Von Hold'em zu Omaha: Hand Value

Thang Luu

Immer mehr Spieler wagen den Sprung zu Omaha Poker. Wenn Sie es diesen gleichtun wollen, müssen Sie die entscheidenden Unterschiede zwischen den beiden Varianten verstehen.

Die Pokerwelt war und ist immer in Bewegung. Das Spiel verändert sich ständig, und damit gewinnen oder verlieren einzelne Varianten immer wieder an Beliebtheit. Noch vor einigen Jahren war Stud in Nordamerika die am häufigsten gespielte Version.

Erst vor relativ kurzer Zeit eroberte plötzlich Texas Hold'em die Welt im Sturm. Mit seinen einfachen Regeln, aber einer komplexen strategischen Ausrichtung konnte jeder Spieler sofort etwas anfangen und Hold'em in kürzester Zeit spielen, aber nach den vergangenen Jahren, in denen Hold'em quasi explodiert ist, hat Hold'em nun den Höhepunkt überschritten.

Poker wird aus verschiedenen Gründen gespielt. Die beiden wichtigsten sind:

  • Profit
  • Fähigkeiten erlernen, anwenden und verbessern

Da sich die Welt jahrelang auf ein einziges Spiel konzentriert hat, sind die durchschnittlichen Fähigkeiten der Spieler inzwischen deutlich höher als das, was man früher als „durchschnittlich" bezeichnet hat. Es ist offensichtlich, dass es immer schwieriger wird, sich gegenüber anderen Spielern noch einen Vorteil zu verschaffen.

Außerdem haben viele Spieler das Gefühl, nicht mehr voranzukommen und sich weiter zu verbessern. Sie haben alle möglichen Bücher gelesen, sich durch die Artikel über Pokerstrategie im Netz geklickt, unzählige Stunden Poker gespielt und machen noch immer dasselbe Geld auf denselben Levels wie vor vier Jahren.

Aus diesen Gründen ist es an der Zeit, etwas Neues zu lernen.

Der Autor dieses Artikels setzt voraus, dass Hold'em beherrschen und zu Omaha wechseln wollen. Sollten Sie noch nie Poker gespielt haben, ist dies nicht der richtige Artikel für Sie. Wenn Sie ein Anfänger sind, sollten Sie zunächst die Grundregeln von Poker studieren.

Wenn Sie jedoch ein Spieler sind, der bereits Erfahrung in No Limit Hold'em besitzt und über Omaha als Alternative nachdenkt, sind Sie hier genau richtig.

 

Ilari Sahamies
In Europa spielt man Omaha schon seit Jahren intensiv.

Die relative Hand Value

Omaha wird erst dann spielbar, wenn Sie die grundlegende Verschiebung der relativen Hand Value verstehen.

Die meisten Spieler kennen die Mathematik bzw. die Theorie nicht gut genug, die sich hinter den Poker-Wahrscheinlichkeiten verbirgt.

Ein guter Spieler versteht, warum ein Full House mehr wert ist als eine Straight, vielleicht weiß er sogar, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, eine dieser Hände zu bekommen. Aber nur die wenigsten können erklären, wie man diese Odds berechnet oder gar, was die Odds eigentlich genau bedeuten.

Hört sich irgendwie konfus an? Keine Sorge, es wird gleich besser. Das Entscheidende ist:

Wenn Sie nicht über das mathematische Verständnis aller Wahrscheinlichkeiten und Odds verfügen, werden Sie sich Omaha mit dem Wissen und der Erfahrung zuwenden, die Sie in No Limit Hold'em gesammelt haben.

Dagegen ist nichts einzuwenden, aber es gibt einige Fallstricke, auf die Sie achten müssen. Eines der wichtigsten Elemente ist unterschiedliche Bewertung der Hände bei No Limit Hold'em und Omaha.

Wen Sie auf einem Rainbow-Flop Top und Middle Pair sowie einen Gutshot Draw treffen, werden Sie in Hold'em wahrscheinlich bedenkenlos Ihren gesamten Stack einsetzen. Sie werden nur von einem Set geschlagen und befinden sich daher in einer sehr komfortablen Situation.

