5 Lektionen für das Pokerspiel, die man von Kleinkindern lernen kann

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Stell dir vor, du stehst am Fuße der großen Pyramiden in Giza und denkst dir: „Wie haben die das gemacht?“ – Dann siehst du, wie deine neun Monate alte Tochter zu den Füßen hunderte Kamele einem Stück Papier hinterher jagt und auf einmal erscheint dir die Aufgabe der Pyramiden gar nicht mehr ganz so schwer.

Stell dir vor, du stehst am Fuße der großen Pyramiden in Giza und denkst dir: „Wie haben die das gemacht?“ – Dann siehst du, wie deine neun Monate alte Tochter zu den Füßen hunderte Kamele einem Stück Papier hinterher jagt und auf einmal erscheint dir die Aufgabe der Pyramiden gar nicht mehr ganz so schwer.

Im November wurde ich Vater und überlegte, wie Vaterschaft und Pokerspiel zusammenpassen könnten. Neun Monate später läuft alles ganz ordentlich. Meine Tochter ist noch am Leben, aber die Herausforderungen sind bei einem Kind von neun Monaten wesentlich größer als bei einem Kind von fünf Wochen. Was kann man für das Pokerspielen von Kindern lernen?

1. Ausgeglichenheit

william kassouf 2
Lass dich nicht wahnsinning machen!

Vor langer Zeit gab es einmal einen Werbeslogan im Fernsehen, der da lautete: „Arbeit, Erholung und Spiel“. Das war quasi die Dreifaltigkeit der Ausgeglichenheit. Ich bin mir sicher, der Autor dieses Slogans hatte keine Kinder.

William Kassouf wurde im letzten Jahr zum wohl bekanntesten Pokerspieler mit der lautesten Stimme. Seine ständige Präsenz bei der WSOP 2016 machte ihn zu einem Superstar und brachte Poker hier und da auf in den Mainstream-Medien auf den Plan.

Aber stell dir einmal vor, du müsstest neben ihm sitzen. Das dürfte in etwa so sein, als würde man neben einem extrem starken Windgebläse sitzen, das einem langsam aber sicher die gesamte Haut vom Körper selbst. Zwölf Stunden neben Kassouf und man endet so wie der Charakter Stryke in dem Film Airplane.

Jetzt verdoppele man diese Anstrengungen und dann hat man so in etwa das Level erreicht, dass einem ein neun Monate altes Kind ständig abverlangt. Ja, sie sind total liebenswert, aber eben auch unglaublich anstrengend.

Viele Leute vergessen, dass es zwei Elternteile gibt. Wenn du der professionelle Pokerspieler bist, verbringst du deine Zeit höchstwahrscheinlich mit dem Spiel und anderen Spielern. Nimm die WSOP zum Beispiel. Wie handhabst du sechs Wochen Poker, wenn du ein neun Monate altes Kind hast?

Zeit für das Kind schaffen ist eine unglaubliche Erfahrung. Man lernt, dass es mir im Leben gibt, als einfach nur Pokerspiel. Eine Pause vom Spiel machen, hilft nicht nur den Partner und dem Kind, sondern man geht danach auch mit einer ganz neuen Einstellung an das Spiel heran.

2. Werte

IgorKurganov
Was würde Jesus machen?

Nach neun Monaten beginnt man, sich langsam Gedanken über die Zukunft des Kindes zu machen was werden sie tragen? Mit wem werden sie zusammen sein? Werden sie irgendwann Pokerspielen?

Ein kleines Kind ist ein wenig wie ein neuer Computer. Sie haben Hardware – der Ernährungsapparat, Blutkreislauf, und so weiter. Und sie haben Software – Vorstellungen, Werte, Weltanschauungen.

Wenn es um die Programmierung der Software geht, wird schnell klar, dass hier alles ganz frisch ist. Die Art und Weise, wie gedacht wird, wird in erster Linie von den Eltern übernommen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass ein Kind mit den gleichen Fundamenten aufwächst, wie die Eltern – inklusive Sichtweise auf Religion, Rasse oder ob der Weihnachtsmann existiert oder nicht.

Mit einem Kind wird man gezwungen, auf eine archäologische Reise in seine eigenen Wertvorstellungen zu gehen. Was sind die eigenen Weltanschauungen, was die Werte, was die Vorstellungen? Wie wurde man selbst programmiert?

Die meisten von uns marschieren einfach so durchs Leben, ohne zu viele Gedanken an solche Fragen zu verschwenden. Wertvorstellungen sind jedoch einer der größten Antriebsgründe für unsere Handlungen. Wie also sind diese gestrickt? Und wie will man, dass diese gestrickt sind?

Nehmen wir Igor Kurganov zum Beispiel. Seine Wertvorstellungen treiben ihn dazu an, nach jedem Turniersieg einen Teil seiner Gewinne zu spenden. Was aber, wenn deine Wertvorstellungen bei Mode und schnellen Autos liegen? Deine Kinder werden diese Wertvorstellungen übernehmen. Was also wird es sein? Schnelle Autos oder eine bessere Welt?

