EPT Wien - Michi Eiler und die Rache von Cordoba

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Michi Eiler - Sieger der EPT Wien 2010!

„I glab, jetz' hammas gschlogn!", sprach der legendäre Eddie Finger bei der WM 1978. Das können wir jetzt getrost vergessen. In der Nacht zum Montag entführte mit Michi Eiler ein Deutscher den EPT-Titel aus der österreichischen Hauptstadt. Es war ein wilder Ritt. Wir sprachen mit ihm, Daniel Negreanu und den anderen Deutschen am Finaltisch.

In den späten Abendstunden ereilte auch den glanzvollen Kursalon Hübner das Schicksal eines jeden EPT-Gastortes. Am finalen Tag werden die letzten Side-Events beendet, nach und nach leert sich der Saal, während draußen in den Abendstunden die Dunkelheit hereinbricht.

Irgendwo sitzen dann immer noch ein paar Journalisten und am anderen Ende leuchtet die Bühne des Final Table. Meist sind dort die Kontrahenten schon im Heads Up-Duell angekommen was nicht unbedingt bedeutet, dass man baldigst nach Hause kommt.

Daniel Negreanu, Michi Eiler und die anderen Deutschen sowie Konstantinos Nanos seht Ihr hier in unserer Videozusammenfassung.

 

 

Diesmal allerdings war die Angelegenheit schon nach 2 Stunden und 25 Minuten entschieden. Als sechster Deutscher gewinnt Michael Eiler eine EPT. Doch alles der Reihe nach.

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Der Finaltisch.

Mit einer leichten Verspätung hatte der Tag begonnen und als Erster packte bereits im ersten Level Franzose Bruno Launais seine Siebensachen zusammen. Mit Top Pair auf dem Flop war er in die Rockets von Luca Cainelli gelaufen. €60.000 waren der schon stattliche Trost.

Für die deutschen Shortstacks lief es danach zunächst recht optimal. Sowohl Andreas Wiese als auch Matthias Lotze konnten aufdoppeln, was sie eigentlich hätte in die Lage versetzen sollen, wieder ein bisschen mitspielen zu können.

Viel zu spielen gab es dann allerdings nicht mehr. Erst verlor Matthias Lotze mit T T gegen die Jacks von Luca Cainelli und kassierte als Siebtplatzierter €76.000. Und dann eliminierte ausgerechnet Landsmann Michael Eiler den unglücklichen Andreas Wiese. Der Anästhesist ging als Sechster und gewann immerhin schon 105.000 Euro.

Die spektakulärste Hand des Tages sollte die Herrschaftsverhältnisse des Final table dann noch mal komplett auf den Kopf stellen. Hier die Action: der Italiener Luca Cainelli , Daniel Negreanu und der Tscheche Martin Hruby hatten sich einen Flop von 8 5 K. Cainelli machte eine große Contibet für 725.000 und zur großen Überraschung callten beide Gegner. Nach der 9 am Turn ging der Südtiroler dann für 1.675.000 all In. Negreanu stellte ebenfalls All in und auch Hruby callte. Wow, eine solche Hand bekommt man an einem EPT-Final table nicht häufig geboten.

Im Showdown zeigte der Luca A A zum Overpair, Daniel K 9 für Twopair und Martin 6 7 für die Straight. Die 5 am River änderte nichts, Cainelli ging busto und nahm als Fünfter €140.000 mit, Martin Hruby zog den kompletten Pot im Wert von 10.795.000 Chips und Negreanu? Der blieb zurück mit 2.685.000, was zwar immer noch Rang zwei bedeutete, aber die Triple Crown in weite Ferne rücken ließ.

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Die Plätze 4-7: Daniel Negreanu, Matthias Lotze, Luca Cainelli, Andreas Wiese.

Wenig später war der Traum vom EPT-Sieg dann endgültig ausgeträumt. Nach einigen kleineren Schlägen war Negreanu mit Q 8s all in und verlor gegen A 4 von PokerStars Team-Kollege Martin Hruby.

Daniel Negreanu nahm es mit gewohnter Souveränität und sprach mit uns zuerst über den verpassten Platz 1 der ewigen Geldrangliste:

„Das ist kein Problem für mich. Phil Ivey und ich werden noch lange um den ersten Platz spielen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der erste von uns die 20 Mio.-Grenze knackt."

„Der Finaltisch war eine merkwürdige Angelegenheit. Da die drei Spieler neben mir ziemlich short waren, konnte ich kaum Pots eröffnen. Es gab ja immer die Gefahr, dass sie gleich all-in gehen."

„Nachdem ich die Schlüsselhand verloren hatte, war ich eigentlich immer noch in einer guten Position, aber dann verlor ich einfach jede Hand, da konnte ich dann nichts machen."

„Die Dreifachkrone wäre eine schöne Sache gewesen, würde mir aber mehr bedeuten, wenn ich der erste sein könnte, der sie gewinnt. Natürlich wäre es auch nett, der dritte zu sein. Grundsätzlich will ich alles gewinnen - mindestens zehn EPTs!"

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Erschöpft, aber glücklich - Michael Eiler.

Die Pause wurde zum Aushandeln eines Deals genutzt. Der muss ziemlich fair gewesen sein, denn der Deutsch-Grieche Konstantinos Nanos machte danach ordentlich Action und beförderte sich letztlich selber an die Rail. Überglücklich wurde er von Freunden und seiner Frau empfangen.

Ins nun folgende Heads Up ging nun der Tscheche Martin Hruby mit 13 Mio. Chips und Michael Eiler mit 4,2 Mio. Chips. Eine klare Angelegenheit. Im Heads Up eben nur bis zum ersten Double up des Shortstacks. Und der gelang dem 20-jährigen Eiler ziemlich bald. Nach dem er mit A J gegen A 3 augedoppelt hatte, besaß er bereits den Chiplead und sollte ihn auch nicht noch mal aus der Hand geben.

In der entscheidenden Hand trat Martin Hruby schließlich mit 2 2 gegen A T von Eiler an. Und die EPT Wien wurde mit einem Granaten-Flop quasi beendet. 8 J K bedeutete nicht nur Nutflush, sondern auch noch Royal Flush Draw. Das Board lief dann allerdings mit 3 4 unspektakulär aus.

Michael Eiler ist damit der erste, nach Sandra Naujoks im März 2008, der wieder einen EPT-Titel mit nach Deutschland bringt.

Alle Videos von der EPT Wien findet Ihr in unserem YouTube-Kanal.

Hier noch die (offiziellen) Payouts der EPT Wien 2010:

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Im Moment des Triumphs - Michael Eiler.

1. Michael Eiler GER €700.000
2. Martin Hruby CZE €470.000
3. Konstantinos Nanos GRE €265.000
4. Daniel Negreanu CAN €175.000
5. Luca Cainelli ITA €140.000
6. Andreas Wiese GER €105.000
7. Matthias Lotze GER €76.000
8. Bruno Launais FRAU €60.000

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