Pot Limit Omaha für Anfänger; Teil 1

A Whole Lotta Cash

Der erste Artikel einer dreiteiligen Serie bietet interessierten Pokerspielern erste Einblicke in die Welt von Pot Limit Omaha. Wir widmen uns zunächst den theoretischen Grundlagen, typischen Fehlern und legen das Fundament für den Einstieg in diese faszinierende Pokervariante.

Pot Limit Omaha ist derzeit die zweitbeliebteste Pokerdisziplin auf der Welt. Schon vor dem Pokerboom im Jahr 2003 war Omaha Poker in den Cardrooms der USA geläufig und wurde in vielen europäischen Clubs als Cash Game angeboten.

Heute ist Texas Hold'em das Standardspiel, während Omaha den Platz der beliebtesten Alternative einnimmt. Bei allen internationalen Events (WSOP, WPT, EPT ...) werden auch Omaha-Turniere mit einer großen Bandbreite von Startgeldern angeboten.

Im Vergleich zu Texas Hold'em ist Omaha aufgrund der besonderen Regeln stärker als „Drawing-" oder „Action-Game" anzusehen. Wegen der Spielanlage wird Omaha nur in den seltensten Fällen als No-Limit-Variante gespielt. Drawing-/Action-Games sind anders strukturiert und funktionieren deshalb besser als Limit- oder Pot-Limit-Spiele.

In Texas Hold'em sind die ersten beiden Setzrunden (pre-Flop und auf dem Flop) die wichtigsten, während die Action bei Omaha sich erst auf dem Flop entwickelt. Hold'em wird deshalb allgemein auch als „Flop-Spiel" bezeichnet, während Omaha eher als „Turn-Game" oder „Nut-Game" gilt.

Scotty Nguyen
Scotty Nguyen tut was er am besten kann
Wir werden in der Folge nicht nur eine Kurzanleitung für Omaha bieten, sondern tiefer in die Materie eindringen und alle wichtigen Tipps und Statistiken ansprechen, die ein Anfänger benötigt, um solides und gutes Omaha zu spielen, also bewusste Entscheidungen zu treffen und ein Spiel aufzuziehen, das nicht auf Gefühlen, sondern Überlegungen basiert.

Wenn Sie diesen Artikel gelesen haben, ist der nächste Schritt, sich an einen Tisch zu setzen. Ich empfehle nachdrücklich einen Online-Anbieter, wo Sie mit Spielgeld oder auf den niedrigsten Limits spielen können. Wenn Sie nicht wissen, welcher Raum Omaha anbietet und der passende für Sie ist, sehen Sie sich unsere Liste der besten Omaha-Pokerräume genauer an.

Grundlagen für Pot Limit Omaha

  • Gute Handauswahl (Geduld, Disziplin)
  • Richtige Tischauswahl (gilt für alle Pokervarianten)
  • Disziplin (die Fähigkeit, auf die richtigen Hände zu warten und nicht mit der zweitbesten Hand zu spielen)
  • Lesen der Gegner
  • Mut zum Setzen/Raisen (aggressives Spiel mit Draws oder der wahrscheinlich besten Hand)
  • Selbstkontrolle