3. Konzentration

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Bessere Konzentration

In der Welt passieren so viele Dinge gleichzeitig um einen herum, doch die meisten dieser Sachen sieht man gar nicht. Als Mensch ist man inzwischen fast so etwas wie ein Cyborg. Das Smartphone ist mehr oder weniger zu einem festen Körperteil geworden und wir verbringen sehr viel Zeit jeden Tag damit, unsere sozialen Kanäle zu durchforsten, um Updates von Freunden zu lesen, die wir niemals sehen.

Wir leben in einer Welt ohne Fokus und am Pokertisch – egal ob Live, oder Online – werden wir ebenfalls ständig abgelegt. Wenn wir jedoch nicht zu 100 Prozent auf das Spiel konzentriert sind, geben wir eine Menge auf.

Mit einem neun Monate alten Kind ist Konzentration äußerst wichtig. Lässt man sie auch nur eine Minute aus dem Auge, sind sie aus dem Bett gefallen, haben eine Schere aufgegabelt oder nuckeln genüsslich an irgendwelchen Schuhsohlen.

Konzentration ist aber nicht nur wichtig, damit das Kind überlebt, sondern auch, um eine Verbindung zu dem Kind aufzubauen. So kann man auch einmal abschalten von der restlichen Welt und sich voll und ganz auf das Kind konzentrieren.

So etwas hilft auch beim Pokerspiel.

4. Ernährung

Jason Koon3
Richtige Ernährung neu lernen

Übergewicht, Diabetes, Herzkrankheiten, Krebs, Osteoporose und Zahnprobleme sind die häufigsten Ursachen für tödliche Krankheiten in der westlichen Welt. Das wusstest du aber schon, richtig?

Das Problem mit den Menschen ist, dass sie glauben, sie seien unsterblich. Vielleicht haben wir eine Art Schalter, der sicherstellt, dass wir uns nicht mit der eigenen Sterblichkeit befassen, wenn es nicht unbedingt sein muss.

Wir werden nie die richtigen Entscheidungen treffen, denn wir glauben nicht, dass unsere Zeit irgendwann abgelaufen ist. Die Lebensweise eines Pokerspielers ist hier besonders gefährlich, insbesondere hinsichtlich Ernährung und Fitness.

15 Stunden Online-Poker an einem Tag mit nur fünf Minuten Pause pro Stunde Spiel – was wird man da wohl essen? 15 Stunden Poker im Casino – was gibt es da? Wie stellt man sicher, dass man überhaupt wach bleibt? Was und wie viel trinkt man?

Wenn ein Kind anfängt, feste Nahrung zu sich zu nehmen, beginnt man ganz anders über so etwas nachzudenken. Man denkt nicht über den eigenen Tod nach, aber immerhin darüber, dass das Kleinkind an der Nahrung sterben könnte. Wir können heutzutage alles im Supermarkt kaufen – auch Babynahrung, die fast nur aus Zucker besteht. Wie schützt man da sein Kind?

Man macht sich schlau. Wenn man das getan hat, kann man sein Kind auf die richtige Art und Weise ernähren und das wird auch einen positiven Einfluss auf einen selbst haben. Man will ein gutes Beispiel sein und natürlich will man auch selbst lange genug leben, um die eigenen Kinder alt werden zu sehen.

Und was passiert wohl, wenn Pokerspieler gesünder essen? Sie spielen besser – viel besser!

5. Poker auch mal Poker sein lassen

Goabeach
Lass Poker auch mal Poker sein!

In meiner Wohnung habe ich vor der Küchentür eine Barrikade errichtet, um sicherzustellen, dass mein Kind nicht hereinkommt. Diese Barrikade besteht aus einer Yogamatte, zwei Aktenkoffer und einem alten Helium-Kanister. Das macht zwar nicht schön aussehen, stellt aber sicher, dass meine Tochter nicht einfach zu mir rübergekrochen kommt und auf mir Kletterübungen vornimmt.

Mit neun Monaten wollen sie nicht allein sein, sondern stets um dich herum. Dieser Druck kann wirklich anstrengend werden. Man kann nicht einmal in Ruhe auf Toilette gehen. Der eigene Instinkt sagt einem, man muss sie hochnehmen. Man nimmt das Weinen als Leiden wahr. Aber alle Kinder müssen lernen, dass sie nicht plötzlich in Flammen aufgehen, sobald es keinen Körperkontakt zum Elternteil mehr gibt.

Die Kinder müssen lernen, unabhängig zu sein und Eltern müssen lernen, dass das Leben der Kinder nicht auseinanderbricht, nur weil sie weinen.

Auf eine gewisse Art und Weise ist es beim Poker genauso. Das Pokerspielen kann durchaus süchtig machen. Turniere dauern viele Stunden und 15 Stunden Cash Game können sich extrem schnell anfühlen.

Aber man braucht auch Zeit abseits der Tische. Ansonsten wird man abhängig und das kann nicht gesund sein. Man muss lernen, Poker auch mal Poker sein zu lassen und sich quasi eine Art Barrikade aufbauen. Finde dann und wann etwas anderes, was dich und deinen Synapsen frisch hält!

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