Heinz, Lamb und Staszko im WSOP Main Event Finale

pius heinz final table
Pius Heinz. - "Es lief optimal für mich."

Drei Mann geh’n rein, ein Mann geht raus. Wie Pius Heinz die letzte Nacht das WSOP Main Event Finale erreichte und nun 8,7 Mio. Dollar gewinnen kann.

Bevor heute Nacht um 0:30 Uhr die Podestplätze des WSOP Main Events 2011 vergeben werden, sprachen wir exklusiv mit den drei Finalisten.

Pius Heinz hat sich einen gewaltigen Chiplead erspielt. Mit 107 Mio. hält er mehr als doppelt so viele Chips wie jeder seiner Gegner.

Die magische 37

Dabei sah es zunächst gar nicht danach aus. Nach den 60 Minuten, die noch in Level 36  gespielt wurden, war noch kein Spieler ausgeschieden, aber Pius Heinz auf den letzten Platz der Chiptabelle abgerutscht.

Dann kam Level 37, und als es vorbei war, war Heinz an allen Gegenspielern vorbeigezogen, hatte seinen Stack von 12 Mio. auf über 40 Mio. aufgebaut und ging daran, den Tisch komplett zu überrennen, während ein Gegner nach dem anderen vom Tisch verschwand – schließlich sogar der lange Zeit Zweitplatzierte Matt Giannetti, der allerdings auch vom Pech verfolgt wurde.

ben lamb3
Ben Lamb. - "Glück und gutes Spiel."
 

Zunächst verlor Heinz einen drei Mio. Pot an Phil Collins, und es hätte schon nach kurzer Zeit vorbei sein können, denn O’Dea hielt kurz danach ein Full House, als Heinz zum zweiten Mal vergeblich versuchte, einen Pot zu gewinnen.

„Es lief einfach optimal für mich“, sagte Heinz. „Ich habe mich nur darauf konzentriert, korrekt zu spielen und keine Fehler zu machen.“

Der erste deutsche WSOP-Champion?

Heinz wuchs in Köln auf, ist inzwischen aber Wahl-Wiener. Er könnte der erste Deutsche sein, der den Main Event gewinnt. Schon jetzt hat er die beste Platzierung erreicht, die je einem deutschsprachigen Spieler gelang.

„Das wäre doch großartig“, bestätigt Heinz. „Natürlich ist es noch ein weiter Weg, aber es würde mir viel bedeuten, der erste deutsche Sieger zu sein. Das hätte wohl auch Auswirkungen auf den deutschen Pokermarkt.“

Heinz hat in den letzten Monaten viel Zeit darauf verwendet, sein Spiel aufzubessern. Dabei arbeitete er z. B. mit Mike Timex McDonald zusammen, der u. A. die EPT Dortmund und ein EPIC Event für sich entschieden hat. Grund dafür war die Spielanlage von McDonald. Während Heinz sich zugegebenermaßen häufig auf sein Gefühl verlässt, ist McDonald eher der mathematische Spielertyp.

Vor seinen letzten beiden Gegnern hat Heinz eine Menge Respekt. „Definitiv respektiere ich beide Spieler. Dreihändig wird es von Anfang an Action geben.“

Diese Aussicht scheint Heinz nicht weiter zu beunruhigen.

Ben im Glück

Ben Lamb ist Zweiter in Chips und Liebling des Publikums. Zu Beginn des Finaltisches war er auch der Favorit von ESPN-Experte und Co-Kommentator Antonio Esfandiari. Inzwischen haben sich die Quoten verändert, und Pius Heinz steht bei den Buchmachern am höchsten im Kurs.

Das ändert allerdings nichts daran, dass Lamb sich den Titel „WSOP Player of the Year“ 2011 redlich verdient hat. Er erreichte vier Finaltische, von denen er bereits einen gewann. Seine Gewinne belaufen sich bereits auf 2,1 Mio.

Lamb musste einen Bad Beat von Collins einstecken, teilte aber später umso wirkungsvoller aus, vor allem gegen Matt Giannetti und Eoghan O‘Dea, sodass sein Chipstack über den Verlauf der ersten Finalnacht langsam aber konstant anstieg.

130 Fans unterstützten den Mann aus Oklahoma lautstark, aber der 26-Jährige weiß, dass es darauf nicht ankommt. „Man kann dieses Turnier nicht gewinnen, wenn man kein Glück hat. Etwas Glück in Kombination mit gutem Spiel sollte hier über Sieg und Niederlage entscheiden.“

Lamb legt normalerweise ein eher geschäftsmäßiges Verhalten an den Tag. Mehrfach lieferte er sich längere Blickduelle mit seinen Gegner, die Erinnerungen an Phil Ivey wachriefen.

martin staszko final table
Martin Staszko. - Mehr Schlaf, weniger Analyse.
 

Nachdem er zweimal vom Glück begünstigt wurde, fiel es aber auch Lamb zunehmend schwerer, an sich zu halten. „Es geht einfach um so viel Geld. 800.000 Dollar sind schon viel, aber acht Millionen bedeuten, dass du dir nie wieder Gedanken um Geld machen musst.“

Der Mann ohne Schlaf

4,7 Mio. Dollar liegen zwischen Platz 1 und 3. Lamb hat ebenso noch alle Chancen auf den Sieg wie Martin Staszko, der in den Übertragungen von ESPN so wenig Aufmerksamkeit erfuhr, dass man sich unwillkürlich fragen musste, wie er überhaupt an den Finaltisch gekommen ist. Und das als Chipleader.

Auch in der ersten Finalnacht blieb Staszko eher unauffällig. Sein Chipverlauf weist überhaupt keine Ausschläge auf, weder nach oben, noch  nach unten. Am Ende des Spieltags hatte er fast exakt denselben Chipstack wie zu Beginn. Staszko sagt, er habe einfach keine guten Karten bekommen.

„Es war schwierig, aber ich habe ja meinen Stack noch. Mit besseren Karten wäre es natürlich viel einfacher gewesen. Hoffentlich wird es zum Finale besser. Vielleicht hätte ich ein paar Hände besser spielen können, aber ich fühlte mich auch nicht ganz auf der Höhe. Ich war sehr müde.“

Anstatt seine Gegner nochmal zu analysieren, wird Staszko sich eher darauf konzentrieren, vor dem Finale ausreichend Schlaf zu finden.

„Ich kenne meine Gegner, und sie kennen mich. Dreihändig wird es sowieso ein neues Spiel.“

Staszko wäre der erste Tscheche, der den Main Event gewinnt. „Für mein Land wäre das der größte Pokererfolg aller Zeiten. Das könnte einen Boom auslösen.“

Sein Flug Anfang November nach Las Vegas ist übrigens erst seine zweite Reise in die USA. Bei der ersten im Sommer des Jahres erreichte er den Finaltisch des WSOP Main Events 2011.

Zu Beginn des Final Tables verstieg sich Staszko zu der Aussage, sich mit dem Preisgeld für Platz zwei zufriedenzugeben, wenn es jetzt die Möglichkeit hätte, es sich auszusuchen. Jetzt sagt Staszko: „Ich will das Bracelet.“

 Die Chipstacks:

  • Pius Heinz - 107.800.000
  • Ben Lamb - 55.400.000
  • Martin Staszko - 42.700.000

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Noch keine Kommentare

×

Sorry, this room is not available in your country.

Please try the best alternative which is available for your location:

Close and visit page