Ist die Zeit von Prop Bets und Sponsoring bei der WSOP vorbei?
- Fakten geprüft von: PokerZeit
- Zuletzt aktualisiert am: 7.5.2026 · 6 Minuten Lesezeit
Erinnert ihr euch an den WSOP 2025 Millionaire Maker, bei dem die letzten beiden Spieler offenbar kolludierten, damit einer von ihnen zusätzlich eine Million Dollar von ClubWPT Gold kassieren konnte? Die WSOP-Verantwortlichen haben diesen Vorfall jedenfalls nicht vergessen — und die Regeln für 2026 entsprechend angepasst, um eine Wiederholung zu verhindern.
Wir haben uns die kürzlich veröffentlichten 2026 WSOP Rules genauer angesehen — nachdem Kevin Mathers auf X (Twitter) seine drei wichtigsten Änderungen hervorgehoben hatte — und schnell wurde klar, wie deutlich sich das neue Regelwerk von 2025 unterscheidet.
Kleinere Änderungen der WSOP-Regeln 2026
Zunächst wurde MoonPay offiziell als Zahlungsmethode für Online-Registrierungen eingeführt.
Außerdem wurde Rule 35, die sich mit früher Registrierung und Seating beschäftigt, deutlich erweitert.
2025 bestand die Regel noch aus lediglich zwei Sätzen, 2026 wurde daraus ein wesentlich umfangreicherer Abschnitt:
„Die zufällige Sitzplatzvergabe eines Events basiert auf der erwarteten Teilnehmerzahl. Das WSOP-Turniermanagement behält sich das Recht vor, zusätzliche Tische über die ursprünglich geplante Kapazität hinaus zu eröffnen. Sollten wegen unerwartet hoher Anmeldungen weitere Tische hinzugefügt werden, werden diese beim Zusammenlegen der Tische zuerst aufgelöst.
Teilnehmer, die sich vor Turnierbeginn registrieren, haben ihren Stack sofort im Spiel und verlieren bereits Blinds. Sobald ein Stack aktiv ist, besteht kein Anspruch auf Rückerstattung — außer die WSOP-Turnierleitung wurde informiert oder erkennt außergewöhnliche Umstände an, die im Einzelfall geprüft werden.“
Die dritte Änderung betrifft Rule 54, Unterpunkt „b“, Punkt 3: Die Anzahl der Vertreter derselben Organisation am Start eines TV-Tisches wurde von drei auf zwei reduziert.
Abschließend erhielt Rule 80 zum Thema „Calling the Clock“ eine kleine Ergänzung bezüglich Stalling:
„Teilnehmer, die unnötig die Uhr verlangen oder absichtlich verzögern, einschließlich des bewussten Aufbrauchens ihrer Time Banks, um in der Auszahlung nach oben zu rutschen, können mit einer reduzierten Bedenkzeit oder Strafen gemäß Rules 40, 113 und 114 belegt werden.“
Die umstrittensten Änderungen der WSOP-Regeln 2026
Besonders viel Aufmerksamkeit bekommt die Anpassung von Rule 40, Unterpunkt „e“, die sich mit der Integrität des Turniers beschäftigt und offensichtlich direkt auf den Millionaire-Maker-Vorfall abzielt.
Die Organisatoren ergänzten die Formulierung aus 2025 um eine Klarstellung, die in der Poker-Community für reichlich Kritik sorgte:
„Host Properties werden jedes Verhalten bestrafen, das nach ihrem alleinigen und absoluten Ermessen gegen die offiziellen WSOP Tournament Rules oder die Interessen des WSOP-Turniers verstößt.
Dazu gehört unter anderem, wenn ein Teilnehmer Zahlungen oder Preise von Dritten erhält (zum Beispiel im Rahmen einer Promotion, eines Produkts oder einer Dienstleistung), die vom Ergebnis eines WSOP-Events abhängen. In diesem Fall verliert der Spieler sämtliche WSOP-Preisgelder. Wurde das Preisgeld bereits ausgezahlt, haben die Host Properties das Recht, die vollständige Summe inklusive Zinsen zurückzufordern. “
Und falls diese Erweiterung bereits drastisch wirkt, dürfte die nächste Änderung für noch mehr Diskussionen sorgen: Rule 52 wurde praktisch komplett neu geschrieben, um die freie Präsentation von Werbematerial an TV-Tischen einzuschränken.
2025 war die Regel noch relativ kurz gehalten:
„Vor der Teilnahme am Turnier muss jeder Spieler ein Participant Release Form unterschreiben. Wird dies nicht getan, kann dies nach Ermessen der Host Properties jederzeit zur sofortigen Disqualifikation führen. Im Falle einer Disqualifikation verliert der Teilnehmer sämtliche Buy-ins und hat keinen Anspruch auf Preisgelder oder andere Gewinne.“
2026 wurde daraus jedoch ein deutlich umfangreicherer Abschnitt, der sogar regelt, wie Spieler Sponsoren präsentieren dürfen:
„Vor der Teilnahme am Turnier muss jeder Teilnehmer (a) ein Participant Release Form unterzeichnen und (b) falls er Logos, Patches oder sonstige Werbebotschaften an einem ‚Feature Table‘ tragen möchte, der Inhalte für digitale oder lineare Übertragungen produziert, mindestens 24 Stunden vor der geplanten Darstellung eine schriftliche Anfrage an [email protected] senden. Diese Anfrage muss vom Veranstalter genehmigt werden und Informationen zu Sponsor, Logos, Werbebotschaften sowie deren Platzierung enthalten.