Wenn Sie häufig No Limit Hold'em gespielt haben, ist diese Bewertung Ihrer Hand ebenso sehr eine gefühlsmäßige wie sie das Ergebnis eines grundsätzlichen Verständnisses der Pokerprinzipien ist. Sitzen Sie allerdings in einer Partie Omaha, könnten Sie sich leicht dazu hinreißen lassen, zu derselben Einschätzung zu kommen.

Bevor Sie nun den Kopf bzw. Ihren Stack verlieren, überdenken Sie Ihre Situation noch einmal, statt sich nur auf Ihre NLHE-Kenntnisse zu verlassen.

Top Two Pair ist zwar ein guter Start, aber weit von den Nuts entfernt. Ihre Gegner könnten z. B. Wrap Draws ohne Paar halten und wären damit immer noch gleichauf mit Ihnen.

Außerdem müssen Sie mit einbeziehen, dass die Gefahr, in ein Set zu laufen, um ein Vielfaches größer ist, und damit ist Ihre Hand sehr angreifbar.

Wenn Sie sich erlauben, sich zufrieden zurückzulehnen, um die Hand zu Ende zu spielen, obwohl Sie eigentlich in größter Gefahr sind, begehen Sie einen großen Fehler und setzen Sie sich dem Risiko eines dramatischen Verlusts aus.

Um es noch einmal deutlich zu machen: Sie müssen Ihre bisher erworbenen Kenntnisse nicht vollständig über Bord werfen und von vorne anfangen, aber Sie müssen Ihre Erfahrungen als Basiswissen sehen, auf dem man aufbauen kann.

 

Josh Arieh
Das Schwierigste an Omaha: Es gibt vier Karten.

Ein paar tausend Hände Erfahrung in No Limit Hold'em sind für Omaha hilfreich, aber sie können auch für ein trügerisches Gefühl der Sicherheit sorgen. Machen Sie sich das klar, bevor Sie beginnen, und hüten Sie sich davor, Ihre Hand überzubewerten.

Letztlich bleiben die Nuts immer die Nuts, aber es gibt viel mehr mögliche Draws, Re-Draws und sogar Backdoor Draws. Bei Omaha kann man sich nie so sicher sein, wie man zunächst glaubt.

Anstatt Ihre Hand auf dem Flop zu bewerten und diese Einschätzung dann auf dem Turn bzw. dem River neu vorzunehmen, sollten Sie bei Omaha die Bewertung auf dem Flop höchstens als vorläufig ansehen und eine ernsthafte Einschätzung erst auf dem Turn vornehmen.

Der Flop ist lediglich ein Hinweis darauf, wie Sie mit Ihrer Hand fortsetzen sollten und wie groß der Pot sein sollte, um den Sie spielen wollen.

Ist der Turn gefallen, gibt es nur noch Made Hands und Draws. Backdoor Draws sind nicht mehr möglich, und die Situation ist nun viel übersichtlicher. Wenn Sie auf dem Turn Top Set halten, können Sie genau sehen, wie Sie noch überholt werden können.

Ihre Instinkte und Ihre Intuition sind zu diesem Zeitpunkt viel wertvoller als zuvor, denn nun können Sie die potenziellen Outs Ihrer Gegner sehr viel einfacher erkennen. Die gesamte Hand ist NLHE nun viel näher als zuvor.

Wenn Sie erfolgreich Omaha spielen wollen, müssen Sie sich von der Vorstellung befreien, Ihre Hold'em-Kenntnisse eins zu eins übertragen zu können. Dann bleiben Ihnen auch böse Überraschungen erspart.

Nehmen Sie sich vielmehr die Zeit, sich jede Hand so genau anzusehen, als ob Sie zum ersten Mal in Ihrem Leben Poker spielen, und setzen Sie zusätzlich Ihre Hold'em-Kenntnisse ein, um Situationen zu verstehen und so gut wie möglich einzuschätzen. Und halten Sie sich immer die Goldene Omaha-Regel vor Augen: Wenn Sie nicht die Nuts halten, hält sie wahrscheinlich jemand Anderer.

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