Bitcoin - die Poker-Währung der Zukunft?

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Seit es Online-Poker gibt, haben Regierungen, Banken und Institutionen immer wieder aktiv versucht, das Spiel zu kontrollieren.

Die oben genannten Gruppierungen haben alles in ihrer Macht stehende getan, um das Spiel geografisch zu begrenzen, es zu besteuern und Menschen davon abzuhalten, es zu spielen.

All diese Einschränkungen lassen Pokerspieler von einer Welt träumen, in der jeder spielen kann, und zwar wann und wo er will.

Die digitale Währung Bitcoin könnte einen möglichen Paradigmenwechsel in der Welt des Online Pokers darstellen, da es ohne Weiteres eines der Hauptprobleme, das Online Poker vom ersten Tag an geplagt hat, lösen könnte: Die Ein- und Auszahlungen.

In diesem exklusiven Artikel werden wir uns ausführlich mit der steigenden Popularität von Bitcoin beschäftigen und damit, wie es die Welt des Online Poker für immer verändern könnte.

Bitcoin Currency Symbol
Bitcoin-Logo.

Was ist Bitcoin überhaupt?

Es gibt viele Erscheinungsformen von Bitcoin, aber um eines von vonherein klarzumachen: Bei Bitcoin handelt es sich nicht um echtes Geld. Zumindest nicht nach der traditionellen Vorstellung, die wir von Geld haben.

Hinter dieser Währung steckt weder eine Regierung noch Gold, Silber oder eine andere Effektivware.

Bitcoin ist lediglich ein System, das aus virtuellen Wertmarken besteht, die da, wo man sie akzeptiert, gegen Waren und Dienstleistungen eingetauscht werden können.

Dabei gibt es allerdings auch Risiken. Da das System für jeden zugänglich ist und ausschließlich online angeboten wird, gibt es Befürchtungen, dass es gehackt werden könnte. Bitcoin existiert erst seit ein paar Jahren und viele Wirtschaftswissenschaftler halten es immer noch für ein Experiment.

Das wohl überraschendste an der Sache ist: Es funktioniert!

Trotz der Bedenken bezüglich Stabilität und Sicherheit ist Bitcoin ein echter Verkaufshit. Ein Bitcoin wird derzeit zum Preis von zehn Dollar gehandelt, und das System verfügt inzwischen über eine monetäre Basis von 90 Millionen Dollar.

Es gilt als geradezu bahnbrechende Idee und wird mittlerweile auch schon von Unternehmen wie Wikileaks, Free Software Foundation, Freenet, Internet Archive und vielen anderen verwendet.

Finanzexperten wie z.B. Jon Matonis, der für das Forbes Magazine schreibt und Herausgeber von „The Monetary Future“ ist, halten Bitcoin sogar für eine bahnbrechende Erfindung:

„Bitcoin ist definitiv keine Modeerscheinung, weil es sich dabei um die erste verlässliche Kryptowährung der Welt handelt. Frühere Versuche, eine auf Codes basierende Währung einzuführen, bedürften eines zentralisierten Koordinators, der gleichzeitig auch immer eine Schwachstelle war. Bitcoin wurde dagegen so konstruiert, dass die Währung stabil ist“, sagte er uns in einem Interview.

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Die Geschichte von Bitcoin

Die Geschichte von Bitcoin hört sich an, wie aus einem Cyberpunk-Roman. Das Netzwerk ging im Jahr 2009 online, als der Erfinder Satoshi Nakamoto den Klienten als Open Source Software veröffentlichte.

Aber Nakamoto brachte die neue Währung nicht nur in Umlauf. Bitcoins werden vor allem von so genannten „Bitcoin Miners“ genutzt, die umfangreiche Computersysteme nutzen und bis zu 50 Bitcoins auf einmal freisetzen.

Dadurch, dass das Minen von Bitcoins alles andere als einfach ist, wird Nachfrage erzeugt und ihr Wert gesteigert.

Außerdem gibt es eine Obergrenze, bei 21 Millionen Bitcoins ist Schluss. Mehr werden nicht herausgegeben.

Seit der Erstausgabe war der Kurs sehr schwankend und schoß zunächst von null Dollar hoch auf 30 Dollar, nur um anschließend wieder auf unter fünf Dollar zu fallen.

Warum sollte jemand Interesse an einer Währung haben, die am Ende nichts mehr wert sein könnte?

Das ist ganz einfach: Zum einen sind Bitcoins eine globale Währung. Sie können sofort überwiesen werden, ohne dabei auf die Unterstützung einer Regierung, eines Unternehmens oder eines Zahlungsdienstleisters, wie PayPal oder Neteller angewiesen zu sein. Zum anderen können sie überall auf der Welt dazu benutzt werden, um Online-Poker zu spielen.

