WSOP Main Event 2015 - Die November Nine stehen fest!

Alexander Turyansky1

In der vergangenen Nacht wurde die Besetzung des Final Tables beim WSOP Main Event gesucht. Noch nie zuvor hatten es vier Deutsche unter die letzten 27 Spieler geschafft, und so waren rein mathematisch gesehen die Chancen sehr hoch, dass es einer von ihnen in die November Nine schaffen würde. Die berechtigten Hoffnungen erfüllten sich aber nicht, denn alle schieden aus, genauso wie Daniel Negreanu. Besonders tragisch erwischte es den Saarbrücker Alexander Turyansky, denn er wurde nach starker Leistung Final Table Bubble Boy. Als massiver Chipleader wird der Amerikaner Joe McKeehen im November an den wichtigsten Finaltisch des Jahres gehen.

Eckdaten WSOP Main-Event 2015 Tag 5

Spieler: 9 von 6.420

Buy-In: $9.400 + $600

Preispool: $60.348.000

Siegprämie: $7.680.021

Chipleader: Joe McKeehen (63.100.000 Chips)

Average:  21.380.100 Chips

Kilian Kramer verdoppelt gegen Fedor Holz, der kurz darauf ausscheidet

Nach einem grandiosen Tag 6 an dem es vier Deutsche unter die letzten 27 beim WSOP Main Event schafften, durfte man sich berechtigte Hoffnungen auf einen deutschen November Niner machen.

WCOOP Main Event Champion Fedor „CrownUpGuy“ Holz war eines der heißesten, deutschen Eisen im Feuer und für viele ein Top-Anwärter auf den Final Table.

Fedor Holz Bustout
Fedor Holz bei seiner Bustout-Hand gegen Matt Guan.

Allerdings ging Fedor bei noch 27 verbliebenen Spielern von Platz 19 als einer der Shortstacks ins Rennen.

Die Tischauslosung war aus deutscher Sicht sehr ungünstig, denn Holz wurde zu seinem Landsmann Kilian Kramer gesetzt.

Letzterer war es auch der auf seine Kosten verdoppeln konnte. Kilian pushte mit A 8 All-In und Fedor callte mit A 9.

Kramer brauchte also Hilfe und die bekam er auch als eine Acht im Board auftauchte. Damit war Fedor gecrippelt und zum Handeln gezwungen.

Kurz darauf pushte er mit A 9 All-In und wurde vom Amerikaner Matt Guan mit 8 8 gecallt. Dieses Mal war es also Holz, der Hilfe brauchte und auch er bekam sie am Flop von T 9 6. Nach dem Turn Q sah noch alles gut aus, doch am River 7 kam tatsächlich der Gutshot für Guam an, und Fedor musste auf Platz 20 für $262.574 seinen Platz räumen.

Anton Morgenstern nutzt die zweite große Chance seines Lebens nicht

Der Berliner Anton Morgenstern hatte es 2013 bereits unter die letzten 25 Spieler geschafft. Bei nur noch 23 verbliebenen Spielern war er damals mit 29,3 Millionen Chips sogar massiver Chipleader, ehe er in einem tragischen Meltdown innerhalb von nur drei Händen alles verspielte.

Dieses Mal wollte er alles besser machen, und hatte sich mit Platz 12 und knapp 7 Millionen Chips auch eine gute Ausgangssituation geschaffen, aber erneut sollten ihm die Nerven einen Streich spielen.

Einige hatten in den Foren schon spekuliert, dass ihn wieder dasselbe Schicksal ereilen wird, und sie sollten leider Recht behalten. Zunächst verlor er mehrere, kleinere Pötte und gab dadurch mehr als die Hälfte seines Stacks ab.

Dann erhöhte er Preflop mit T T aus Middle Position auf 325.000, Pierre Neuville bezahlte, Mario Sequeira reraiste auf 1,1 Millionen, und Josh Beckley 4-Bet pushte daraufhin aus dem Big Blind All-In.

Anton Morgenstern
Anton Morgenstern konnte auch die zweite große Chance seines Lebens nicht nutzen.

Trotz dieser heftigen, vorausgegangenen Action callte Anton All-In und auch der Bigstack Sequeira bezahlte mit A J. Beide waren weit hinten den Beckley drehte Pocket Kings um, und die waren auch nach dem River noch gut.

Somit musste Anton nach dem 20. Platz 2013 dieses Mal auf Platz 22 an die Rails. Die $262.574 werden da nur ein kleines Trostpflaster sein, wenn Morgenstern realisiert, dass er auch die zweite große Chance seines Lebens nicht genutzt hat.

Morgenstern hat also entweder nicht aus seinen Fehlern gelernt oder der Druck war nach der Tragödie von 2013 einfach zu groß.

Dennoch kann die Leistung es innerhalb von drei Jahren zweimal unter die letzten 25 von mehr als 6.000 Spielern beim WSOP Main Event zu schaffen, gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Anton Morgenstern ist ein Ausnahmetalent und wenn es ihm gelingt seine Nerven in den Griff zu bekommen, dann wird er ein ganz Großer werden. Verdient hätte er es nach diesen zwei grandiosen Leistungen mit tragischem Ende in jedem Fall!

Kilian Kramer wird 18., Daniel Negreanu bustet kurz vor dem Final Table

Kilian Kramer war von Platz 25 als einer der kleinsten Stacks ins Rennen gegangen, hielt sich aber beachtlich. Wie bereits oben beschrieben, konnte er zu Beginn des Tages gegen Fedor Holz verdoppeln.

Kilian Kramer
Kilian Kramer ging als einer der absoluten Shortstacks in den Tag und ihm gelang es nicht das Ruder herumzureißen.

