Hand der Woche – Wie man mit AK einen $822.700 Pott verliert

chips Aria

Ganz frisch sind die Bilder aus einer astronomisch hohen Partie im Aria, in der der Unternehmer Al Decarolis einen riesigen Pott gegen Promiluder Rick Salomon verliert.

Lange Zeit hat der neue Pokersender Poker Central wesentliches Material des atemberaubenden Super High Roller Cash Game zurückgehalten, das letztes Jahr während der WSOP im Aria ausgetragen wurde.

Aber es gibt doch immer wieder neue Ausschnitte.

Ausgangslage und Spiel bis zum River

Wir verfolgen eine Hand aus dem Super High Roller Cash Game, das vergangenes Jahr im Aria aufgezeichnet wurde und nun sukzessive von Central Poker ausgestrahlt wird.

In diesem Fall handelt es sich um die „Amateurrunde“ mit den Schwerreichen Bill Klein, John Morgan, Bill Perkins, Al Decarolis, Bobby Baldwin, Brandon Steven und Rick Salomon, in die sich der Pokerprofi Jean-Robert Bellande „verirrt“ hat.

Gespielt wird mit Blinds von $300/$600, aber in dieser Hand haben Baldwin und Bellande jeweils einen Straddle gesetzt. Die Einstiegshöhe ist damit $2.400.

Nach Folds von Morgan und Klein bekommt Al Decarolis (Stack: $409.000)

   

und raist damit auf $8.500. Hinter ihm sitzt der bekannt loose Rick Salomon (größerer Stack als Decarolis) auf dem Button und reraist auf $25.000.

Alle anderen Spieler folden, aber Decarolis callt. Im Pott sind $54.500.

Der Flop bringt

     

Decarolis checkt, Salomon setzt $25.000 und Decarolis checkraist auf $75.000. Salomon callt. Im Pott sind $204.500, die effektiven Stacks betragen gut $300.000.

Der Turn bringt die

 

Decarolis checkt und Salomon setzt $100.000. Decarolis callt, im Pott sind $404.500, die effektiven Stacks betragen gut $200.000.

Der River bringt die

 

Decarolis checkt und Salomon setzt ihn mit $209.000 All-In. Decarolis überlegt, callt aber recht schnell.

Salomon zeigt

   

und gewinnt mit Trips Achten den Pott mit $822.700.

Hier die Hand in bewegten Bildern:

Analyse und Bewertung

Ein wirklich bitterer Ausgang für Al Decarolis, der mit Top Pair, Top Kicker in eine noch stärkere Hand rannte und dabei über $400.000 bzw. 680 Big Blinds verlor.

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Al Decarolis in: "Wie man AK nicht spielt."

Wie konnte das passieren? Schauen wir uns die Hand noch einmal an.

Vor dem Flop macht Decarolis zunächst alles richtig. Er bringt mit AK einen Raise und versucht den Pott plus guter Position im Cut-Off mit dieser Hand aufzubauen.

Als direkt hinter ihm Salomon reraist und alle anderen Spieler folden, tritt die erste interessante Situation auf.

Wie soll Decarolis seine Hand weiterspielen, denn ein Fold kommt natürlich nicht infrage? Rick Salomon ist als äußerst looser Spieler bekannt, daher ist Decarolis‘ Entscheidung, nur zu callen, nicht zu tadeln.

Obwohl er keine Position hat, sollte es profitabel sein, gegen das äußerst loose und daher sehr breite Spektrum seines Gegners mit dieser starken Hand anzutreten.

Natürlich kann es bei dieser Spielweise passieren, dass Decarolis sich im weiteren Verlauf von schlechteren Händen aus dem Pott bluffen lässt oder aber in ein verstecktes Monster rennt.

Das aber sollte er einkalkulieren, falls er sich nicht zu einem weiteren Reraise entscheidet, der die Hand in den meisten Fällen beenden und ihm die $25.000 von Salomon und die Blinds einbringen würde.

