David Baazov – Hintergründe der Amaya-Übernahme

david baazov
David Baazov.

Anfang der Woche gab es in der Pokerszene einen Paukenschlag. Der CEO der Amaya Gaming, David Baazov, hat ein Kaufangebot für das Unternehmen unterbreitet und will es mit einer Investorengruppe erwerben. Was sind die Hintergründe und die Konsequenzen eines solchen Kaufs des Unternehmens, zu dem PokerStars und Full Tilt gehören? – Hier die möglichen Antworten!

Was ist geschehen?

Am Montag wurde durch eine Pressemeldung publik, dass David Baazov, der operative Chef der Amaya Gaming, ein Kaufangebot abgegeben habe.

Für Außenstehende völlig überraschend, bot Baazov C$21 (ca. $15) pro Aktie und damit deutlich mehr, als die Aktie aktuell wert ist. Derzeit steht sie bei knapp C$18.

Baazov selbst hält mit 24,6 Millionen ca. 20 Prozent aller Amaya-Aktien, besitzt eine Option auf weitere 550.000 Anteile und hat – das ist das Wichtigste – offenbar eine Investorengruppe gefunden, die das gesamte Unternehmen kaufen will, wonach es von der Börse verschwände.

Dass es sich dabei um keine Ente handelte, zeigte die Reaktion des Unternehmens. In einer offiziellen Stellungnahme bestätigte Amaya, dass ein unverbindliches Angebot vorliege und man dieses prüfen werde.

Zu diesem Zweck wurde „im Unternehmen eine unabhängige Kommission eingerichtet, die dieses und alle weiteren Angebote sowie allfällige Alternativen, die ebenfalls in Frage kommen könnten, überprüft“.

Gleichwohl handelt es sich nicht um ein verbindliches Gebot, wie das Unternehmen ausdrücklich betonte, und man warte ab, ob die von Baazov erklärte Kaufabsicht ein solches nach sich ziehen wird.

Was sind die Gründe?

Soweit die knappen, reichlich undurchsichtigen Fakten. Wieso aber will Baazov Amaya kaufen?

Erklärungen liefert Alex Dreyfus, einer der engagiertesten Vertreter der Pokerszene und einer ihrer größten Kenner. Er sagt in einer Erklärung:

„Für den Kauf von PokerStars nahm Amaya Schulden auf. Mit mehr als 70 Prozent Marktanteil ist das Unternehmen zwar im Online-Pokermarkt führend, gleichzeitig waren seine Möglichkeiten aber begrenzt, da die Schulden zurückbezahlt und die Analysten zufriedengestellt werden mussten.“

Und weiter: „Das war positiv und verschaffte dem Unternehmen eine gute Position, aber für Innovation und Wachstum muss man investieren und Risiken eingehen. Die Entwicklung einer langfristigen Strategie war quasi unmöglich, da es immer nur um die Quartalsergebnisse ging.“

Was wären die Konsequenzen?

Was aber heißt das für die Zukunft der beiden Pokeranbieter PokerStars und Full Tilt Poker, die Amaya erst vor knapp zwei Jahren der Rational Group für $4,9 Milliarden abgekauft hatte?

Wieder hat Alex Dreyfus eine Idee. „Nach etwa 12 Jahren befindet sich das Pokergeschäft in einer interessanten Situation. Als Unternehmer, der mit einem gewissen Vertrauensvorschuss Millionen in den nächsten Pokerboom investiert hat, glaube ich, dass das Pokergeschäft Potential hat. Mein Gefühl sagt mir, dass David Baazov mit diesem finanziellen Manöver die Pokerlandschaft neu beleben wird.“

Dreyfus zeigt sich also optimistisch, aber noch sind die Vorgänge ziemlich verworren, zumal völlig unklar ist, ob Baazovs Ansinnen von Erfolg gekrönt ist.

Man fragt sich zudem, ob die jüngsten Diskussionen um die Veränderungen im VIP-Programm von PokerStars samt Abschaffung des Supernova-Elite-Status ein Auslöser für Baazovs Übernahmeangebot waren.

Wie es damals aus Insiderkreisen hieß, hatte Baazov die „notwendigen Veränderungen“ so lange hinausgezögert, wie es nur ging. War er etwa komplett dagegen und musste sich anderen Kräften fügen?

Reine Spekulation ist natürlich auch, dass die momentane Strategie, die beiden Pokerseiten stärker auf Freizeitspieler auszurichten, als Folge einer Übernahme rückgängig gemacht würde.

Fakt ist, dass sich PokerStars und das marode Full Tilt Poker sehr stark verändert haben, seit sie von Amaya übernommen wurden, und es gibt sicher nicht wenige, die gegen einen Kurswechsel nichts einzuwenden hätten.

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Noch keine Kommentare

×

Sorry, this room is not available in your country.

Please try the best alternative which is available for your location:

Close and visit page