Die fünf größten Ärgernisse des Pokerjahrs 2014

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Das Pokerjahr 2014 brachte zweifellos viele tolle Turniere mit großen Siegern und auch sonst viel Erfreuliches, doch gab es auch einige Momente, in denen sich die Pokerwelt richtig ärgern musste.

Die fünf größten Ärgernisse des vergangenen Jahres haben wir hier für Euch zusammengestellt, und dabei geht es nicht nur einmal um Betrug.

5. Christian Lusardi und der Chipgate-Skandal im Borgata

Gleich doppelt ärgerlich ist die Geschichte, die sich im Januar dieses Jahres im Borgata Casino von Atlantic City abspielte. Erst manipulierte ein gewisser Christian Lusardi den Turnierverlauf, indem er gefälschte Chips in Umlauf brachte, und dann erwies sich das Casino auch noch als unsouverän.

Lusardi schaffte es tatsächlich dank seiner ungefähr 250 gefälschten Turnierchips im Wert von je $5.000 das Preisgeld zu erreichen, doch dann versuchte er, die übrigen 2,7 Millionen Dollar in Chips in der Toilette seines Hotelzimmers hinunterzuspülen und flog auf.

Als der Schwindel aufflog, hatte die Turnierleitung ein Problem, befanden sich doch zu viele Chips im Turnier. Eine reguläre Fortsetzung war aus Sicht des Casinos deshalb nicht mehr möglich, worauf das Turnier mit einer Preisgeldgarantie von $2.000.000 abgebrochen wurde.

Alle Teilnehmer erhielten ihr Startgeld zurück, aber die verbliebenen 27 Spieler, die auf der Preisgeldleiter schon weit nach oben geklettert waren, waren darüber gar nicht glücklich. Einige verklagten das Casino, und obwohl die Urteile noch nicht gesprochen wurden, kann man mit Fug und Recht von einem Riesenärgernis sprechen.

4. Sheldon Adelsons Feldzug gegen das Online-Poker

adelson eurovegas
Sheldon Adelson ist ein Mann mit Visionen.

Im Grunde ist Sheldon Adelson Jahr für Jahr aus dieser Liste nicht wegzudenken. Der Feldzug des 81-jährigen Casino-Moguls gegen das Online-Poker ist längst legendär, aber dieses Jahr ließ er sich mal wieder etwas Neues einfallen.

Viel Geld hat Adelson allemal, und dieses versucht er für seine Zwecke zu nutzen. Als Besitzer der Sands-Casino-Gruppe lebt er von Live-Casinos und mit einem Vermögen von 36 Milliarden Dollar zählt er zu den zehn reichsten Männern der Welt.

Einen Teil davon gibt er für eine großangelegte Kampagne gegen das Online-Glücksspiel aus, bei der er mit aufwändiger Lobbyarbeit Einfluss auf Politiker nimmt.

Denen will er weismachen, dass Online-Poker und Online-Glücksspiel Teufelszeug seien – und das Schlimmste ist, dass man ihm zumindest zum Teil auch noch glaubt.

Harry Reid, den Fraktionsführer der Demokraten im Senat, hat er schon auf seine Seite gebracht, und auch sonst blieb sein Wirken nicht fruchtlos.

3. Phil Ivey Rechtsstreit mit dem Borgata Casino und dem Crockfords Casino

Dass das Borgata Casino gleich zweimal unter den fünf größten Ärgernissen auftaucht, kann Zufall sein, muss es aber nicht.  Jedenfalls spielt es auch eine Rolle in einem Skandal, der mit dem besten Pokerspieler der Welt, Phil Ivey, zu tun hat.

Phil Ivey vs. Borgata
Phil Ivey wieder vor Gericht?

Der setzte sich kurzerhand mit seiner Lebensgefährtin ins Borgata, fragte, ob er mit mitgebrachten Karten Bakkarat spielen dürfe und sahnte dann 9,6 Millionen Dollar ab,

indem er die vorher angebrachten Markierungen an den Karten zu seinem Vorteil ausnutzte.

Hinterher wollte das Borgata sein Geld wieder und zog deshalb vor Gericht. Während dieser Fall noch nicht entschieden ist, wurde eine ähnliche Sache vom Londoner High Court bereits geklärt.

Im Londoner Crockfords-Casino hatte Ivey mit derselben Vorgehensweise 7,7 Millionen Pfund erspielt, bekam das Geld aber nie ausbezahlt.

Stattdessen verklagte das Casino Ivey wegen Betrugs und bekam Recht.

Ärgerlich ist das Ganze nicht nur für Phil Ivey, aus dessen Sicht natürlich alles mit rechten Dingen zuging, sondern auch für die gesamte Casinoszene, die sich einmal mehr im Zwielicht wiederfindet.

2. Dänischer EPT-Sieger betrügt Kollegen in großem Stil

Befindet sich der Fall Ivey zumindest in einer rechtlichen Grauzone und lässt sich aus der Distanz nur schwer einschätzen, liegen die Dinge in der Causa Dänemark deutlich klarer.

jens kyllonen
Könnte eines der Opfer sein - Jens Kyllönen.

Der dänische Pokerprofi, der 2007 die EPT Warschau gewinnen konnte, wird von der Polizei wegen mehrfachen Betrugs gesucht.

Offenbar hatte er befreundeten Spielern aus der skandinavischen Pokerszene Computer geliefert, die er zuvor mit Trojanern ausgestattet hatte.

Auf diese Weise gelang es ihm und seinen Komplizen, die gegnerischen Hole Cards zu sehen und damit die profitabelste Art des Pokers zu spielen – man kennt die Karten des Gegners, aber dieser nur seine.

Welches Ausmaß dieser Betrug insgesamt hat, lässt sich aktuell nicht genau sagen, da es womöglich Spieler gibt, die von ihrem „Glück“ noch nichts wissen, doch wurde bekannt, dass Jepsen diese Betrugsmasche bereits seit neun Jahren anwendete.

Aufgeflogen ist das Ganze, weil ein Spieler Verdacht schöpfte und seinen Rechner untersuchen ließ.

Der Verdächtige hat sich indes nach Dubai abgesetzt und wird von der dänischen Polizei gesucht.

1. Amaya Gaming und PokerStars

Viele Schlagzeilen verursachte in diesem Jahr der Marktführer, und zwar leider kaum positive.

pokerstars amaya

Den Verkauf von PokerStars für 4,9 Milliarden im Juni nahm man zunächst noch mit Achselzucken hin, zumal der Käufer, die kanadische Amaya Gaming, verkündete, dass sich für die Spieler nichts ändern werde. Bald zeigte sich jedoch, dass doch nicht alles so weitergeht wie bisher.

Viele kleine Änderungen wie der Rückzug aus dreißig Ländern, eine Rake-Erhöhung, die Entlassung etlicher Team-Profis und die Ankündigung der Einführung von Casino-Spielen summierten sich zum Ärgernis und einer zunehmenden Unsicherheit bei den Spielern, was die Zukunft so bringen möge.

Die zweifache EPT-Siegerin Vicky Coren jedenfalls zog ihren Schluss und kündigte nach Bekanntgabe der Einführung der Casino-Spieler kurzerhand ihren Profivertrag.

Zu allem Überdruss bekam die Amaya Gaming dann auch noch kurz vor Jahresende Besuch von den kanadischen Behörden wegen angeblicher verbotener Insidergeschäfte. Prompt geriet die Aktie in einen Schlingerkurs und stürzte einige Tage regelrecht ab.

Die vielen kleinen unerfreulichen Ereignisse summierten sich so zu einem  Riesenärgernis.

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