Der Fehler auf dem Flop

Der Flop mit A88 in drei Farben ist so trocken, wie ein Flop nur sein kann, und es handelt sich aus Decarolis‘ Sicht um eine lehrbuchartige Way ahead-Way behind-Situation, das bedeutet, er liegt entweder meilenweit vorn oder meilenweit hinten.

Nachdem er seine Hand vor dem Flop gut verschleiert hat, setzt er zunächst mit einem Check korrekt fort.

AK ist auf diesem Board die perfekte Hand, um Bluffs zu melken, aber äußerst ungeeignet, um schlechteren Händen viel Geld abzunehmen.

Genau das versucht Decarolis aber mit seinem Check-Raise auf $75.000, mit dem er gleich gegen mehrere Prinzipien verstößt. Welche schlechtere Hand soll ihn jetzt gut ausbezahlen, und warum vertreibt er alle Bluffs?

Der Sinn des trickreichen Calls vor dem Flop, mit dem er eine schlechtere Hand als seine tatsächliche repräsentierte, ist damit konterkariert.

Fast noch schlimmer ist, dass Decarolis mit einer Hand einen riesigen Pott aufbaut, für den diese gar nicht gut genug ist.

Wie wir sehen werden, wird ihm das zum Verhängnis.

Kein Entrinnen auf Turn und River

Nach dem Fehler auf dem Flop wird es für Decarolis extrem schwer, die Hand noch halbwegs preisgünstig zu entsorgen.

Zwar schwenkt er nach Salomons Call auf dem Flop korrekt auf Check-Call um, doch ist der Pott jetzt schon so groß, dass Salomon ihn mit zwei gut bemessenen Bets, die ihm jeweils Pot Odds von 3 zu 1 geben, All-In setzen kann.

Auf diese Bets ist es schwer zu folden, wenngleich er nach wie vor nur Bluffs (aber welche sind möglich, angesichts des Calls von Salomon auf dem Flop???) und mies gespielte schlechtere Asse schlägt.

Angesichts der enorm hohen Summen und des Verlaufs der Hand wäre aber ein Fold auf Turn oder River durchaus vertretbar gewesen.

Und was wäre nach einem Call auf dem Flop passiert?

Schauen wir uns zur Illustration an, was passiert wäre, wenn Decarolis auf dem Flop nur gecallt hätte.

Dann wären $104.500 im Pott gewesen, und wenn Salomon wieder halben Pott auf dem Turn gespielt hätte, wären nach einem erneuten Call  von Decarolis knapp $210.000 in der Mitte gewesen.

Salomon decarolis aria poker high stakes cash game
Wenn der Maniac das Board mal trifft...

Vermutlich hätte Decarolis dann auf dem River ebenfalls gecallt, da das gegnerische Spektrum hier nicht wie beim Check-Raise seiner Bluffs beraubt gewesen wäre.

Hätte Salomon dann noch einmal halben Pott gesetzt, hätte Decarolis noch einmal rund $100.000 und damit insgesamt etwa seinen halben Stack bzw. gut $200.000 verloren und wäre deutlich besser gefahren.

Nicht nur den Verlust hätte er aber so minimiert, sondern sich gleichzeitig die Chance erhalten, Salomon gesammelten Bluffs weiteres Geld abzunehmen.

Fazit

Wieder einmal zeigt sich, dass die alte Regel, „Man soll nur raisen, wenn man von schlechteren Händen ausbezahlt werden kann bzw. bessere zum Folden bekommen kann“, ein ganz wichtiges Strategem beim Poker ist.

Al Decarolis tritt diese Faustregel mit Füßen und muss dafür teuer bezahlen.

Rick Salomon dagegen erlebt die Vorteile des loose-aggressiven Stils in vollem Umfang. Er trifft ein verstecktes Monster und bekommt dank gegnerischer Mithilfe die volle Auszahlung!

 

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