Seinen Stack anschließend weiter auszubauen gelang ihm aber leider nicht. Er bekam A Q gedealt, pushte All-In und lief in A K von Max Steinberg. Keine Hilfe vom Board und Kilian Kramer wurde 18. für $325.034.

Jetzt hieß es aus deutscher Sicht zittern, denn mit Alexander Turyansky war nur noch einer unserer 4 Vertreter im Rennen und dazu noch short.

Daniel Negreanu
Das Bild sagt eigentlich alles: Daniel Negreanu schied enttäuscht ganz knapp vor dem Final Table aus.

Daniel Negreanu, den viele nach seinem 9. Platz vom Vortag schon am Final Table gesehen hatten, verpasste diesen knapp. Negreanu war recht gut durch den Tag gekommen und zählte bei 11 Spielern left zu den mittleren Stacks.

Auf einem Flop von A K T entwickelte sich ein Riesenpot, als Daniel für knapp 6 Millionen Check-Raise All-In spielte und vom Chipleader Joseph McKeehen mit J 3 für Gutshot und Flushdraw gecallt wurde. Mit dem Kombodraw war es praktisch ein Coinflip gegen Negreanus A 4.

Der Turn war sehr interessant, denn er brachte McKeehen mit der 3 5 weitere Outs. Insgesamt hielt er nun 18 (!) Outs und der River Q war eines davon. Damit schied Daniel Negreanu enttäuscht ganz knapp vor den November Nine auf Platz 11 für $526.778 aus.

Alexander Turyansky bubbelt die November Nine, Joe McKeehen Chipleader

Noch tragischer erwischte es Alexander Turyansky. Der Saarbrücker zeigte eine starke Leistung und konnte seinen Stack schnell aufbauen.

Fast den gesamten Tag über hielt er sich in den Top Ten und überzeugte mit aggressivem Spiel. Gegen Ende des Tages baute er etwas ab, und gehörte zu den Shortstacks. Dann konnte er aber wieder einen kleinen Pot gewinnen und sich auf Platz 7 verbessern, als es zu dieser Hand kam:

Nach der letzten Hand brach riesen Jubel beim Chipleader Joe McKeehen aus, während Final Table Bubble Boy Alexander Turyansky die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben steht.

Alexander hatte Preflop auf 850.000 geraist, Joe McKeehen dreibettete auf 2.050.000. Turyansky ging darufhin mit 8,8 Millionen All-In, Call vom Amerikaner!

Es war klar, dass hier an der Final Table Bubble zwei starke Hände aufeinandertreffen würden, und in der Tat war es der Klassiker A K von Turyansky gegen Q Q von McKeehen.

Alex brauchte ein Ass oder einen König, doch der Dealer legte 7 6 5 8 J in die Mitte und damit stand der Deutsche Alexander Turyansky als Final Table Bubble Boy des WSOP Main Event 2015 fest, während Joe McKeehen mit 64.100.000 Chips als massiver Chipleader an diesen gehen wird.

November Nine
Das sind die November Nine 2015!

Ein trauriger und sehr enttäuschender Tag für alle deutschen Pokerfans.

Noch nie zuvor hatten es 4 unserer Vertreter unter die letzten 27 Spieler beim WSOP Main Event geschafft und noch nie war die Chance, dass es ein Deutscher in die November Nine schafft, größer.

Somit dürfte man sich berechtigte Hoffnungen machen, und deshalb ist es auch so schade, dass an diesem wichtigen Tag einfach nichts für unsere Jungs zusammenlief.

Ein Final Table des WSOP Main Event mit deutscher Beteiligung wäre natürlich um einiges spannender gewesen. Ein unschönes Ende eines aus deutscher Sicht großartigen Turniers.

Die Chipverteilung am Final Table grafisch veranschaulicht:

Die Chipverteilung am WSOP Final Table
Die Chipverteilung am Final Table des WSOP Main Event 2015.
NovemberNine2015 Stacks

















Die Chipcounts der November Nine:

Name

Land

Chipcount

Joseph McKeehen

United States

63.100.000

Zvi Stern

Israel

29.800.000

Neil Blumenfield

United States

22.000.000

Pierre Neuville

Belgium

21.075.000

Max Steinberg

United States

20.200.000

Thomas Cannuli

United States

12.250.000

Joshua Beckley

United States

11.800.000

Patrick Chan

United States

6.225.000

Federico Butteroni

Italy

6.200.000

Die Payouts beim WSOP Main Event 2015:

Platz

Name                                           

Preisgeld

1

   

$7.680.021

2

   

$4.469.171

3

   

$3.397.103

4

   

$2.614.558

5

   

$1.910.971

6

   

$1.426.072

7

   

$1.203.193

8

   

$1.097.009

9

   

$1.001.020

10

Alexander Turyansky

Germany

$756.897

11

Daniel Negreanu

 Canada

$526.778

12

George McDonald

United Kingdom

$526.778

13

Matt Guan

 United States

$411.453

14

Justin Schwartz

 United States

$411.453

15

 Tom Kearney

 United States

$411.453

16

 Dave Stefanski

 United States

$325.034

17

 David Peters

 United States

$325.034

18

 Kilian Kramer

Germany

$325.034

19

 Erasmus Morfe

United States

$262.574

20

 John Allan Hinds

 United States

$262.574

21

 Mario Sequeira

United States

$262.574

22

 Anton Morgenstern

Germany

$262.574

23

 Blake Bohn

 United States

$262.574

24

 Chris Brand

 United States

$262.574

25

 Fedor Holz

 Germany

$262.574

26

 Chad Power

 United States

$262.574

27

 James Magner

 United States

$262.574

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