Wie könnte Bitcoin die Welt von Online Poker verändern?

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Bitcoin bei Seals with Clubs.

Fest steht, dass Bitcoins perfekt für die Welt der Onlinespiele geeignet sind. Durch ihr dezentrales, globales und anonymes Wesen, könnten sie Regierungen bezüglich deren Glücksspielgesetze leicht aus dem Gleichgewicht bringen.

Indem Bitcoins dafür verwendet werden, Chips bei Online-Pokerräumen zu kaufen, sind Banken nicht mehr länger an diesem Prozess beteiligt und dadurch können die Behörden den Usern nicht mehr länger verbieten, ihre Bitcoins auszugeben, wofür sie wollen.

Schon jetzt akzeptieren einige Online Pokerräume, wie z.B. Switch Poker und Seals With Clubs die digitale Währung. Poker Pro Bryan Micon, der auch hinter den kontroversen Poker Foren NeverWin und DonkDown steckt, ist der Vorsitzende von Seals With Clubs.

„Die revolutionäre Idee von Bitcoin besteht darin, dass anstelle einer Regierung Codes die finanziellen Träger sind – das schützt vor Fälschung und Manipulation.

Dieses System wird regiert von Mathematik, nicht von Menschen. Bitcoin ist eine der größten Errungenschaften der Wissenschaft, von der ich je gehört habe“, so Micon.

Die Geschichte von Seals With Clubs ist durchaus bemerkenswert. Laut Micon wurde der Pokerraum von einem anonymen Pokerspieler namens „Freemoney“ gegründet, nachdem der Black Friday es unmöglich gemacht hatte, Online Poker in den USA zu spielen.

Am Anfang hielt „Freemoney“ die Action selbst in Gang, indem er rund um die Uhr Heads-Up spielte. Irgendwann setzten dies dann Pokerspieler und Bitcoin Fans fort. Obwohl der Traffic auf der Seite nach wie vor sehr gering ist, laufen die Partien zu jeder Tages- und Nachtzeit.

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SealswithClubs-Chef Bryan Micon.

Weitere Punkte für die Nutzung von Bitcoin für Online Poker

Für Micon stellt Bitcoin eine gute Alternative zum momentanen Kurs von Online-Poker dar:

„Könnt ihr euch noch an all die unnötigen Probleme erinnern, die durch Ein- und Auszahlungen verursacht wurden? Sie gibt es von nun an nicht mehr. Typen wie Daniel Tzvetkoff, die 50 Millionen Dollar stehlen und Schecks von Customer Service International gehören somit der Vergangenheit an“, glaubt Micon.

Sogar ein Finanzexperte wie Matonis ist davon überzeugt, dass Bitcoin sehr gut in die Welt der Onlinespiele passt. Außerdem macht er klar, dass es bisher noch keine vergleichbare Währung gibt:

„Nein, die gibt es nicht, da jede zentralisierte Zahlungsplattform, die auf eine Verifizierung des Zahlungsvorgangs besteht dadurch eine Schwachstelle aufweist. Auch im Fall von Full Tilt konzentrierten sich die Ermittlungen der US-Behörden zunächst auf die Zahlungsvorgänge.

Dadurch, dass sie bei Bitcoin anonym abaufen und nicht zurückverfolgbar sind, ist es der perfekte digitale Casino Chip.“

Selbst wenn Online Poker, wie viele Experten glauben, in den nächsten Jahren in den USA legalisiert wird, ist Micon davon überzeugt, dass Bitcoin eine sinnvolle Alternative bleiben wird: „Das wird davon abhängig sein, welche Produkte die legalen amerikanischen Seiten produzieren. Was, wenn man die Wahl hat zwischen sechs Dollar Rake bei „Bellagio Online“ oder einem Bitcoin Rake bei Seals With Clubs?

Seiten die mit Bitcoins operieren können sich in einem legalen Online Poker Umfeld leicht einen Wettbewerbsvorteil erarbeiten, indem sie den Rake sehr niedrig halten und die Partien anbieten, die sich Pokerspieler wünschen.“

Probleme und Sicherheit von Bitcoin

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Bitcoin - wechselvoller Wechselkurs.

Bei all den Vorteilen gibt es auch einige große Hindernisse, die es zu überwinden gilt, bevor Bitcoin großflächig für Online-Poker eingesetzt werden kann.

