PCA: Paulo Rink auf dem Weg zum Final Table?

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Langsam schrumpft das Feld des PCA Main Events. Besonders gut sieht es mittlerweile für Max Lehmanski aus, der Zweiter im Chipcount ist. Die Story des Tages schrieb allerdings ein ehemaliger deutscher Fußball-Nationalspieler. Paulo Rink ist unter den verbliebenen 48 Spielern und könnte eine neue Chris Moneymaker-Geschichte schreiben.

Auf den Bahamas geht es für den Main Event langsam in die Zielgerade. Gestern wurde von 173 auf 48 Spieler heruntergespielt. Ganz vorn dabei ist der deutsche PokerStars Online-Qualifikant Max Lehmanski, der einen ausgezeichneten Tag erwischte und als Zweiter im Chipcount abschloss.

Ebenfalls noch mit dabei ist Chris Moneymaker, der den Tag als Fünfter beendete und nun gute Chancen hat seinem legendären WSOP-Main Event Gewinn 2003 acht Jahre später die nächste Sensation folgen zu lassen.

Noch viel sensationeller wäre allerdings die Final table-Teilnahme eines anderen Spielers: Paulo Rink absolvierte einst 13 A-Länderspiele für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft und ist nun auf dem besten Weg auch auf einem anderen Geläuf in die Geschichtsbücher einzugehen.

Als 28. Im Chipcount hat er beste Chancen auch den heutigen Tag 4 zu überstehen. Rink absolvierte für Bayer Leverkusen, den 1.FC Nürnberg und Energie Cottbus zwischen 1997 und 2003, 119 Bundesligaspiele und profitierte in dieser Zeit von einem beispiellosen Stürmerengpass in der deutschen Nationalmannschaft. Aus diesem Grund bekam er auf Betreiben von Berti Vogts und Erich Ribbeck die deutsche Staatsbürgerschaft quasi im Schnellverfahren „überreicht" und konnte deshalb zwischen 1998 und 2000 13 A-Länderspiele absolvieren. Ein Tor erzielte er dabei nicht.

Wir haben uns mit Paulo Rink während der PCA unterhalten:

Paulo, du bist unter den verbliebenen 48 Spielern des PCA Main Events, einem der härtest umkämpftesten Turniere des Jahres. Glück oder Zufall?

Ich bin kein Profi, aber durchaus versiert. Ich brauche vielleicht ein-, zweimal mehr Glück als ein Pro in einem solch großen Turnier. Aber der Rest ist Können. Ich habe bis jetzt die wenigsten Potts über Monster-Hands gewonnen. Meinen jetzigen Stack verdanke ich guten Bluffs.

Seit wann spielst du denn schon?

2008 hat mich PokerStars zu einem Turnier in Mar del Plata eingeladen. Seitdem habe ich mich wirklich akribisch mit dem Spiel auseinandergesetzt.

Dann hast du dich für die PCA also tatsächlich selbst qualifiziert?

Ja. Über ein 33 Dollar Online-Satellite. Und das war kein Zufall. Letztes Jahr hab ich mich schon für den WSOP Main Event qualifiziert und das über ein 11 Dollar Satellite. Das schaffen nicht Viele würde ich mal behaupten.

Du wirst in den Chipcount-Tabellen als Deutscher geführt, aber wo lebst du eigentlich zurzeit?

Im Süden von Brasilien, in Curitiba, wo ich auch geboren wurde. Ich bin dort Sportdirektor beim Erstligisten Atletico Paranaense. Aber ich bin auch häufiger in meiner zweiten Heimat, Deutschland. Das nächste Mal am 20. Januar in Leipzig zu einem Hallen-Turnier mit Schnix Schneider, Paulo Sergio und Ulf Kirsten. Von Curitiba nach Deutschland ist es ja eigentlich auch nur ein Katzensprung. Gerade mal 10 Stunden Flug (lacht).

Noch irgendwelche Fähigkeiten vom Fußball übriggeblieben, die sich nun beim Poker anwenden lassen?

Klar. Ich bin es gewohnt für Erfolg zu trainieren. Ich hasse es etwas zu tun ohne gewinnen zu wollen. Und ich kann emotionalen Druck aushalten. Das ist am Pokertisch schon Einiges.

In Brasilien soll es ja gerade einen richtigen Poker-Hype geben.

Das stimmt. Turniere mit über 1.000 Spielern sind keine Seltenheit mehr. Brasilien erlebt gerade einen wirtschaftlichen Boom. Es gibt also eine Menge Aufsteiger, die mit ihren „Investitionen" die Spiele befeuern. Und die Brasilianer sind ein Volk, das den Wettkampf liebt. Sollten wir im Poker nur halbwegs so talentiert sein wie im Fußball, dann kann sich die Welt warm anziehen.

Das Interview führte Arthur Crowson.

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