Nach 5 Jahren: Howard Lederer entschuldigt sich für Full-Tilt-Debakel!

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Howard Lederer

2011 wurde Full Tilt in Folge des Black Friday die Lizenz entzogen, viele Spieler warteten anschließend jahrelang auf ihr Geld. Einer der Gründe für den Niedergang des Pokerrooms war, dass Menschen wie Ex-Miteigentümer Howard Lederer zuvor Spielergelder in Höhe von über 30 Millionen Dollar für private Zwecke entnommen hatten. Nach mehr als fünf Jahren hat sich Lederer nun für sein Fehlverhalten entschuldigt.

Entschuldigung im Blog von Daniel Negreanu

Die Tatsache, dass diese Woche der Spielerpool von Full Tilt in den von PokerStars integriert wird, Full Tilt damit faktisch nicht mehr existiert, nahm Howard Lederer zum Anlass, sich bei den geprellten Spielern zu entschuldigen.  

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Daniel Negreanu

Viele Spieler nahmen Lederer besonders übel, dass er sich nie formell bei den Spielern entschuldigt hatte, ein 2012 mit den Behörden geschlossener Deal sah lediglich die Zahlung einer Geldsumme vor und beinhaltete keinerlei Schuldeingeständnisse.

Die Entschuldigung wurde nun ausgerechnet in Daniel Negreanus Blog Full Contact Poker veröffentlicht. Daniel Negreanu gilt als einer der schärfsten Kritiker von Lederer und hatte ihn in der Vergangenheit des Öfteren auf das Übelste beschimpft.

Vollständiges Statement von Howard Lederer

"Ich schreibe dies, um mich bei allen in der Poker-Community zu entschuldigen, vor allem bei denen, die vor dem 15. April 2011 Geld auf Full Tilt hatten. Als Full Tilt 2011 geschlossen wurde, gab es eine Geldknappheit, dann den Verkauf, um die nötigen Gelder zu beschaffen und eine lange Verzögerung bei der Auszahlung der Spieler.

Während dieser Zeit gab es praktisch keine Erklärungen und keine Entschuldigungen für die Verzögerung. Die Spieler fühlten sich belogen. Sie haben der Seite und auch mir vertraut und ich habe diese Erwartungen nicht erfüllt.

Ich übernehme die volle Verantwortung für das Versagen von Full Tilt, die Gelder der Spieler nicht ausreichend geschützt zu haben. Es hätte nie zu diesem Ausfall kommen dürfen. Ich hätte für mehr Transparenz sorgen müssen bzw. andere damit beauftragen müssen, diese Transparenz herzustellen.

Ich war einer der Gründer des Unternehmens und wurde das Gesicht des Managements. Viele Spieler spielten auf unserer Seite, weil sie mir vertrauten.

Auch wenn ich meine täglichen Aufgaben aus den Augen verlor, führte gerade mein Verhalten in den zwei Jahren vor der Schließung zur Gefährdung der Spielergelder.

Mein Engagement bei Full Tilt in den Jahren 2003 bis 2008 hat mir eine Vertrauensposition verschafft – ein Vertrauen, das ich dadurch missbraucht habe, da ich nicht sicherstellte, dass Full Tilt nach meinem Rückzug aus dem operativen Geschäft im Jahr 2008 vernünftig geleitet wurde.

Mein Fehlverhalten resultierte in einer Situation, die am Black Frday deutlich wurde. Spieler konnten für mindestens eineinhalb Jahre kein Geld mehr von der Seite bekommen. Für viele war es sogar weit länger.

Ich war mein Leben lang ein Pokerspieler. Ich weiß, wie wichtig es ist, auf seine Bankroll zugreifen zu können.  Die fehlenden Möglichkeiten, die Frustration und die Aufregung der Spieler in den darauf folgenden Jahren ist völlig inakzeptabel. Ich kann mich hierfür nicht genug entschuldigen.

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Howard Lederer

Beim Aufstieg von Full Tilt habe ich viel Lob bekommen. Ich habe es zunächst nicht bemerkt aber all das hat mich verändert. In den ersten Jahren nach dem Black Friday habe ich viele Ausreden für meine Freunde, meine Familie und mich selbst parat gehabt, warum ich eben nicht der Böse in der Geschichte war.

In den Monaten unmittelbar nach der Krise habe ich viel Energie darauf verwendet, Anschuldigungen zu widerlegen, die nicht stimmten. Ich habe mir selbst eingeredet, ein Opfer der Umstände zu sein und die Kritik an meiner Person empfand ich als ungerecht, da andere auch zur Entstehung der Situation beigetragen hatten. Ich habe dabei aber das große Ganze aus den Augen verloren.

Bei einer Hochzeit im Herbst 2014 habe ich mit einem Freund über Full Tilt gesprochen. Ich beschwerte mich darüber, wie unfair ich behandelt wurde. Mein Freund sagte dann sinngemäß:

Howard, es spielt keine Rolle, ob Du damals von der finanziellen Situation gewusst hast oder ob Du den Spielern bei der Rückzahlung geholfen hast. Die Spieler fühlen sich von Dir belogen. Du warst das Gesicht der Company. Tausende Spieler spielten auf der Seite, weil sie Dir vertrauten. Viele Pros schlossen Verträge ab, weil sie dachten, Du hättest die Kontrolle. Und hast diesen diesen Vertrauensvorschuss dankbar angenommen, gleichzeitig aber ihr Vertrauen missbraucht.

Zu der Zeit fühlte sich die Antwort meines Freundes wie ein Schlag ins Gesicht an. Sie stimmte aber, wie ich jetzt weiß.

Eine Entschuldigung reicht hier nicht aber dies habe ich der Community angesichts der schlimmen Situation, die ich nicht verhindert habe, anzubieten. Es tut mir leid."

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