EPT Wien Tag 3 - Sirtaki statt Walzer

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Michael Eiler. Foto: Neil Stoddard.

Nur noch 24 der 587 Spieler sind im Rennen um die EPT-Krone. Von oben grüßt ein Grieche und unter den fünf verbliebenen Deutschen ist Michael Eiler mit Platz 5 der bestplatzierte. Wir bekamen ihn, Alexia Portal und EPT San Remo Gewinnerin Liv Boeree vor die Kamera.

Tag 3 der EPT begrüßte seine Gäste mit echtem Kaiserwetter, und die prominenten Namen fielen schneller aus dem Turnier als die bunten Blätter von den Bäumen des Wiener Stadtparks. Im Kursalon rollten pünktlich ab 12 Uhr die Chips, und einer, der sich ebenfalls recht bald (t)rollte war Großmaul Luke Schwartz. Die meisten seiner 275.000 Chips wanderten bereits im zweiten Level des Tages in die Mitte, als das Board nach dem Turn K K 5 J zeigte. Schwartz entblätterte K T aber sein Kontrahent hielt zum Unglück des Briten 5 5 zum gefloppten Full House.

Luke Schwartz
Owned! - Luke Schwartz.

Die Reaktion von Luke zeigte allerdings, dass auch ein britischer Vorzeige-Flegel sich vom goldenen Licht des „Indian Summer" verzaubern lassen kann. „Die Hand hast du wirklich gut gespielt", lobte Schwartz in Richtung des Griechen Pantazidis Anestis. „Du hast mich wirklich fertig gemacht."

Nix zu loben gab es für den letzten prominenten Deutschen im Feld. Denn Tim „Blumenkind" Ulrich erwischte es auf die unschöne Art. Nach einer Raise-Reraise Schlacht hatte er das All-in seines Gegners gecallt, der ihn mit 380.000 knapp gecovert hatte. Tim drehte Q Q um, sein Gegner T 9 und das Board wurde mit 4 4 7 5 J gedealt. Bei so einem Suck-out zertritt man wahrscheinlich lieber eine Toilettentür, als sich ganz entspannt zu einem Parkspaziergang zu verabschieden.

Überhaupt schien es zumindest auch am Anfang so, als hätte die deutschsprachige Szene einen weiteren Seuchentag erwischt. Von den acht Österreichern und zwei Schweizern war am Ende keiner mehr übrig und auch von 13 Deutschen mussten sich mit Bozo Bagaric, Jens Weigl, Markus Herbel, Matthias Lechner, Jens Weigl, Elmar Müller, Wolfgang Beyer und Stefan Horwath weitere acht verabschieden.

Konstant an der Spitze hielt sich dagegen Michael Eiler. Er beendete den Tag als Fünftplatzierter im Chipcount. In einem Interview erzählte er uns, das „Wer, Wie, Was" seiner Biographie und warum er bei seinem ersten EPT-Auftritt trotzdem nicht Money scared money ist:

Daniel Negreanu verpasste den Back-to-Back Chiplead hingegen in der allerletzten Hand des Tages. Der in Deutschland lebende, aber für Griechenland startende Konstantinos Nanos schickte den Finnen Ville Mattila als 25. an die Rail und einverleibte sich dessen 675.000 Chips starken Stack. Damit durchbrach er als Erster die 2-Mio.-Schallmauer und hat nun exakt 53.000 Chips mehr, als der kanadische PokerStars Pro. Nachdem Nanos bei der EPT in Berlin den Bubble Boy gab wartet nun möglicherweise die ganz große Auszahlung.

Eine, die dennoch fest an einen Sieg des Poker-Kids glaubt, ist EPT San Remo Gewinnerin Liv Boeree. Nach ihrer Meinung sei Negreanu nun nicht nur wegen der Größe seines Chipstacks klarer Favorit. „Daniel hat so jetzt so ein Momentum aufgebaut, und er besitzt soviel Vertrauen in sein Spiel" so die Britin, „dass ich annehme, niemand wird ihn mehr stoppen können". Warum Liv in Wien weilt ohne den Main Event gespielt zu haben und warum sie am Liebsten Rockstar wäre, erfahrt Ihr im folgenden Video:

Für Daniel Negreanu geht es bei der EPT nun nicht nur um Geld, sondern auch um zwei außergewöhnliche Titel. Bei einem Sieg würde er nicht nur die Poker Triple Crown (WPT, WSOP, EPT) vervollständigen, sondern auch wieder die Führung in der All-Time Money-List vor Phil Ivey übernehmen. Derzeit liegt Ivey mit rund $800.000 vorn, aber hier gibt es für Rang eins 700.000 Euro und damit deutlich mehr als $800.000.

Vor den Chipcounts der 24 verbliebenen Spieler leisten wir uns noch einen Blick auf den herbstlich bunten Wiener Stadtpark. Unsere Interview-Partnerin Alexia Portal war dereinst (1998) mit der „Herbstgeschichte" von Regie-Legende Eric Rohmer in Frankreich ein großer Star geworden. Dass sie sich in dem Ambiente auch als Pokerspielerin wohl fühlt, bewies sie uns gestern in diesem Video-Interview.

Und so sieht das Tagesergebnis in Zahlen aus:

  1. Konstantinos Nanos, GRE, 2.007.000
  2. Daniel Negreanu, CAN, 1.954.000
  3. Umberto Vitagliano, ITA, 1.558.000
  4. Martin Hruby, TCH, 1.403.000
  5. Michael Eiler, GER, 1.299.000
  6. Andreas Wiese, GER, 1.047.000
  7. Toni Judet, ROM, 958.000
  8. Antonio Buonanno, ITA, 818.000
  9. Balazs Botond, HUN, 760.000
  10. Giacomo Maisto, ITA, 623.000
  11. Bruno Launais, FRA, 540.000
  12. Jose Severino, PAN, 523.000
  13. Tonio Roeder, GER, 491.000
  14. Kirill Zapletin, RUS, 460.000
  15. Matthias Lotze, GER, 402.000
  16. Jacques Zaicik, FRA, 372.000
  17. Morten Erlandsen, DEN, 370.000
  18. Luca Cainelli, ITA, 366.000
  19. Anestis Pantazidis, GRE, 339.000
  20. Nima Ahary, GER, 332.000
  21. Ramin Hajiyev, AZB, 322.000
  22. Mihai Manole, ROM, 279.000
  23. Surinder Sunar, UK, 170.000
  24. Fabrizio Gonzalez, URU, 169.000

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