Teilnehmer ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung dürfen entsprechende Logos nicht zeigen. Nach Beginn eines Turniertages werden keine neuen Genehmigungen mehr erteilt. Jegliche Zustimmung liegt vollständig im Ermessen der Host Properties oder ihrer Vertreter. Wer keine Genehmigung einholt, kann jederzeit disqualifiziert werden. In diesem Fall verfallen sämtliche Buy-ins sowie alle Preisgelder. Unter keinen Umständen werden Logos erlaubt, die den Interessen der Host Properties, der World Series of Poker, ABC (inklusive Tochtergesellschaften und Partnern) oder allgemein seriöser Werbung und geschäftlicher Reputation schaden könnten.“
Wie zu erwarten war, sorgen die neuen Fassungen dieser Regeln bereits für erheblichen Unmut innerhalb der Community.
Greift die WSOP jetzt auch in private Spieler-Deals ein?
Durch die Ergänzung in Rule 40 fragen sich viele Spieler inzwischen, wie weit die WSOP diese Regel künftig auslegen wird.
Klar ist: Aktionen wie der sogenannte Champion Bonus dürften damit Geschichte sein — also Promotions, bei denen sich ein Spieler über eine Online-Pokerseite für die WSOP qualifiziert und im Falle eines Sieges zusätzliche Preisgelder von der Plattform erhält, wie es ClubWPT Gold beim Millionaire Maker angeboten hatte.
Viele Spieler haben damit grundsätzlich kein großes Problem, schließlich können solche Aktionen Kollusion oder andere Formen von Betrug begünstigen.
Deutlich kritischer sieht die Community jedoch traditionelle Deals zwischen Spielern, darunter:
♦ Crossbooking
♦ Action Swaps
♦ Prop Bets
♦ Fantasy Leagues
♦ Last Longers
All diese Vereinbarungen basieren darauf, dass Dritte Spielern abhängig vom Turnierergebnis Geld zahlen. Ob solche Deals künftig gegen die Regeln verstoßen oder nicht, liegt vollständig im Ermessen der WSOP.
Viele fühlen sich dadurch an den Versuch von GGPoker erinnert, Backing-Deals ausschließlich über das interne System der Plattform registrieren zu lassen — also faktisch Kontrolle über diese Vereinbarungen zu übernehmen. Schon damals stieß das auf Ablehnung, und auch jetzt kommt die Idee bei vielen Spielern nicht gut an, weil sie das Gefühl vermittelt, dass die Plattform zu tief in private finanzielle Absprachen eingreifen möchte.
Ähnlich kontrovers wird auch die Änderung von Rule 52 diskutiert. Dass Spieler wegen nicht genehmigter Patches am TV-Tisch disqualifiziert werden könnten, sorgt für Unverständnis — auch wenn nachvollziehbar ist, dass die WSOP vermeiden möchte, dass während TV-Übertragungen problematische Werbung gezeigt wird.
Das größte Problem: Außer an Final- oder TV-Tischen wissen Spieler in der Regel nie im Voraus, ob sie überhaupt an einem Feature Table landen werden. Genau darauf spielte auch Maria Konnikova auf X an:
„Heißt das laut Rule 52, wenn unser Tisch zufällig an Tag 1 des Main Events gestreamt wird, hätten wir das vorher erraten und 24 Stunden im Voraus eine Genehmigung beantragen müssen, um unsere Patches tragen zu dürfen?“
Um kein Risiko einer Disqualifikation einzugehen, müssten entweder die Sponsoren selbst oder sämtliche von ihnen unterstützten Spieler — von Satellite-Qualifikanten bis hin zu Ambassadors — vorsorglich Genehmigungen beantragen.
Gerade wenn man bedenkt, dass allein GGPoker jedes Jahr weit über tausend Spieler per Satellites zur WSOP schickt, wirkt der gesamte Genehmigungsprozess wie ein bürokratischer Albtraum.
Hinzu kommt eine weitere offene Frage: Nach welchen Kriterien will die WSOP überhaupt entscheiden, ob ein sichtbares Logo tatsächlich bezahlte Werbung ist — oder einfach nur Kleidung mit einem Markenlogo, das dem Spieler gefällt?
Und schließlich bleibt noch die Frage offen, wie mit Situationen umgegangen wird, in denen jemand wie Martin Kabrhel während eines Streams über eine Marke spricht. Benötigt er dafür ebenfalls eine Genehmigung? Und was passiert, wenn es sich um seine eigene Marke handelt und nicht um einen Sponsor?
Wo genau künftig die Grenze zwischen erlaubter Präsenz und unerlaubter Werbung verläuft, entscheidet letztlich allein die WSOP selbst — und genau das gefällt vielen Spielern überhaupt nicht.
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