Der Schritt von Hold'em zu Omaha

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Als ich 2002 begann, online Hold'em zu spielen, war das noch eine wilde Sache. Ambitionierte „Multitalente" überfluteten das Internet, um das neue Spiel auszuprobieren, und die meisten von Ihnen hatten keine Ahnung, was sie da eigentlich taten.

Ich muss zugeben, dass der Autor dieser Zeilen auch nicht gerade ein Shark war, aber ich war begierig darauf, etwas zu lernen und ich entdeckte einige gute Websites, auf denen ich grundlegende Strategien nachlesen konnte. Da ich bereits andere Pokervarianten gespielt hatte, waren mir die Strategieartikel bei der Anpassung an das neue Spiel sehr hilfreich.
Besonders faszinierend war für mich jedoch die Erkenntnis, dass viele Spieler überhaupt nichts über Pokerstrategie wussten - ein Umstand, der sich für uns Andere als äußerst lukrativ erweisen sollte.
Es gibt online auch heute noch einfache Hold'em Partien, aber die Spieler sind viel besser geworden. Meiner Meinung nach ist die neue Goldmine mit viel Action an den Omaha-Tischen zu finden. Sie werden überrascht sein, wie viele ahnungslose Spieler in den Omaha-Partien zu finden sind - dank der Popularität von Texas Hold'em.

Dasselbe, nur anders

Die meisten Omaha-Spieler sind Pokerspieler, die das Grundprinzip von Texas Hold'em beherrschen. Sie glauben, Omaha sei eine Variante von Texas Hold'em mit vier Karten. Das ist jedoch ein fataler Irrtum - die beiden Spiele ähneln sich zwar auf den ersten Blick, aber wenn Sie etwas näher hinsehen, wurden Sie zwei grundlegend verschiedene Spiele erkennen.
Lassen Sie sich jedoch nicht entmutigen. Der Schritt von Texas zu Omaha ist gar nicht so groß, wenn Sie sich der Unterschiede bewusst sind.

Ich werde mich im Folgenden vor allem auf Pot Limit Omaha und No Limit Hold'em beziehen, da dies zurzeit die beliebtesten Versionen dieser beiden Varianten sind.

Bei Texas wie bei Omaha wird mit Gemeinschaftskarten gespielt. Bei Texas Hold'em erhält jeder Spieler zwei, bei Omaha vier Karten, die mit den bis zu fünf Karten auf dem Board kombiniert werden. Bei Omaha muss man jedoch immer zwei der Hole Cards einsetzen, um eine Hand zu bilden, was, wie Sie sicher wissen, im Texas Hold'em nicht der Fall ist.

Starthände

Ein großer Unterschied zwischen Omaha und Texas Hold'em besteht darin, dass es im Omaha nur wenige Starthände gibt, die klare Favoriten gegen andere Hände sind. Wenn beide Spieler halbwegs vernünftige Starthände halten, ist selten jemand besser als 60:40 Favorit. Zum Vergleich: Bei Texas Hold'em ist ein Pocket Pair gegenüber einem niedrigeren Pocket Pair 80:20 Favorit.
Das bedeutet, dass Sie sich mehr Flops ansehen können als im Texas Hold'em, zumindest, wenn Sie wissen, was Sie tun. Als Neuling sollten Sie vermutlich sowieso weniger Hände spielen - hauptsächlich solche, bei denen alle vier Karten in irgendeiner Form zueinander in Verbindung stehen. Wenn Sie ein bisschen Erfahrung gesammelt haben, können Sie Ihre Handauswahl vergrößern.

Ein Spiel der Draws

Omaha ist ein Drawing-Spiel. Wenn Sie Omaha spielen, werden Sie häufig einen großen Teil Ihres Chip Stacks einsetzen, ohne eine Made Hand zu halten - weil die Odds für einen Draw so gut sind. In Texas Hold'em geschieht das äußerst selten.
Das Wichtigste, woran Sie bei Omaha immer denken sollten ist, dass Sie zu den Nuts drawen sollten. Man kann das gar nicht oft genug betonen - setzen Sie Ihr Geld nicht aufs Spiel, wenn Sie nicht die Nuts haben bzw. bekommen können. Ansonsten wird dieses Spiel sehr teuer. Im Texas Hold'em fühlen Sie sich hervorragend, wenn Sie auf einem ungepaarten Board einen Flush Bube hoch halten, aber in Omaha sind Sie damit in Schwierigkeiten. Sie sollten Ihre Hand folden, wenn jemand Stärke zeigt.

