Illegales Glücksspiel, Unterschlagung, Geldwäsche – Vorwürfe gegen Online-Poker Sites

american justice 18677

Staatsanwalt und FBI erklären gegenüber PokerListings Anklage und Hintergründe.

Zuerst war es nur eine Pressemeldung. Die Staatsanwaltschaft in New York erhebt eine Multi-Milliarden-Dollar-Klage gegen Online-Pokeranbieter. Genannt wurden die Domains von PokerStars, Full Tilt und Absolute Poker.

Insgesamtwerden elf Personen beschuldigt, darunter Isai Scheinberg von PokerStars, Ray Bitar von Full Tilt und Scott TO von Absolute Poker.

„Gemäß der Anklage haben die Beschuldigten einen umfangreichen Betrug geplant und durchgeführt, bei dem sie mehrere amerikanische Banken getäuscht und andere schlicht bestochen haben, um sich kontinuierliche Gewinne in Milliardenhöhe durch illegales Glücksspiel zu sichern“, erläutert Staatsanwalt Preet Bahara.

„Daneben beschuldigen wir die Angeklagten, mit dem Ziel, die Glücksspielgesetzgebung zu umgehen, in großem Maße Geldwäsche und Unterschlagung betrieben zu haben.“

„Ausländische Firmen, die in den Vereinigten Staaten operieren, haben nicht das Recht, die Gesetze zu missachten, die ihnen nicht passen, weil ihnen durch sie Gewinneinbußen drohen.“

Janice Fedarcyk, stellvertretende Leiterin des FBI, erklärte, die Online Pokerseiten hätten sich der Falschaussage und der Missachtung des Gesetzes schuldig gemacht und sich darauf verlassen, Gesetze umgehen zu können, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen.

„Die Beschuldigten waren sich voll bewusst, dass ihre Geschäfte mit amerikanischen Kunden und Banken illegal waren, versuchten aber weiterhin, sich zu bereichern.“

„Sie belogen die Banken hinsichtlich der Natur ihrer Geschäfte. Dann gelang es ihnen, Banken zu finden, die bereit waren, gegen gewisse Hilfsleistungen das Gesetz zu umgehen. Die Beschuldigten setzten darauf, ihre Praktiken weiter verfolgen zu können, und verloren.“

In der Anklageschrift werden die Pokeranbieter beschuldigt, trotz des UIGEA-Erlasses aus dem Jahr 2006 weiter in den Vereinigten Staaten operiert zu haben und dabei unrechtmäßig vorgegangen zu sein, indem sie Finanzdienstleister dazu brachten, in ihrem Auftrag Geldtransfers durchzuführen. Dazu hätten sie „Zahlungsprozessoren“ verwendet, um die wahren Hintergründe der Transfers zu verschleiern.

Ferner werden PokerStars und Full Tilt beschuldigt, die Leiter mehrerer kleiner, lokaler Banken direkt kontaktiert zu haben, die in finanziellen Schwierigkeiten steckten, und diese zu Geldtransfers im Namen der Pokerseiten überredet zu haben. Als Gegenleistung seien Investitionen in Millionenhöhe versprochen worden.

Anklage und Zivilverfahren umfassen ein Gesamtvolumen von mindestens drei Milliarden Dollar.

Für einzelne Anklagepunkte können bis zu 30 Jahre Haft verhängt werden.

Da mehrere Beschuldigte außerhalb der USA leben, arbeitet der Staatsanwalt nun mit internationalen Polizeieinheiten und Interpol zusammen, um Verhaftungen zu erreichen und unrechtmäßig erworbene Gewinne zu beschlagnahmen.

Von PokerStars und Full Tilt sind bisher keine offiziellen Stellungnahmen erschienen. Es gibt lediglich Meldungen in den News, in denen die Spieler darüber informiert werden, dass derzeit amerikanische Spieler vom Echtgeldspiel ausgeschlossen sind. Man solle sich ansonsten keine Gedanken machen. Die Informationspolitik der großen Pokeranbieter hat sich anscheinend nicht geändert.

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Fishbot 2011-04-16 10:37:47

Eigentlich war das ja nur eine Frage der Zeit. Obwohl die Nachricht jetzt wie eine Bombe einschlägt. Das dürfte Poker bei den Amis einen Schlag versetzen.
Europa ist die Zukunft von Online-Poker!

TheRealDittsche 2011-04-16 10:35:27

Na sicher. Overlays, guaranteed Preispools, das ganze Programm.
Da lass ich mich gor nich von abbring.

RoyalwithoutCheese 2011-04-16 10:32:31

Ich will ja nicht böswillig sein, aber das ist doch der ideale Moment, um selbst einzusteigen. Ohne die Amis ist die Hälfte (oder so) des Traffics weg, und gerade in den Turnieren wird die Gewinnchance damit doch deutlich größer.