Poker und Reisen - Mallorca

Mallorca

Vorurteile, Klischees und Lästereien gibt es reichlich über Mallorca, aber damit will ich mich hier nicht beschäftigen.

Für mich ist es eine wunderschöne Insel, die man sowohl für ausgedehnte Urlaube als auch für Kurztrips besuchen kann. Mallorca bietet viel. Auch für Pokerspieler.

Man kann dort in einem der zahllosen Firstclass Hotels das Leben mit süßem Nichtstun, Baden und Wellness genießen, ein tolles Nachtleben in unterschiedlichen Facetten ausleben, oder aktiv urlauben und die herrliche Landschaft per pedes oder per Vélo erkunden.

Ich will mich nicht in touristische Einzelheiten vertiefen, das ist in echten und virtuellen Reiseführern bereits wesentlich besser geschehen. Nur kurz ein paar Eindrücke von meiner Urlaubspassion, dem Radsport:

Mallorca ist ein Radlerparadies. Sofort nach der Ankunft fällt das auf. Straßen und Wege der Insel sind durch Radler geprägt.

Profis mit ihren eigenen Hightech-Rennmaschinen und Amateure auf Leihrädern erkunden das Eiland in unterschiedlicher Intensität. Die Infrastruktur für Vélo-Aficionados ist ausgezeichnet.

Es gibt flächendeckend Verleih- und Servicestationen, die ausreichend Räder aller Qualitätsklassen bereithalten und bei komplizierten Pannen per Reparaturfahrzeug zu Hilfe eilen.

Sehr gut ausgebaute und ausgeschilderte Radwege überziehen netzartig das Land. Sie werden intensiv genutzt.

Auch jetzt in der Nebensaison sind seeehr viele Radler unterwegs, man fragt sich unweigerlich, wie es  wohl in der Hochsaison aussehen dürfte.

Sightseeing-orientierte Radler wie ich es bin, mieten sich ein anständiges Trecking- oder Mountainbike und genießen die 20-Kilometer-Tour (eine Strecke) direkt an der Bucht von Palma.

Man startet ganz im Westen an den Kreuzfahrtterminals des Dic del Oest und fährt die Hafen- und Buchtpromenade bis hinaus nach Play de Palma und ins (gewöhnungsbedürftige) Arenal.

Von dort aus kann der Radler - je nach Kondition - seine Touren weiter ins östliche Flachland ausdehnen. Unterwegs gibt es reichlich Gelegenheit, dem Körper verlorene Flüssigkeiten nachzuliefern.

Casino de Mallorca
Das Casino im Westen von Palma.

Wer neben dem Radeln auch noch ein Faible für Poker hat, kann diesem im Casino de Mallorca nachgehen. Das Casino wurde in 2011 von Calvia an den westlichen Stadtrand von Palma verlegt.

Dort befindet es sich im Einkaufszentrum Porto Pi. Das Casino ist nicht besonders spektakulär, sondern eher funktional.

Ein großer Automatensaal ist vom Livegame aus Roulette, Black Jack und Casino Stud-Poker getrennt.

Gepokert wird ebenfalls. Es gibt acht Turniertische (bis zu 15 können bereitgestellt werden) und drei Cashtische.

Um es gleich vorwegzunehmen: Ich kann von einer Teilnahme an Turnieren nur abraten. Es werden nur kleine Buy-Ins angeboten (dafür aber mit unbegrenzten-Re-Entries bis Level 5) und das nicht täglich.

Die Entry-Fee beträgt heftige 20 % (10 Euro bei einem 50-Euroturnier). Das allein ist schon nicht akzeptabel. Unspielbar werden Turniere aber durch eine Kürzung des Preispools um 21%, die sofort abgezogen werden.

Mir fiel das auf, als in der Turnieranzeige eine heftige Diskrepanz zwischen Buy-Ins plus Re-Entries und dem tatsächlichen Preispool angezeigt wurde.

Die stellvertretende Livegame-Managerin Susi Garcia Moreno erklärte es mir:  Dieser Anteil wird sofort an die mallorquinischen Finanzbehörden abgeführt. Das scheint aber die lokalen Spieler überhaupt nicht zu stören.

Hinzu kommt noch eine Kürzung um 4% für irgendeine Overall-Wertung, die Spontanbesuchern nichts nützt, sondern nur den Regulars vor Ort.

Und sollte ein Urlauber gewinnen, so kann er je nach Heimatland noch mehr berappen, für Deutsche z.B. werden zusätzliche 3,75% fällig.

Das Cashgame findet täglich an drei Tischen statt. Zwei Tische mit Blinds 1/2 bzw. 2/2 ein dritter entweder für PLO 5/5 oder Hold’em 2/5.

Die Tische sind immer voll, die Wartelisten dementsprechend lang. Wer früh einen Platz möchte, sollte gegen 18:00 Uhr aufkreuzen. Ab 20:00 Uhr muss man sich auf stundenlanges Warten einstellen.

Da fragt man sich natürlich sofort, warum nicht zusätzliche Tische aufgestellt werden. Ein Floorman erklärte mir dazu, es seien nur drei Cashtische lizensiert und eine Lizenzänderung auf mehr Tische  lohne sich nicht.

Extrembesteuerung
Über 20% Steuern machen Turniere komplett unprofitabel.

Meine Momentaufnahmen zum Cashgame: An den Low-Limit Tischen wird noch so gepokert „wie früher“.

Die meist älteren Spielerinnen und Spieler sind alle ziemlich shortstacked (40 bis 75 BB) und spielen ABC-Poker.

Mit wohldosierter Aggression, mit Raises aus späten Positionen und Threebets erntet man despektierliche Blicke von älteren Damen.

Man kann dort Geld machen, allerdings nicht viel. Es ist tatsächlich eher eine Freizeitangelegenheit.

Bei 2/5 finden sich die erfahreneren Spieler, das Publikum ist deutlich jünger, die Stacks sind größer (> 100BB) und die Pötte werden manchmal vierstellig. Die Rake bewegt sich um die 5% mit Cap bei 20 €.

Mein Fazit: Mallorca ist eine wunderbare Urlaubsdestination. Freizeitpokerspieler finden dort die Möglichkeit für Cashgames, wenn sie bereit sind, sich auf Wartezeiten einzustellen.

Pokerturniere sind wegen der Besteuerung schlichtweg indiskutabel.

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