Geschacher um Ongame

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Falls Sie sich gefragt haben, wo der name herkommt...

Kein Online-Gaming Network ist in den vergangenen Monaten so häufig im Gerede gewesen wie Ongame. Sechs Interessenten soll es mittlerweile für die Software geben. Der kolportierte Kaufpreis soll nicht mal mehr 10% von dem betragen, was Bwin einst für das Netzwerk hingeblättert hatte.

Es war einer der gigantischsten Deals auf dem Höhepunkt des Booms. In Erwartung des Zugangs zu unversiegbaren Einnahmequellen hatte sich der österreichische Sportwetten-Anbieter Bwin 2006 den Erwerb des schwedischen Gaming-Netzwerks Ongame fast eine halbe Milliarde Euro kosten lassen.

Zwar tummelten sich bei Ongame ganze 27 Pokerräume - darunter Winamax, RedKings, Europoker, Betsson, Bet24 und Betsafe –, aber auch hier schlug der „Black Friday“ eine tiefe Schneise in die Traffic-Bilanzen.

Für Bwin und PartyPoker kam die Rettung aus Wirtschaftskrise, allgemeinem Abflauen des Poker Booms und Black Friday in Form einer Fusion. Doch weil bwin/party seine Spieler in Zukunft im Clienten von PartyPoker zusammenfassen wird, ist der Besitz von Ongame nun unwichtig für das österreichisch-britische Unternehmen geworden.

Der logische Schritt: Verkauf. Und schon dessen Ankündigung im Januar hob den Wert der Bwin-Aktie um einen Prozentpunkt. Der Verkauf des Bwin Ongame-Poker Netzwerkes und des Bezahlsystems CQR könnten der Firma 110 Millionen Euro (davon 75 Millionen für die Ongame Pokersparte) bringen. Das würde, so der Firmen-Insider Michael Campell damals, den Umsatz von Bwin von 250 Millionen Euro im vergangenen Jahr um 43% auf 360 Millionen Euro in 2012 steigern.

Der erste Bewerber um das Ongame-Network war das Unternehmen Shuffle Master. Doch der amerikanische Software-Entwickler wollte lediglich 25 Millionen Euro zahlen - und nahm dann Ende Juni sein Angebot überraschend zurück.

Im Kampf um eine der begehrten Online-Lizenzen des Staates Nevada sei es, so Stimmen von Shuffle Master, nicht unbedingt förderlich, wenn man mit einem Poker-Network in Verbindung gebracht würde, dessen Aktivitäten in den USA teilweise als illegal eingestuft würden.

In den vergangenen Wochen scheint in den Verkauf von Ongame trotzdem ordentlich Bewegung zu geraten. Sechs Bewerber gäbe es mittlerweile, so die Firmenleitung. Dabei sickerte in den vergangenen Tagen teilweise durch, um wen es sich bei den Interessenten handelt.

Da ist zunächst die Group Bernard Tapie. Die französische Firmengruppe um Bernard Tapie, den einstigen Besitzer von Olympique Marseille, hatte sich erst für einen Kauf von FullTilt stark gemacht, sich dabei aber offenbar überhoben.

Nun ist das neueste Projekt die International Stadium Poker Tour (ISPT), mit einem Mega-Event im Londoner Wembley-Stadion. Doch um die angestrebten 20.000 Pokerspieler in das Stadion zu bekommen, benötig Tapie eine Möglichkeit, Satellites anzubieten.

Die Skins des Ongame-Networks wären dafür die richtige Plattform. Und auch der Kaufpreis – nunmehr nur noch 20 Millionen Euro – wäre im Vergleich zu einem möglichen FullTilt-Deal geradezu verschwindend gering.

Doch es gibt auch Mitbewerber. Und zwar richtig starke. Als zweiter Name im Bewerberpool wurde erst kürzlich Zynga ins Spiel gebracht.

Die wollen nach einem gewaltigen Aktieneinbruch nun ihre gigantische Play-Money-Pokerspieler-Community versilbern. Dafür ist schon bald der Weg in die Welt des Echtgeldspiels vorgesehen. Und dafür braucht man eine Software. Ongame scheint da der perfekte Deal für Zynga.

Mit Partner Facebook besitzt Zynga das perfekte Marketing-Tool, um eine große Zahl von Freizeit- und Spaßspielern zum Real Money Poker zu bewegen. Schon jetzt kaufen zahllose Spieler zusätzliche Chips für echtes Geld. Und sollte Zynga nur einen Bruchteil seiner täglich 125.000 Play Money-Spieler zur Anlegung eines Poker-Accounts bewegen können, könnte Ongame schnell zu einem ernsthaften Konkurrenten heranwachsen.

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