Pot Limit Omaha im Vergleich zu Texas Hold'em

  1. Auf dem Flop sind regelmäßig mehr Spieler dabei als bei Texas Hold'em. Der Unterschied zwischen Premiumhänden und marginalen Händen ist bei Weitem nicht so ausgeprägt. Da Omaha ein Drawing Game ist, sind verbundene Karten viel stärker als in Texas Hold'em. Die begehrten Pocket Rockets (AA) sind bei Omaha daher längst nicht so mächtig.
  2. Da mehr Spieler den Flop sehen, ist die durchschnittliche Potgröße vor dem Flop üblicherweise deutlich höher als bei Texas Hold'em. Je größer der Pot auf dem Flop ist, desto höher sind die Einsätze post-Flop, es wird also seltener um kleine Pots gespielt.
  3. Man braucht bessere Hände, um bei Omaha zu gewinnen. In Hold'em werden die meisten Pots mit zwei Paaren oder weniger gewonnen. Bei Omaha ist eine solche Hand selten in der Lage, zu gewinnen. Made Hands mit Redraws sind daher von entscheidender Bedeutung.
  4. Omaha hängt stärker von den Karten ab, Bluffen ist also viel seltener möglich. Wenn drei gleichfarbige Karten auf dem Board liegen, kann man mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass jemand bereits einen Flush hat, und ein gepaartes Board verschafft fast immer jemandem ein Full House. Bei Texas Hold'em geschieht dies eher selten.
  5. Aufgrund der zahlreichen möglichen Kombinationen und Draws werden Value Bets bei Omaha deutlich häufiger eingesetzt. Wenn Sie nicht in der Lage sind, die Situationen zu erkennen, in denen Sie die besten Chancen haben, werden Sie das Spiel auf Dauer nicht schlagen können.
  6. Die Position ist in beiden Varianten wichtig, aber aus unterschiedlichen Gründen. Bei Hold'em gewinnt meistens der Spieler, der Position auf die anderen hat, während bei Omaha meistens die besten Karten gewinnen. Trotzdem ist die Position nicht unwichtig, denn der Spieler in letzter Position hat am meisten Einfluss auf die Potgröße.
  7. Tight-passive Spieler werden bei Omaha nicht so leicht überrollt wie bei Texas Hold'em. Da es weniger Gelegenheiten zum Bluffen gibt, kann man passive Spieler auch nicht so oft einschüchtern. Das heißt nicht, dass es nicht möglich ist, es ist nur viel schwieriger.

Pot Limit

Wenn Ihnen die Pot-Limit-Strukutr nicht geläufig ist, können Sie Ihr Wissen in den folgenden Absätzen etwas auffrischen. Bevor wir auf die Unterschiede eingehen, werden wir zunächst erläutern, wie Pot Limit funktionert.

Der höchstmögliche Einsatz wird immer durch die Potgröße inklusive Ihres Calls definiert. Im Einzelnen bedeutet das folgendes:

Erste Position:

Pot: $1000

Max. Einsatz: $1000

Zweite Position:

Pot: $2000 ($1000 pre-Flop + $1000 Bet aus erster Position)

Max. Einsatz: $4000 ($1000 pre-Flop + $1000 Bet aus erster Position + $1000 Call aus zweiter Position. Damit sind $3000 im Pot. Weitere $1000 Einsatz sind möglich, also liegt der maximale Einsatz bei $4000.)

Es ist oft nicht leicht, all das im Kopf auszurechnen. Wenn $424 im Pot liegen und jemand $68 setzt, wie viel können Sie dann setzen? Verlieren Sie keine Zeit damit, jede Bet vorher auszurechnen, sagen Sie einfach „Pot" an, zahlen Sie zunächst für den Call und rechnen Sie dann die Summe aus, die Sie noch einsetzten können/müssen. (Falls es Sie interessiert, die Antwort auf die Frage oben lautet $628.)

Denken Sie daran, zunächst eine Ansage zu machen, da Sie ansonsten für eine String Bet gemaßregelt werden, wenn Sie erst die $68 zum Call bezahlen und dann versuchen zu raisen. Kündigen Sie Ihre Handlungen immer an.

Falls Sie sich die Mühe des Ausrechnens nicht machen wollen, fragen Sie einfach den Dealer nach der maximal möglichen Bet.

Einsatzgröße

Da Sie nun wissen, wie das Setzen funktioniert, sehen wir uns die Unterschiede zu Texas Hold'em etwas näher an. Zunächst werden Sie bemerken, dass die Bets in der Relation größer sind als in einen No-Limit-Spiel.

Bei einem Pot von $1000 wäre eine Bet von $800 in Texas Hold'em ziemlich üblich. Bei Pot Limit wird derselbe Spieler zumeist $1000 setzen. Grund dafür ist die Stärke der Wette.

Gus Hansen
Gus Hansen ist ein grosser Omaha Fan - kein Wunder, wenn einer so suechtig nach Action ist
Obwohl sich dies paradox anhört, wirkt eine Bet in Höhe von drei Vierteln des eigenen Stacks stärker als ein All-in. Bei Pot Limit ist dies nicht möglich, daher macht die Bet in Potgröße einen besonders starken Eindruck.

