beim PLO und mit dieser Shortstack Strategie kann Harry diese weitgehend vermeiden. Außerdem muss er nur zwei bis dreimal am Ende gewinnen, um seine Verluste wieder drin zu haben.

Das funktioniert aber eben nur dann, wenn man sich seine Spots gut aussucht. Das hat Casagrande bisher jedoch nicht getan.

Die nächste Hand ist ein Musterbeispiel wie man Asse beim PLO NICHT spielen sollte:

Nach einem Call von Jan raist Harry mit seiner neuen Lage und A Q T A auf 2000. Im letzten German High Roller Artikel hatte ich bereits darauf hingewiesen, dass man gerade offsuit Aces beim PLO sehr vorsichtig und am besten nur gegen einen Gegner spielen sollte.

Harry Casagrande1
Bis jetzt geht Harrys Shortstack Strategie nicht auf.

In diesem Fall hat Harry aber drei und der Flop ist mit T 6 7 denkbar ungünstig und sehr gefährlich. Nicht nur bringt er zahlreiche Set und Two Pair Möglichkeiten, sondern es kann bei vier Spielern durchaus bereits jemand die Straight gefloppt haben.

Ein weiterer großer Nachteil von offsuit Aces ist, dass man keinen Flush machen kann.

Alle drei checken zu Harry und der spielt trotzdem 7200 in den CHF8.200 großen Pot und committed sich damit.

Pures Gambeln und nicht wirklich nachvollziehbar, auch wenn er nur noch wenig Geld dahinter hat, da er nur von Händen gecallt wird, gegen die er deutlich hinten ist.

So kommt es dann auch und auf dem gefährlichen Board callt Leon und Jonas geht hinter ihm sogar All-In, welches Leon bezahlt.

Während Jonas mit 5 7 4 7 Top Set und einen Open Ender und Leon mit 7 6 K 4 Two Pair und einen Flush Draw zwei starke Hände gefloppt haben, ist Harry bereits so gut wie tod.

Die 4 am Turn und die 5 am River ändern nichts, und Jonas scoopt einen schönen CHF58.300 großen Pot.

Diese Hand zeigt auch die Nachteile der Strategie sehr gut auf:

Erstens ist man nach einem Raise vor dem Flop sehr häufig committed. Zweitens hat man kaum Fold Equity und drittens macht das Ganze nur Sinn, wenn man geduldig ist und auf die passenden Spots wartet.

Auf sehr drawlastigen Boards seinen gesamten Stack mit einem Paar oder einer marginalen Hand zu riskieren, so wie das Harry derzeit praktiziert, kann also langfristig nicht profitabel sein.

Der größte Pot

Den größten Pot spielten dieses Mal George Danzer, Jonas Kronwitter und Jan-Peter Jachtmann untereinander aus.

Drei Spieler hatten gecallt und Ronny Kaiser erhöht auf 2400 und bekommt vier Caller!

Der Flop kommt      

Ronny und Leon checken zu Jonas, der mit 12.400 „Pot“ spielt. Nun fängt Jan hinter ihm an zu überlegen und pusht schließlich mit 25.500 All-In. George, der nur noch 7.600 behind hat, callt sofort, genauso wie Jonas. Dadurch entsteht ein Side Pot und es liegen insgesamt 71.000 Schweizer Franken in der Mitte

Der Showdown:

Jonas:         für die Nuts plus Open Ender

Jan:         für Middle Set plus Flush Draw

George:         für Top Set

Eine typische PLO-Konstellation. In einem solch großen Pot haben meistens alle Beteiligten eine starke Hand.

Besonders interessant ist hier ein Blick auf die Gewinnwahrscheinlichkeiten:

George hat 26% und musst darauf hoffen, dass sich das Board pairt. Obwohl George Jan die Full House Outs wegnimmt, hat dieser mit seinem Flush Draw immer noch 36%.

Jonas, der die absoluten Nuts gefloppt hat, ist mit 38% nur hauchdünner Favorit, da einiger seiner Outs für den Redraw zu einer höheren Straight, aufgrund des Flush Draws abgezogen werden müssen.

Der Turn   ist eine Blank

Nun schnellt die Gewinnwahrscheinlichkeit von Jonas auf 61% hoch. Dennoch muss er jedes Karo und ein gepairtes Board vermeiden.

Am River  

Passiert aber genau das und Jonas verliert, obwohl er die Nuts gefloppt hat, den Main und den Side Pot.

George kann seinen Stack in dieser Hand verdreifachen, während Jan durch den Gewinn des Side Pots immer noch einen kleinen Profit in Höhe von CHF7.900 macht.

Der Stand beim PLO:

  1. Ronny Kaiser: +102.300
  2. Johnny Lodden: +71.800
  3. George Danzer: +11.400
  4. Jonas Kronwitter: +500
  5. Jan-Peter Jachtmann: -8.600
  6. Christoph Haller: -12.700
  7. Harry Casagrande: -57.500
  8. Leon Tsoukernik: -107.200

Der Stand nach Folge 9 (No-Limit Hold’em und PLO addiert):

  1. Johannes Strassmann: +167.150
  2. Jonas Kronwitter: +165.400
  3. Jan-Peter Jachtmann: +86.700
  4. Johnny Lodden: +81.050
  5. Ronny Kaiser: +75.300
  6. Scott Hanna: +53.200
  7. George Danzer: +11.400
  8. Christoph Haller: -12.700
  9. Pierre Mothes: -17.600
  10. Besim Hot: -18.200
  11. Urs Keller: -20.000
  12. Dario Wyler: -31.100
  13. Quirin Zech: -43.400
  14. Harry Casagrande: -57.500
  15. Pius Heinz: -88.450
  16. Leon Tsoukernik: -343.450

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Mario 2014-05-22 05:13:23

Middle Set bei Jan? Da stimmt aber irgendwas nicht