Beispiel:

Sie halten As-7s-9h-7h und der Flop fällt Ac-Td-8h. Sie haben Top Pair und einen Straight Draw, aber Sie ziehen zum unteren Ende der Straße. die einzige Karte, die Ihnen die Nuts bringt, ist eine 6. Das Risiko ist dabei, dass ein anderer Spieler K-Q-J-x oder Q-J-9-x hält und eine höhere Straight erzielt. Nagut, Sie haben auch noch Top Pair, aber das wird Sie im Omaha nicht weit bringen.

Viele Texas Hold'em Spieler neigen dazu, ihre Draws im Omaha zu überspielen. Ich bin häufig überrascht, wie viele Spieler mich mit einer niedrigen Straight auszahlen oder zu einem Flush ziehen, wenn jemand bereits das Full House hat. Genau das macht Omaha zu so einem großartigen Spiel. Machen Sie diese Fehler einfach nicht selbst!

Position, Position, Position

Position ist wichtig in Texas Hold'em, aber noch wichtiger in Omaha. In später Position zu sitzen ist gut, weil Sie mehr Informationen haben als Ihre Gegner, im Pot Limit Omaha haben Sie aber eine sehr gute Kontrolle über den Pot. Wenn Sie in früher Position setzen, geben Sie Ihren Gegnern viel Munition in die Hand. Durch die Pot Limit Struktur können diese Ihnen eine satte Erhöhung entgegensetzen.
Deshalb sollten Sie nie aus früher Position erhöhen. Sie schieben Geld in einen Pot, über den Sie auf den späteren Straßen keinerlei Kontrolle haben. Nehmen wir an, sie halten A-A-x-x und erhöhen UTG. Was tun Sie, wenn sich Ihre Hand nicht verbessert und drei Spieler hinter Ihnen sitzen?
Dasselbe gilt, wenn Sie in früher Position eine gute Hand floppen, z. B. Middle Set. Wenn Sie nun ausbetten und jemand erhöht, sind Sie gezwungen, einen großen Pot zu spielen, wenn Sie sich entscheiden, fortzusetzen.

Größere Swings

Stellen Sie sich darauf ein, größere Swings zu erleben, wenn Sie Omaha spielen - und darauf, generell größere Pots zu spielen. Es kommt häufig vor, dass sowohl Sie als auch Ihr Gegner die richtigen Odds haben, um ihr Geld komplett zu investieren und die Karten entscheiden zu lassen. In Omaha werden Sie Ihren gesamten Stack häufiger riskieren als in Texas Hold'em.

Beispiel:

Sie halten Kh-Kc-Jd-9c am Button. Der Flop fällt Ks-Jh-8d. Sie haben die Nuts gefloppt! Es kommt noch besser: Ihr Gegner macht eine Bet in Potgröße. Allerdings ist dieses Board gefährlich, deshalb entscheiden Sie sich für einen Raise. Ihr Gegner reraist all-in und Sie callen. Ihr Gegner hält Qs-Th-9d-8s und damit einen sehr starken Wrap Straight Draw.

Wir haben es hier fast mit einem Coin Flip zu tun, Ihr Gegner ist leichter Favorit. Niemand von Ihnen konnte aus dieser Hand aussteigen - Sie müssen beide Ihren gesamten Stack riskieren. Bei diesem Flop sind Sie Favorit gegen alle Hände außer Wrap Straight Draws, während Ihr Gegner gegen alle Hände außer Sets Favorit ist.
Situationen wie diese kommen in Omaha häufiger vor als in Texas Hold'em. Das ist einer der Gründe dafür, warum Omaha so ein actiongeladenes Spiel ist, aber auch dafür, warum Ihnen bald graue Haare wachsen könnten.

Omaha und Texas Hold'em sehen sich zwar ähnlich, doch es gibt zwischen den beiden aufregenden Spielen große Unterscheide. Wenn Sie sich diese bewusst machen und Ihr Spiel entsprechend anpassen, werden sich Ihre Chancen, höchst profitabel zu spielen, dramatisch erhöhen.

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