In einer Branche, die von Skandalen und Betrugsfällen geplagt ist, ist es sehr schwer das nötige Vertrauen zu den Kunden aufzubauen. Selbst Micon gibt zu, dass es sich bei Bitcoin um ein Projekt handelt, dass sich noch im Aufbau befindet:

„Wir befinden uns in der Welt des Online-Pokers gerade im wilden Westen. Die Währung unterliegt starken Schwankungen und ich glaube, dass es eine mehr als 25-prozentige Chance gibt, dass beim Bitcoin System technisches Versagen auftritt.

Man sollte sich immer in Erinnerung rufen, dass das System auf unhackbaren Codes basiert. Diese Worte jagen mir Angst ein und sollten es auch euch tun.“

Dennoch hält dieses Risiko Millionen von Menschen nicht davon ab, echtes Geld in Bitcoins zu tauschen. Eine weitere Herausforderung besteht darin, das System neuen Usern näher zu bringen und ihnen zu erklären wie man Bitcoins am Anfang überhaupt bekommt.

Die Sicherheit ist ebenfalls ein wichtiges Thema. Anders als bei Zahlungsdienstleistern wie PayPal befindet sich das Geld auf dem eigenen Computer und, wenn sollte man diesen Ordner versehentlich löschen, dann ist auch das Geld weg.

„Eine Bitcoin Auszahlung ist wie wenn man einen Stapel von Chips bzw. einen Stapel von 100 Dollar Noten erhält,“ erklärt Matonis.

Bisher ist Bitcoin selbst von Hackerangriffen verschont geblieben, aber bei den Tauschbörsen, wo man die Bitcoins erhält, gab es schon Probleme. Der schwärzeste Tag in der Geschichte von Bitcoin trug sich im Juni 2011 zu, als Mt.Gox, die zu dieser Zeit größte Tauschbörse, gehackt wurde und Bitcoins im Wert von 8,7 Millionen Dollar verschwanden.

Dadurch fiel der Bitcoin Wechselkurs vorübergehend ins Bodenlose, auch wenn er sich inzwischen wieder erholt hat.

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Bryan Micon.

Die Zukunft von Online Poker und Bitcoin

Ist Bitcoin wirklich die Währung der Zukunft, und kann sie Online-Poker auf Dauer unabhängiger machen? Das versuchen Wirtschaftswissenschaftler in der ganzen Welt gerade herauszufinden.

Was feststeht ist, dass der Bitcoin-Zug momentan gewaltig Fahrt aufnimmt. Laut Matonis sollte man die Kursschwankungen der letzten Zeit auch nicht überbewerten:

„Diese Schwankungen sind für eine neue Währung in den ersten drei Jahren nach der weltweiten Einführung ganz normal. Der Graph ist dem von Silber sehr ähnlich, dessen Preis von 50 Dollar pro Unze auf vier Dollar fiel, bevor er dann wieder auf 50 Dollar anstieg. Und es gibt niemanden, der behaupten würde, dass Silber kein Geld ist!“

Micon glaubt, dass es für Online Pokerräume in der Zukunft nicht einfach sein wird, Bitcoin zu ignorieren:

„Es gibt einfach zu viele Vorteile und diese neue Technologie hat ein unglaubliches Potential. Es ist nur noch eine Frage der Zeit. Die intelligenten Unternehmen befassen sich bereits damit, und auch wenn die Technologie für große Pokerräume noch nicht ausgereift genug ist, ist sie für kleine Räume bereits bestens geeignet.“

Falls es Bitcoin gelingt, für Online-Poker das bevorzugte Zahlungsmittel zu werden, werden Regierungen in Zukunft keinen großen Einfluss mehr auf das Spiel haben.

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Immer mehr Webseiten akzeptieren Bitcoin.

„Die US-Regierung wird Bitcoin gegenüber positiv eingestellt sein, da es sich aus steuerrechtlichen Gesichtspunkten um ein recht einfach nachzuverfolgendes Zahlungsmittel handelt.

Andernfalls befinden sie sich in einer Zwickmühle, denn jeder Versuch es als Währung zu definieren oder es zu verbieten, würde nur die Rechtmäßigkeit von Bitcoin steigern und in einer vermehrten Nutzung resultieren.

Da Bitcoin ein dezentralisiertes System ist, kann man es nicht wie e-gold oder andere zentralisierte Systeme einfach vom Markt nehmen.“

Ist Bitcoin wirklich die Zukunft von Online-Poker? Diese Frage kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschließend beantwortet werden, aber es lässt uns auf jeden Fall erahnen, wie die Welt von Online-Poker ohne Grenzen und Einschränkungen aussehen könnte. 

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Hannes 2013-03-10 06:44:52

So eine Währung kann sicherlich auch vom Vorteil sein, um das alles auch irgend wie unter Kontrolle zu halten.