WSOP Main Event Tag 6 - Skenders „Wahnsinn"

michael skender

Der in Schorndorf geborene Michael Skender startete als Zweiter in Chips in Tag 6 des WSOP Main Events 2010. Er ist der letzte Deutsche im Turnier.

„Ich muss irgendwie diesen Tag überstehen." Skender ist die Anstrengung anzumerken. Über 40 Stunden reine Spielzeit haben die Teilnehmer des Turniers in den letzten Tagen bereits hinter sich gebracht. Die Anspannung ist ihm anzumerken.

Michael Skender spielte über zehn Jahre auf professionellem Niveau Basketball, bis April 2009 bei den Teckpro Braves Kaiserslautern. Eine Verletzung und mehrere Operationen - ein weitere steht ihm noch bevor - sorgten letztlich dafür, dass er seine Karriere als Leistungssportler aufgeben musste.

wsop2010
Das Ziel - der Finaltisch.

Jetzt nur ein gutes Jahr später, ist aus ihm ein Supernova Elite Spieler auf PokerStars geworden. Auf die Frage, wie viel man dafür spielen muss, antwortet er: „Viel zu viele. Man muss 24 Tische NL100 spielen, es ist der blanke Wahnsinn."

Den „Wahnsinn" tat sich Skender schon im letzten Jahr an, um ausreichend Punkte für den Supernova Elite Status zu sammeln. Mit diesem Status eröffnete sich für ihn die Möglichkeit, umsonst zu seiner Premiere in Las Vegas zu fahren. Das Turnier war dann aber eine Katastrophe, und Skender schon nach zwei Levels draußen. In diesem Jahr ist er das Main Event anders angegangen, und wie es scheint, wird daraus ein Riesenerfolg. Michael Skender könnte der erste November Niner aus Deutschland werden.

Er wäre erst der zweite Spieler aus Deutschland, der den Finaltisch des weltweit wichtigsten Pokerturniers erreicht. Als erstem gelang dies Henry Nowakowski im Jahr 2001, also noch vor der Post-Moneymaker-Ära.

In einer Pause hatten wir kurz Gelegenheit, mit dem sympathischen Deutsch-Kroaten zu sprechen.

Dragan Galic hat schon einige gute Tage in Pokerturnieren erlebt, aber der heutige gehört nicht dazu. Von 700.000 war sein Stack schon auf 420.000 geschrumpft, ehe er mit A-Ko sein Turnierleben aufs Spiel setzte. Scott Clements bezahlte mit Q-Q, und das Board zeigte Q-3-K-K-9. Galic schied mit Trips Königen aus und wurde am Ende 182.

Nur eine halbe Stunde später übrigens fand sich Michael Skender gegen Jesse Martin in derselben Situation wieder. Skender: A-Ko, Martin Q-Q. Pre-Flop hieß es all-in und call, aber im Gegensatz zu Galic traf Skender den König gleich auf dem Flop und gewann die Hand. That's poker, folks.

Good-bye, Johnny

johnny-chan
Endstation für den Orient Express.

Auch Publikumsliebling Johnny Chan musste an diesem Tag die Segel streichen. Er stürzte aus den Top Ten des Chipcounts in nur zwei Händen ins Bodenlose. Zunächst bekam er schon früh an diesem sechsten Tag Köinge auf die Hand, die allerdings von einem Paar Pocket Assen geschlagen wurden, und kurz vor der ersten Pause trafen Chans Pocket Buben auf dieselbe Hand.

„Willkommen in meiner Welt", sagte der Mann mit den zehn Bracelets, und wünschte den anderen Spielern am Tisch viel Glück. Unter dem herzlichen Applaus des Publikums rollte der Orient Express aus dem Saal, doch er wäre gerne noch geblieben.

High Stakes Poker

david benyamine
High Stakes Poker Pro David Benyamine.

Von den Spielern, die bereits in der erfolgreichsten Pokershow High Stakes Poker mitgewirkt haben, ist David Benyamine noch immer im Feld. Zwar kämpft er sich schon seit zwei Tagen durch die unteren Regionen der Tabelle, doch es ist ihm bisher immer wieder gelungen, den Kopf über Wasser zu halten. Momentan steht er mit 1.750.000 Chips auf Platz 49.

Kurios: Gualtar Salles aus Brasilien hatte an Tag 5 nur noch eine Ante (1k), brachte aber das Kunststück fertig, mit 939.000 Chips in Tag 6 zu gehen. Heute hatte er dann weniger Glück und schied auf einem beachtlichen 117. Platz aus. Mit Sebastian Panny ging heute auch der letzte Österreicher. Er landete auf Platz 130.

Top Ten des Chipcounts:

  1. Theo Jorgensen, Dänemark, 9.300.000
  2. Michael Mizrachi, USA, 7.535.000
  3. John Racener, USA, 7.200.000
  4. Jonathan Driscoll, Kanada, 6.570.000
  5. William Thorson, Schweden, 6.525.000
  6. Matthew Jarvis, Kanada, 6.125.000
  7. Edward Ochana, USA, 5.950.000
  8. Alexander Kostritsyn, Russland, 5.715.000
  9. Cuong Nguyen, USA, 5.650.000
  10. Joseph Cheong, USA, 5.555.000

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27. Michael Skender, Deutschland, 2.980.000

Ausgeschieden: Dragan Galic, Manig Löser, Johnny Chan, Phil Galfond, Jesper Hougaard, Sebastian Panny, Robert Mizrachi, Juha Helppi.

Verbliebene Spieler im Turnier: 78 von 7319 (1,06%).

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