Natalie Hof - Nicht schlecht für ein Mädchen aus Ostfriesland

Natalie Hof

Die gebürtige Ostfriesin Natalie Hof hat Katja Thater und Sandra Naujoks als Poker-Repräsentantin beerbt. In Barcelona erzählte sie uns in einer Pause von ihrem Leben mit Pius Heinz, ihrer Schwäche für „Normalos“, warum Geld für sie keine Rolle spielt und der Eintritt in die Pokerwelt ursprünglich als Feldforschung angelegt war.

PZ: Natalie, wolltest du nicht schon lange in Köln sein und dein Studium der Erziehungswissenschaften fortgesetzt haben?

NH: Stimmt. Aber manchmal macht einem die Liebe einen dicken Strich durch die Rechnung. Seit vergangenem Frühjahr bin ich mit Pius Heinz zusammen, und dem bin ich nun erstmal nach Wien gefolgt.

Anfang nächsten Jahres wollen wir dann zusammen nach Köln ziehen, wo ich meinen Master machen werde.

Ich konnte mir ein weiteres halbes Jahr Auszeit leisten und außerdem noch ein bisschen Stoff nachholen.

Immerhin ist es nun schon vier Jahre her, dass ich das Studium unterbrochen habe.

PZ: Und nun könnt ihr euch noch ein schönes Jahr als Poker-Promi-Pärchen in Wien machen?

NH: Da machst du dir ein falsches Bild. Pius spielt noch einmal im Monat ein bisschen Cash Game Seven Card Stud Hi/Lo und ist nur in Barcelona, weil er mich nicht alleine reisen lassen will.

Und ich lese eher etwas über Pädagogik, als über Poker.

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Pius Heinz - keine Interviews.

PZ: Fast nicht zu glauben. Immerhin habt ihr euch über Poker kennen gelernt.

NH: Ja, ich war Moderatorin bei PokerToday, und er weigerte sich beim Main Event 2011, mir ein Interview zu geben.

Danach haben wir uns nicht mehr viel über Poker, dafür aber über alles andere unterhalten.

PZ: Auch über seine Millionen?

NH: Gar nicht. Ich weiß auch gar nichts Genaues über Pius‘ finanzielle Verhältnisse. Mich hat Geld nie sonderlich interessiert.

Ich gebe auch wenig aus. Man braucht es für einen gewissen Komfort. Aber das ist auch schon alles.

PZ: Ihr redet also über Gott und die Welt, wobei wir bei einem anderen Thema wären. Teil deines Studiums ist Theologie. Bist du sehr gläubig und wenn ja, was sagt die christliche Religion zum Thema „Glücksspiel“?

NH: Ich bin erstens nicht religiös groß geworden und zweitens hab ich das Fach gewählt, weil ich mich in den interkulturellen Erziehungswissenschaften auch mit den verschiedenen Religionen auskennen muss.

Was die Haltung der Religionen zum Gambling, oder zu Poker ist? Ein großes Thema ist es glaub ich nicht. Und ich fühle mich auch nicht schuldig (lacht).

PZ: Der wievielte Main Event ist Barcelona?

NH: Ich würde sagen der achte.

PZ: Bist du hier am richtigen Platz?

NH: Das ist die falsche Frage. Ich nehme es nicht ganz so ernst. Und ich weiß, dass ich eigentlich nicht gut genug bin, um ganz nach vorn zu kommen.

Aber es ist eben immer alles möglich. Und ein Min.-Cash ist bei meiner Qualität sowieso immer drin.

PZ: Unterscheidest du dich mit dieser Lässigkeit von deinen Vorgängerinnen Katja Thater und Sandra Naujoks?

NH: Ich glaube da gibt es sowieso große Unterschiede. Katja Thater war die Pokerlady und war vor dem PokerStars-Vertrag ebenso Spielerin, wie Sandra Naujoks.

Ich kam eher über meine Medienpräsenz, denn über meine spielerische Stärke zu meiner Rolle.

PZ: Du bist über die Casting-Show „PokerStars sucht das PokerAss“ ins Rampenlicht getreten. Wie kommt man als Studentin dazu sich in einem solchen Format zu bewerben?

Natalie Hof
Bloß nicht alles zu ernst nehmen - Natalie Hof.

NH: Es war die Kombination. Zum Einen war ich mit Poker seit 2006 vertraut.

Und im Rahmen der Medien-Pädagogik habe ich mich viel mit Formaten, wie DSDS beschäftigt und wollte einfach mal in einer Casting Show mitmachen, um dann später dazu vielleicht mal Aufklärungsarbeit leisten zu können.

PZ: Das hört sich ein bisschen sehr fromm an. Gar kein Interesse am Thrill gehabt?

NH: Doch, doch, natürlich. Was das Spielen betrifft, fühle ich mich ja manchmal wie ein Junge, der im falschen Körper geboren wurde.

Ich bin Skateboard gefahren, hab erst Billard und dann auch Poker um Geld gespielt. Im kleinen Rahmen zwar, aber meine Freundinnen haben sich früher oft gefreut, wenn ich sie nach einem erfolgreichen Casino-Abend auf die Getränke einladen konnte.

PZ: Wo stehst du bezüglich deiner Pokerfähigkeiten jetzt?

NH: Wo ich vor einem Jahr gestanden habe. Früher war ich bezüglich meiner Weiterbildung sehr ehrgeizig, jetzt ist mir die Liebe wichtiger.

PZ: Was hat dich an Poker früher interessiert?

NH: Die psychologischen Aspekte. Die Manipulation, das „in die Köpfe hineindenken“, das Kontrollieren der Gefühle.

Das hat mich immer mehr interessiert, als die Mathematik, in der ich eigentlich immer schlecht war.

Natalie Hof
Ohne PokerStars nie weiter als bis nach Gran Canaria?

PZ: Und welche Spieler haben dich interessiert?

NH: Die Ruhigen. Ich mag Normalos. Daniel Negreanu zum Beispiel ist nett und unterhaltsam, aber mir persönlich redet er zuviel.

PZ: Und was hat dir die Begegnung mit Poker letztlich gebracht?

NH: Ohne die ganze PokerStars-Geschichte hätte ich die Welt nie gesehen. Dann wäre ich eine normale Studentin geblieben, die im Sommer vielleicht mal bis Gran Canaria gekommen wäre.

Da ging die  Tür zu einer hochinteressanten Welt für mich auf und ich bin durchgegangen. Nicht schlecht für ein Mädchen aus Ostfriesland, was am Strand aufgewachsen ist.

Davon kann ich später mal meinen Kindern erzählen.

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