Sportwetten werden ab 2012 legalisiert

justitia

Mit Sportwetten werden Milliarden verdient. In Deutschland jedoch fast immer illegal. Private Anbieter machen den bei weitem größten Umsatz sind aber offiziell gar nicht zugelassen. Nun einigten sich die Ministerpräsidenten der Länder darauf sieben Lizenzen an private Sportwetten-Anbieter zu vergeben. Ab 2012 soll der neue Glücksspielstaatsvertrag in Kraft treten.

In Berlin haben sich die Ministerpräsidenten der Länder auf einen neuen Glücksspielstaatsvertrag geeinigt. Danach wird beim Lotto das Staatsmonopol erhalten. Doch Sportwetten dürfen in Zukunft auch von sieben privaten Unternehmen angeboten werden. Dabei sollen die Anbieter auch auf Fußball-Trikots und Stadionbanden werben dürfen. Alle anderen Werbefelder sollen allerdings nur stark eingeschränkt bespielt werden dürfen.

Wie Kurt Beck, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz in einem Interview erklärte, würde durch die Neuregelung gleich drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Spielsucht kann wirksamer bekämpft werden, kriminelle Handlungen werden erschwert und Manipulationen im Spielbetrieb werden besser unterbunden werden können.

Für einige Aufregung auf der Konferenz hatte kurz vorher ein Sylt-Besuch gesorgt, bei dem Unions- und FDP-Fraktionsmitglieder einer Einladung der Glücksspiel-Lobby gefolgt waren. Das hätte die Verhandlungen, so Beck schwer belastet. Einigkeit besteht nun aber trotzdem. Im Sommer soll der neue Glücksspiel-Staatsvertrag ratifiziert werden.

Der private Sportwettenanbieter bwin sieht die geplante Glücksspiel-Neuordnung allerdings kritisch. „Wir begrüßen die Entscheidung, dass der Sportwettenmarkt reguliert geöffnet werden soll“, sagte bwin-Deutschlandchef Jörg Wacker der Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch. „Wir glauben aber, dass das Modell realitätsfremd und zum Scheitern verurteilt ist.“ Die Eckpunkte seien nicht marktkonform und auch nicht EU-konform.

Der Schwarzmarkt wird weiter bestehen. „Die Ziele von Spielerschutz und Kanalisierung sind nicht umsetzbar", kritisierte Wacker. Er wolle sich nun mit bwin, der als Marktführer in Europa gilt, in Schleswig-Holstein um eine Lizenz bemühen.

Das Land Schleswig-Holstein blieb den Verhandlungen in Berlin fern und strebt einen eigenen Weg an.

Im Klartext bedeutet die Neuregelung folgendes: Bei Fußballspielen soll künftig nur noch auf das Endergebnis gewettet werden können und nicht wie bislang auch auf Zwischenergebnisse oder Torschützen. „Schleswig-Holstein sieht noch Prüfaufgaben, alle anderen Bundesländer haben keine Bedenken“, sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Böhmer. Sein SPD-Kollege Beck sagte, er gehe davon aus, dass zumindest die übrigen 15 Länder sich bis zum Sommer abschließend verständigen würden. Damit könnte der Vertrag Anfang Juni unterzeichnet werden. Eine Konzessionsvergabe werde jedoch praktisch nicht vor Beginn des Jahres 2012 möglich sein, sagte Beck. Die Konzessionsabgabe betrage 16,66 Prozent des Spieleinsatzes.

Abschließend wurde auch Einigung über das Internetangebot von Casino-Spielen vereinbart.  Auch hier soll es eine Testphase eine von fünf Jahren geben. Danach soll das Angebot der Spielbanken weiter zahlenmäßig streng begrenzt bleiben. „Internetangebote von Casino-Spielen sind nur bei realen Spielen zulässig, wie sie im Spielsaal einer konzessionierten Spielbank vor Ort angeboten werden“, hieß es.

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johny b 2011-04-20 12:01:44

ähm angeblich steht in dem vertrag drin das poker in den bereich "casino" fällt und somit echtgeldspiel in deutschland verboten wird ist das ne falschmeldung oder warum steht kein wort darüber in dem artikel