Finanzministerium in Österreich kippt Pläne zur Besteuerung von Pokergewinnen

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Doch keine Steuer!

Vor einigen Wochen sorgten Pläne der österreichischen Finanzverwaltung für Sorge in der dortigen Poker-Community. Es war geplant, Einkünfte aus Turnierpoker unter bestimmten Voraussetzungen zu besteuern. Jetzt wurde bekannt, dass das Gesetzesvorhaben in der Form nicht zur Abstimmung gestellt wird.

Poker als unternehmerische Tätigkeit?

Im Mai 2016 sprachen sich Experten der Finanzverwaltung beim Steuerdialog in Salzburg für eine Besteuerung von Poker aus. Es wurde ein Begutachtungsentwurf erstellt, in dem es unter anderem hieß:

"Das Pokerspiel ist im  Allgemeinen  als  Mischung  aus  Glücks- und  Geschicklichkeitselementen  anzusehen  (BFH 16.9.2015,  X  R  43/12). Grundsätzlich  ist Pokerspiel  eine  Tätigkeit  der  Freizeitbeschäftigung und stellt solcherart keine Tätigkeit zur Einkünfteerzielung dar.

Wird allerdings das Pokerspiel professionell in einer Art und Weise ausgeübt, die über eine bloße Freizeitgestaltung hinausgeht, können eine Einkunftsquelle und eine unternehmerische Tätigkeit vorliegen.

Ein starkes Indiz für einen hohen Professionalisierungsgrad besteht darin, dass der Pokerspieler an Turnieren mit  höheren  Start- bzw. Preisgeldern teilnimmt. Einkünfte  eines  Turnierpokerspielers sind daher grundsätzlich steuerbar."

Geplante Besteuerung vom Tisch

Laut Kurier.at sind diese Ausführungen nicht mehr relevant, die für 2017 geplante Besteuerung von Turnierpoker ist laut Aussagen des Finanzministeriums vom Tisch.

In Deutschland begannen die Finanzämter vor einigen Jahren damit, Einkünfte aus dem Pokerspiel ganz oder teilweise zu besteuern. Dabei wurden die Gewinne aus der Teilnahme an Pokerturnieren vor allem als Einkünfte aus Gewerbebetrieb angesehen.

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Eddy Scharf

Der deutsche Pokerspieler und Pilot Eddy Scharf wurde 2015 vom Bundesfinanzhof  dazu verurteilt, Steuern auf seine Gewinne aus Turnierpoker zu zahlen.

Momentan läuft eine Verfassungsbeschwerde gegen das Urteil, die unter anderem von King's-Casino-Chef Leo Tsoukernik unterstützt wird.

Die Konsequenz ist eine große Rechtsunsicherheit, viele deutsche Pokerspieler zogen deswegen nach Österreich, prominenteste Beispiele sind der deutsche WSOP-Sieger Pius Heinz und Fedor Holz.

Neben der Ungewissheit, welcher Spieler nun wie viel Steuer auf welche Form der Pokergewinne entrichten muss, ist vor allem der Nachweis der Ausgaben ein Problem. Turnier-Buyins und Einzahlungen in Casinos lassen sich meist schwer belegen.

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