Veldhuis tut mir leid. Er ist halt Holländer.

Alexander Veldhuis

Keine Frage, man kann gegen Holland verlieren. Man darf nur eben nicht. Schon gar nicht gegen einen Bluff. Lasse König, Autor der Kolumne Flush Hour auf Spiegel online, macht sich so seine Gedanken.

Hier noch einmal die Hand, die für zunehmend Aufregung sorgt:

WSOP 2009 Main Event, Tag 1A

Blinds: 100/200

Veldhuis (UTG) Raise auf 600 mit K J, Call von Münz (CO) mit 7 6.

Flop: T 7 6. Pot: 1500. Check von Veldhuis. Bet von Münz (1100), Checkraise von Veldhuis auf 5000, Call von Münz.

Turn: Q. Pot: 11500. Veldhuis setzt 6800, Call von Münz.

River: 4. Pot: 25100. Veldhuis setzt 7000, Münz überlegt und foldet.

Nach der Analyse von Pokerlistings nun ein Kommentar von Lasse König:

Vorneweg: Münz tut mir leid, aber sollte er das wirklich? Weil er doch selbst schuld ist? Veldhuis tut mir auf jeden Fall leid. Er ist halt Holländer.
Münz floppt 2Pair, ein wunderbarer Flop. Sein Potsize-Bet danach gefällt, der Reraise von Veldhuis erscheint wie eine "Ich-find-mal-raus-wie-stark-der-Deutsche-ist"-Aktion. Münz steht meiner Meinung nach hier nicht vor der Frage, ob er callen sollte - sondern folden oder Re-Reraisen. Aber folden? Die einzige gegnerische Hand die das rechtfertigen würde wären Pocket-Zehner. Also Re-Reraise. Einen Flush-Draw kann man Veldhuis nicht zugestehen - denn eigentlich würde dieser doch mit dem Reraise auf 5,1k die Odds von Münz auf ebendiesen Flushdraw kaputtmachen wollen.

Die Kreuzdame auf dem Turn... sollte Münz eigentlich nicht interessieren, wenn er sich vorher darauf festlegt, dass Veldhuis nicht auf einem Flushdraw sitzt. Aber sie ist halt eine Scarecard. Ich habe noch nie bei einem großen Turnier mitgespielt, kann aber trotzdem verstehen, dass es schwer sein muss, das Ausscheiden so früh vor Augen zu haben. Warum aber Münz dann auch noch die 6k von Veldhuis callt, ist ein Rätsel. Er kann ihn nicht auf einem Flushdraw haben, MUSS aber zumindest befürchten, dass der Wohnwagenfahrer wenigstens eine Kreuzkarte hat. Weitere Spekulationen erübrigen sich, weil die Hand unmittelbar nach dem Flop entschieden wurde. Unbesehen bleibt die Tatsache, dass Veldhuis mit zwei Overcards sicher auch einen Rereraise gecallt hätte. So sind sie eben.

Lasse König hat ein Jahr die Pokertheorie studiert, bevor er sich an die Tische wagte, um seine Pokerkarriere zu starten. Über seine Fortschritte schreibt er jede Woche in der Kolumne Flush Hour.

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Jürgen 2010-10-13 08:22:05

Wenn er mit bottom 2 reraist, wird er nur geshippt, wenn er beat ist. Abgesehen davon gehe ich davon aus, dass beide noch sehr deep sind. Das Board entwickelt sich einfach megaugly.