Live-Poker in Zeiten nach der EPT

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Wie geht es weiter mit den großen PokerStars-Live-Turnieren?

PokerStars überholt das Live-Turnierprogramm komplett, doch die Konkurrenz steht in den Startlöchern. Wie wird sich Live-Poker im Jahr 2017 entwickeln? Drei mögliche Szenarien.

Erinnern Sie sich noch daran, wie wertvoll ein EPT-Titel mal war? Über Jahre hinweg wurden die Turniere immer größer und größer.

Geboren als Ein-Tages-Turnier mit €1000 Startgeld und 229 Spielern, wurde daraus innerhalb weniger Jahre ein €5300 teures (in Monaco und den Bahamas sogar das doppelte), einwöchiges Riesenevent mit teilweise mehr als tausend Spielern.

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Vicky Coren – Die einzige EPT-Doppelsiegerin

2007 wurde beim Grand Final in Monaco erstmals die Grenze von einer Million Euro Siegprämie durchbrochen. Gavin Griffin kassierte €1,8 Mio., doppelt so viel wie der Sieger des Vorjahres.

Ein Sieg bei der EPT war so etwas wie ein Freifahrtschein für einen millionenschweren Sponsorenvertrag – man denke z. B. an Noah Boeken, Liv Boeree, Jason Mercier, Vicky Coren oder Bertrand Grospellier.

Doch je mehr Geld in die EPT floss, desto mehr Turniere setzte sie an, und irgendwann war der Höhepunkt überschritten.

Wenn buchstäblich jeden Monat ein EPT-Sieger gekrönt wird, führt das schnell zu Abnutzungserscheinungen. Die Teilnahme ging zurück, und schon bald waren nur noch Barcelona und Prag attraktiv genug, um profitable Standorte zu bleiben.

Also zog man bei PS die Reißleine und schaffte die Hälfte der Turniere ab und wertete damit die verbleibenden Stopps wieder auf.

Aber die Konkurrenz schläft nicht, und inzwischen entstehen viele neue Turniere im mittleren und niedrigen Startgeldbereich, und diese richten sich direkt an die weltweit größte Zielgruppe – die Hobbyspieler.

Jetzt ist es passiert. Die EPT ist weg und wird ersetzt. Welche Folgen sind zu erwarten? Drei mögliche Szenarien:

1) PokerStars wertet internationale Titel auf

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Poker in Australien

Durch den globaleren Ansatz erhalten die PokerStars-Events noch größere Aufmerksamkeit.
Da es insgesamt weniger Turniere geben wird, werden die Spieler aus aller Welt anreisen – gezwungenermaßen – und die Teilnehmerfelder werden bunter und qualitativ besser.

Vorbei sind die Zeiten, als in den Gewinnerlisten aus Macau nur chinesische und in denen aus Sydney nur australische Namen auftauchten.

Jetzt sind auch die Spieler aus Europa und Nordamerika dabei, was den Turnieren wiederum zugutekommt.
Das globale Konzept verleiht einem PokerStars-Titel außerdem zusätzliches Ansehen, und das spricht alle Spieler an.

Mehr Spieler bedeutet mehr Geld in den Töpfen, was wiederum mehr Spieler anziehen wird. Damit entfacht PokerStars einen geplanten, neuen Live-Pokerboom, und wir werden auch weiterhin neue Rekorde sehen.

2) PokerStars stärkt vor allem die Konkurrenz

Mit dem Ende er EPT ist ein Vakuum entstanden. Der „Europäische Titel“ ist nun vakant, und es wird jemand danach greifen. In Frage kommen mehrere Kandidaten:

888poker hat sich schon als Zweiter am Markt etabliert. Mit den zahlreichen Live Local Events und jetzt den neuen Festivals in ganz Europa deckt man den kompletten Bereich bis €1000 Startgeld ab.

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Füllt die WSOP die EPT-Lücke?

Unibet holt mit Siebenmeilenstiefeln auf. Schon jetzt gibt es eine Reihe von Unibet-Turnieren mit hohem Spaßfaktor, außerdem wird die Software von Grund auf erneuert, und im Zentrum der Neuentwicklung steht der Amateurspieler.

Die Tour der WSOP Circuit expandiert bereits in Europa. In Italien, Deutschland, Frankreich und der Tschechei fanden bereits Events statt, und die Marke WSOP ist noch immer die stärkste der Welt.
Die starke Konkurrenz auf dem europäischen Markt wird vor allem den Spielern nutzen, denn nur wer Topqualität bietet, wird die Spieler auf Dauer halten können.

3) PokerStars bricht auseinander

Natürlich versucht man bei PokerStars, die neuen Championships und Festivals als Errungenschaft zu verkaufen, aber diese könnten auch der Anfang vom Ende sein.

Mit den neuen Tourneen gibt PokerStars nicht nur die neben der WSOP wichtigste Marke der Pokerwelt auf, man trennt sich auch von den großen, zweiwöchigen Festivals mit teilweise über 100 Turnieren.

Es war die Kombination von EPT und den kleineren Serien Eureka, Estrellas usw., die den Pros einen Grund gab, ein paar Tage dranzuhängen und auch in den niedriger dotierten Turnieren zu spielen.

Jetzt werden die Serien wieder getrennt, und damit fallen auch die Teilnehmerfelder auseinander. Warum sollte ein Profi z. B. für ein £1000 ins teure London reisen, wenn ähnliche Events auch in Rozvadov, Spanien oder Malta verfügbar sind?

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Ex-Chef David Baazov

Die Pokerwelt findet nun mal hauptsächlich in Europa und Nordamerika statt, wenn man mal von den Aussie Millions als einzige erwähnenswerte Ausnahme absieht. Wen kümmert es schon, ob jemand ein Turnier in Panama oder Macau gewinnt?

Nach den jüngsten Entwicklungen bei PokerStars – Rake-Anpassungen, Bonuskürzungen, gegen den Chef wird wegen Insider-Trading ermittelt – haben viele Spieler das Vertrauen verloren.

Ihrer Ansicht nach hat sich die Firmenphilosophie verändert, und es ist nicht mehr der Spieler, der im Mittelpunkt des Interesses steht.

Aber Pokerspieler sind nicht loyal, unabhängig davon, was in der Vergangenheit alles gut gelaufen ist. Selbst wenn PokerStars weiterhin eines der besten Produkte auf dem Markt anbietet, werden sich die Spieler schnell abwenden, wenn sie glauben, an anderer Stelle mehr für ihr Geld zu bekommen.

Einzige Ausnahme in Europa ist der Stopp in Barcelona. Die Kombination aus Top-Casino, einer der schönsten Städte Europas und dem heißen spanischen Sommer ist zeitlos und unschlagbar.

Fazit

Welches dieser Szenarien auch eintrifft, den Spielern in Europa steht eine interessante Zukunft bevor. Die Pokerszene lebt, und das wird sich auch nicht ändern.

Dagegen ist PokerStars an einem Scheideweg angekommen. Welchen Pfad werden sie einschlagen?

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