Poker - ein Glücksspiel?
Poker wird grundsätzlich immer mit Glücksspiel und Glücksrittern assoziiert, und häufig findet es auch im Rahmen von Glücksspiel statt. Deshalb sollten wir uns einmal genauer ansehen, was „Glücksspiel" eigentlich bedeutet.
„Was man sich unbedingt bewusst machen muss ist, dass die Leute länger dabei bleiben, wenn sie verlieren, als wenn sie gewinnen. Das ist ein entscheidender Umstand. Ich meine, wenn sie verlieren, sind sie bereit, alles zu verlieren. Wenn sie gewinnen, sind sie meistens zufrieden, wenn sie genug gewinnen, um das Abendessen zu bezahlen und vielleicht noch in eine Show zu gehen. Gute Spieler wissen das."
- Pug Pearson
Was ist Glücksspiel?
Glücksspiel wird heute wie folgt definiert:
Spiele, bei denen Gewinn und Verlust ausschließlich oder vorwiegend vom Zufall abhängen (wikitionary.org).
Was in dieser Definition fehlt - wie übrigens auch in den meisten anderen Definitionen des Begriffs - ist, dass man im Glücksspiel nur Risiken eingeht, die bei korrekter Spielweise zu Gewinn führen.
Da wir nun wissen, was Glücksspiel ist, können wir uns der ursprünglichen Frage zuwenden.
Ist Poker Glücksspiel?
Die Antwort lautet: ja und nein. Ein Durchschnittsbürger, der eines Abends Poker spielen geht, ist ein Glücksspieler. Auch wenn er von da an sein Leben lang jeden Abend Pokern geht, bleibt er ein Glücksspieler, wenn er Poker nicht richtig spielt.
Wer nur ein paar Minuten lang oder schlecht pokert, gibt sich tatsächlich dem Glücksspiel hin.
Glücksspiele werden auch Hazardspiele genannt, nach dem französischen Begriff hazard, was soviel bedeutet wie Zufall, Risiko oder Wagnis.
Gemäß dieser Wortbedeutung ist Poker natürlich leicht als Glücksspiel zu bezeichnen. Wenn man Poker jedoch richtig beherrscht, kann man den Glücksfaktor auf lange Sicht eliminieren.
Ich möchte dieses Konzept an einem Beispiel illustrieren.
Stellen Sie sich vor, ich biete Ihnen folgende Wette an:
- Wir werfen 1000 Mal eine Münze.
- Jedes Mal, wenn Kopf oben liegt, geben Sie mir $1.
- Jedes Mal, wenn Zahl oben liegt, gebe ich Ihnen $3.
Für Poker gilt genau das Gleiche. Wenn wir die Münze nur einmal werfen, ist das Ergebnis Glückssache. Sie haben eine 50:50-Chance zu gewinnen. Wenn wir die Münze jedoch 1000 Mal werfen, ist ein einzelner Münzwurf irrelevant.
Sie können davon ausgehen, dass Sie ungefähr 50 % der Würfe gewinnen werden. Selbst wenn Sie nur 300 Würfe gewinnen, machen Sie immer noch $ 200,- Profit.
Wenn Sie Poker richtig spielen, riskieren Sie Ihr Geld nur, wenn die Gewinnchancen günstig stehen. Wenn Sie in einer bestimmten Situation immer wieder dieselbe, korrekte Spielweise wählen, werden Sie auf Dauer garantiert Gewinn machen.
Eine Garantie birgt kein Risiko, also handelt es sich auch nicht um Glücksspiel.
Wenn Sie die Regeln brechen und schlechtes Poker spielen, betreten Sie die Welt des Glücksspiels.
Kommentare
5Don Key
2011-11-18@blubb
Wieso ist der Vorteil dahin. Können die besseren Spieler sich nicht weiter verbessern? Nach deiner Theorie wären ja irgendwann alle gleich gut. Das ist natürlich Unsinn.
Fakt ist doch, alle haben gleich viel Glück auf lange Sicht, deshalb kann man den Glücksfaktor eigentlich vergessen.
blubb
2011-11-16natürlich bleibts ein Glücksspiel, auch wenn einige die Regeln besser beherrschen als andere. letztlich ist es von den Karten abhängig u. auch schwächere Spieler können in der Strategie dazulernen. wo bleibt dann der Vorteil des einst stärkeren Spielers? den gibts nicht mehr
gnus handsom
2011-09-28Was ich hier lesen muß ist absoluter Quatsch.
Poker ist kein Glückspiel, sonder kann vielmehr als Spekulation oder Spiel der unvollständigen Informationen angesehen werden. Es ist ein hoch komplexes Spiel welches, sehr einfach zu verstehen ist, aber es zu Beherrschen sehr, sehr lange dauert....
Ich spiele seit 5 Jahren und verdiene mitlerweile meinen Lebensunterhalt damit. Ein Börsenspekulant lebt von seinen Informationen, und seinem Können/Talent Situationen richtig einzuschätzen. Ein Guter Pokerspieler beherrscht diese Eigenschaften ebenso. Alleine die Tatsache das hier nicht Spieler gegen Bank, sonder Spieler gegen Spieler antritt disqualifiziert es als Glückspiel.
Tris
2011-05-11Hi Phil Ivey *lol* Du sagtest:
[...] Die Leute die mit Poker Geld ihr Geld verdienen machen viel davon ohne ihre karten zu zeigen (s.g. non showdown winning) bzw. leute die andere leute gut lesen können aus gewissen gründen und tatsächlich wissen dass sie fequity haben [...]
Wenn du dir meinen Blog anschaust und dir den 2. Grpahen meines Beitrages vom 17. April 2011 anschaust, wirst du sehen dass deine Aussage so nicht stimmt.
Ich mache sehr gute Gewinne über sehr sehr viele Hände, von Non-Showdown-Winnings kann aber ganz und gar nicht die Rede sein ;). Das liegt daran, dass ich bis zu 18 Tische gleichzeitig spiele. Hier haben Reads etc. kaum Relevanz. Alleine die Mathematik und das Game-Flow zählt!
phil ivey
2011-05-08Poker ist definitiv ein reines Glücksspiel.
Ihr könnt noch so viel Prozent vorne liegen, wenn das Glück nicht auf deiner Seite ist gewinnst du nie ein Turnier.
Gerade weil du im Turnier sehr oft all in bist und ständig 70/30 60/40 Situationen hast. Die Leute die mit Poker Geld ihr Geld verdienen machen viel davon ohne ihre karten zu zeigen (s.g. non showdown winning) bzw. leute die andere leute gut lesen können aus gewissen gründen und tatsächlich wissen dass sie fequity haben und es sich nicht dazu-rechnen obwohl sie nicht vorhanden ist. du kannst deine gegner noch so sick provozieren, wenn er dich preflop allin setzt und du hast aa und callst und er hat 78 und haut dich raus. und das dann rein mathematisch theoretisch von 2000x auch 2000x passieren. dehalb ist es glück. genauso wie beim roulette 100x hintereinander rot kommen kann. sehr unwahrscheinlich aber es ist möglich und somit reines luck. wer also glaubt ein pokerpro zu sein weil er ein turnier für sich entscheiden konnte kann mich mal fett am arsch lecken, du kleine luckboxx hattest glück,