Der Checkraise wird in Pot Limit ebenfalls häufiger eingesetzt, und zwar aus einem einfachen Grund:

Wenn der Pot $1000 beträgt, können Sie mit $2000 nicht all-in gehen, wenn Sie das möchten. Wenn Sie aber einen Spieler checkraisen, der $500 gesetzt hat, können Sie Ihren ganzen Stack einsetzen.

Der letzte wichtige Unterschied zu No Limit ist die Unmöglichkeit, ein starke Hand gleich zu Beginn zu schützen. Bei $1/$2 Blinds können Sie in erster Position nicht mehr als $7 betten ($1 vom Small Blind + $2 vom Big Blind + $2 von Ihnen zum Call ergibt $5 im Pot. Also können Sie noch $5 setzen. $2 + $5 = $7.) In einem No-Limit-Spiel sind natürlich ganz andere Bets möglich.

Grundregeln für Pot Limit Omaha

  1. Wählen Sie Ihre Starthände sorgfältig aus. Lassen Sie sich nicht davon hinreißen, dass Sie mit vier Karten plötzlich so viele Draws bekommen könnten.
  2. „Spiel den Gegner." Schätzen Sie Ihre Gegner ein, so schnell es geht. Wer spielt mit schlechten Händen, wer foldet bei Widerstand, wer setzt mit Draws, wer callt große Bets mit schwachen Drawing Hands, wen kann man bluffen, wer blufft usw. Im Grunde gelten diese Ratsschläge natürlich für jede Pokervariante.
  3. Respektieren Sie Stärke. Mittelmäßige und gute Omaha-Spieler bluffen bei Omaha sehr viel seltener als ähnlich starke Spieler es bei Texas Hold'em tun.
  4. Verlassen Sie sich nicht auf Straight Draws mit acht Outs. Omaha ermöglicht Straight Draws mit 13, 17 und 20 Outs. Sie sollten besser auf einen solchen Draw warten, bevor Sie sich auf den Pot einlassen.
  5. Überspielen Sie unsuited Asse nicht. Wenn Sie zwei Asse und zwei nicht verbundene Karten verschiedener Farben halten, können Sie Ihre Hand auf dem Flop kaum verbessern. Ohne ein Set werden Sie nur in wenigen Multiway-Pots bestehen können.
  6. Omaha ist ein Nut-Spiel. Es lohnt sich nur selten, einen Draw zu spielen, der Ihnen nicht die Nuts bringt.

Typische Fehler in Pot Limit Omaha

  1. Überspielen von guten Hold'em-Händen.
  2. Calls mit schlechten Karten oder Draws mit wenigen Outs.
  3. Spielen zu vieler Starthände.
  4. Premiumhände werden pre-Flop nicht geraist.
  5. Gewähren von Free Cards oder Bets ohne die Nuts.

Allgemeine Hinweise zum pre-Flop-Spiel

Um Pot Limit Omaha zu beherrschen, muss man zunächst wissen, welche Starthände profitabel zu spielen sind. [[LinkInternal:]]Poker[[/Link]] ist situationsabhängig, d. h. was und wie Sie spielen, hängt davon ab, was am Tisch passiert.

  1. Ist der Tisch loose oder tight?
  2. Wie viele Spieler sitzen am Tisch?
  3. Wie viele Spieler befinden sich in der Hand, wenn Sie an der Reihe sind?
  4. Wurde der Pot bereits geraist? Wenn ja, von wem und in welcher Höhe?
  5. In welcher Position sitzen Sie?

1. Der Tisch. Je tighter der Tisch, desto mehr Starthände können Sie spielen und umgekehrt.

2. Die Zahl der Spieler. Allgemein gilt: tighteres Spiel bei mehr Spielern, looser bei wenigen.

3./4. Potgröße. Wenn vor Ihnen bereits mehrere Spieler in den Pot eingestiegen sind, beteiligen Sie sich nur mit einer Hand, die viele Kombinationen ermöglicht und Nut-Potenzial hat.

5. Ihre Position. Sie hat großen Einfluss auf Ihre Spielweise. Generell gilt: tightes Spiel aus früher Position. Je weiter hinten Sie sitzen, desto mehr Starthände sind möglich.

Teil 2

Im zweiten Teil unserer Serie werden wir näher auf das pre-Flop-Spiel eingehen und uns intensiver mit der Auswahl und Behandlung unserer Starthände beschäftigen. Lesen Sie hier weiter.

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Noch keine Kommentare