Die Knochenmühle - Wie gute Spieler zu großartigen werden

Isaac Baron
Auch das ist Isaac: mehrere tausend Stunden am Tisch und ein bisschen Bingo.

Jonah Lehrer ist ein interessanter Typ und ein respektabler Journalist mit ausgeprägtem Interesse für Poker und Psychologie.

In einem Artikel im Boston Globe betonte er, wie wichtig Durchhaltevermögen und Standhaftigkeit für dauerhaften Erfolg sind. Dabei erwähnt er auch zu Recht, dass die bekannten Geschichten darüber, wie Newton und ähnliche Geistesgrößen ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse gewannen, fast ausschließlich Mythen sind.

Dass Newton die Funktionsweise der Schwerkraft klar wurde, als ihm ein Apfel auf den Kopf fiel, ist einfach blanker Unsinn, und Darwin hat das Konzept der Evolution auch nicht plötzlich verstanden, weil er ein paar Finken auf Galapagos gesichtet hat.

Die urbanen Mythen der Wissenschaft sind nicht nur irreführend, sie verkennen auch vollständig, wie der Weg zu tiefem und wahrem Verständnis verläuft. Newton und Darwin waren brillante Köpfe, aber das waren andere ihrer Zeit auch.

Der Unterschied besteht darin, dass beide hart und intensiv arbeiteten. Sie verbrachten Jahre damit - in Darwins Fall waren es 20 -, Daten auszuwerten, Modelle zu konstruieren, zu lesen, Konzepte zu entwickeln und damit die Grenzen des Vorstellbaren zu erweitern.

Auch in der Pokerwelt gibt es solche Mythen. Wir glauben, dass manche Spieler eine natürliche Begabung besitzen und ihnen das Spiel einfach so zufällt. Ein paar Stunden am Tisch gesessen und hopplahopp sind sie solide Winning Players.

Phil Ivey
Talent und Magie? Ein bisschen vielleicht.

Wenn Sie glauben, dass Darwin einfach auf Kreuzfahrt gegangen ist und dann einfach plötzlich eine richtig tolle Idee hatte, dann glauben Sie auch, dass Phil Ivey seine Qualität einer Art magischem Talent verdankt.

Oder dass die Internet-Kids, die plötzlich mit Millionen schweren Bankrolls auftauchen einfach nur coole Jungs mit Lust am Risiko sind.

Lehrer zitiert zustimmend einen Ausspruch von Sir Francis Galton (der interessanterweise schon Psychologe nicht nur war, bevor der Begriff überhaupt geprägt wurde, sondern auch ein Cousin von Charles Darwin), der erläutert, dass die eigenen Errungenschaften das Ergebnis „von Fähigkeiten, Zielstrebigkeit und dem Willen zu harter Arbeit" sind.

Und das ist auch die Lektion des Tages.

Ich bin Hobbyspieler. Ein paar Stunden pro Woche lasse ich entweder die Chips in meinem Casino im Ort klingeln oder ich schiebe die Elektronen auf virtuellen Tischen im Internet herum.

Ich lese viel und glaube, einiges über das Spiel zu wissen, und auch darüber, wie man es spielt. Aber ich bin ein Amateur, und ich weiß das auch.

Ich habe jedoch einige Freunde, gute Freunde, die ernsthaft und professionell Poker spielen. Ich bin immer wieder erstaunt darüber, welche Anstrengungen sie übernehmen, wie viel Zeit sie aufwenden und wie intensiv sie trainieren.

Diese Kerle lesen nicht nur Bücher und Artikel. Sie spielen astronomische Mengen von Händen, sie machen Aufzeichnungen, Notizen, spielen Hände nach, rekapitulieren ganze Sessions und führen angespielten Turnieren theoretische Autopsien durch.

Jason Mercier
Jason Mercier - mehr als ein cooler Typ mit Hang zum Risiko.

Sie gehen ihre Daten durch und suchen nach alternativen Spielweisen. Absichtlich spielen sie verschiedene Stile und Strategien und werten dann die Ergebnisse aus. Sie verbringen zahllose Stunden damit, mit Gleichgesinnten, ähnlich guten befreundeten Spielern einzelne Geschehnisse immer wieder durchzusprechen.

Die besten Spieler sind außerdem sich selbst gegenüber brutal ehrlich. So wie guter Wissenschaftler erkennen sie an, dass die Zahlen niemals lügen.

Lehrer verbrachte bei der WSOP eine Woche damit, diese Themen mit Top-Profis durchzusprechen. Danach sagte er zu mir: „Es ist ziemlich eindeutig. Diese Spieler haben Erfolg, nicht weil sie ein besonderes Talent mitbringen, sondern weil sie etwas für sich gefunden haben, dass sie so sehr lieben, dass es sich nicht mehr wie ein Job anfühlt."

„Sie müssen das tun, was sie tun. Sie investieren buchstäblich tausende und abertausende Stunden intensiven Studiums."

Jungen, erfolgreichen Pokerprofis, die sich an die Spitze spielen, gelingt dies aus sehr einfachen und traditionellen Gründen.

Natürlich sind sie talentiert, clever, Risiken gegenüber nicht gerade ablehnend und von einer natürlichen (oder schnell erlernten) emotionalen Stabilität.

Aber diese Eigenschaften reichen nicht aus. Damit sind sie nicht mehr als clevere Spieler, die ab und zu ein paar Dollar nebenher verdienen.

Alexander Veldhuis
Was braucht man, um ein guter Spieler zu sein? Viel Übung - und vielleicht etwas Evelyn Ng.

Lehrer drückt es so aus: „Um einer der besten zu werden, muss man durch die Knochenmühle gehen. Man muss konzentriert und motiviert sein und den tiefen Wunsch empfinden, besser zu werden, erfolgreich zu sein und ein Großer seines Spezialgebiets zu werden."

Lehrer merkt auch an, dass Erfolg nicht unbedingt vom IQ abhängig ist. Der IQ gibt nicht unbedingt die Spielintelligenz wieder, und wer sich im Spiel des Lebens behaupten will, muss vor allem Dinge wie Ausdauer, Elan und Leidensfähigkeit mitbringen.

Einer der intelligentesten Menschen, die ich je kennen gelernt habe, wettete professionell auf Pferde. Es gibt nicht Viele, die davon leben können. Er konnte es.

Wir waren 25 Jahre lang befreundet. Er hat mir erzählt, dass er beim IQ-Test der Musterung unterdurchschnittlich abgeschnitten habe. Faszinierend.

Im Übrigen glaube ich, dass vieler der großen Profis auch genauso gut Künstler, Schriftsteller oder Geschäftsleute hätten werden können (oder er vielleicht noch werden).

Das Geheimnis des Erfolgs ist in allen Fällen so ziemlich dasselbe.

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