Zehn weitere entscheidende Texas Hold'em Moves: der Re-Steal

Chip Stack
Einen Dieb erkennt man nicht immer sofort.

Wer auf Dauer profitabel spielen will, muss sein Spiel ständig variieren. Es gibt dafür eine Reihe einfacher und leicht durchführbarer Spielzüge. Sie werden Ihnen helfen, Ihr Spiel schnell und wirkungsvoll zu verbessern.

Verinnerlichen Sie diese Spielzüge, lernen Sie, diese in den richtigen Momenten korrekt anzuwenden, und es wir Ihnen in Zukunft deutlich einfacher fallen, Ihre Gegner am Pokertisch zu verwirren, zu manipulieren und ihnen die Chips abzunehmen.

Die ersten zehn entscheidenden Texas Hold’em Moves finden Sie hier.

Heute erklären wir Ihnen den Re-Steal. Als enger Verwandter der 3-Bet mit schwachen Händen ist der Re-Steal ein Spielzug, mit dem Sie dadurch auf Dauer mehr Chips gewinnen, indem Sie die Aggressivität Ihrer Gegner gegen sie wenden.

Vor allem in Turnieren erlebt man immer häufiger, dass die Spieler in später Position die Blinds stehlen wollen. Wenn Sie lernen, wann Re-Steals profitabel sind, können Sie nicht nur die Chips des Raise abkassieren, sondern auch die Blinds und Antes. 

Was ist ein Re-Steal? Mit Re-Steal bezeichnet man einen Reraise, der ausgeführt wird, wenn man vermutet, dass ein looser und aggressiver Spieler die Blinds stehlen will.

Was bringt ein Re-Steal? Gute Spieler wissen, dass sie auf dem Button oder kurz davor nach lauter Folds mit einem breiten Spektrum von Händen profitabel raisen können, wenn zu ihnen gefoldet wird. Dadurch werden sie anfällig, da sie selten eine ausreichend starke Hand haben, um einen Reraise zu callen.

Wann kommt der Re-Steal zum Einsatz? Am häufigsten kommt der Re-Steal in Turnieren oder SnGs zum Einsatz, wenn es sich lohnt, die Blinds und Antes zu stehlen.

tom dwan
Gute Spieler werden Ihre Re-Steals respektieren.

Wo kommt der Re-Steal zum Einsatz? Der Re-Steal wird häufig in den Blinds ausgeführt, um sich gegen einen Raiser in später Position zu verteidigen. Man kann aber auch in später Position so spielen.

Gegen wen kommt der Re-Steal zum Einsatz? Re-Steals funktionieren am besten gegen gute Spieler, da diese am ehesten marginale Hände nach einem Raise folden.

Die richtige Anwendung des Re-Steals

Eins vorweg: Bei einem Re-Steal bluffen Sie, das heißt, Sie glauben, dass Sie eine schlechtere Hand als Ihr Gegner haben.

Ein Reraise mit der vermutlich besten Hand wäre dagegen ein Value Raise.

Da ein Re-Steal also ein Bluff ist und Ihr Gegner folden muss, damit Sie den Pot gewinnen, müssen Sie verstehen, welche Faktoren dafür ausschlaggebend sind.

Bei der Suche nach günstigen Situationen für Re-Steals sollten Sie den Spieler berücksichtigen, der  vermutlich stiehlt, aber auch Ihr Image am Tisch, Ihre Position und Ihre Karten.

Ein weiterer wichtiger Punkt – vor allem für Anfänger – ist, dass Sie einen Plan für den Rest der Hand brauchen, wenn Sie gecallt werden. Ohne Position in einem gereraisten Pot kann man leicht den Faden verlieren.

Die Diebe bestehlen

Beim Re-Steal setzen Sie auf die böse Absicht Ihrer Gegner, dem Tisch die Blinds und Antes zu stehlen. Es geht darum, zu erkennen, wer der Dieb am Tisch ist.

Achten Sie auf gute Spieler. Gewinnende Spieler erhöhen mit hoher Wahrscheinlichkeit oft in später Position.

Loosere und aggressivere Spieler sind noch besser als Zielscheibe geeignet, aber bei diesen müssen Sie unterscheiden zwischen Maniacs, die nach einem Reraise automatisch all-In gehen, Calling Stations, die mit jeder Hand callen, und Ihren eigentlichen Opfern, die so vernünftig sind, nach einem Reraise mit schwächeren Händen zu folden.

pierre neuville
Ein harmloses Image vereinfacht Re-Steals.

Achten Sie auf das Verhalten aller Spieler vor dem Flop und knöpfen Sie sich die Spieler vor, die im Cut-Off oder Button immer raisen.

Image, Glaubwürdigkeit und der Re-Steal

Wie jeder andere Dieb müssen auch Sie glaubwürdig sein, um mit Ihrem Bluff durchzukommen.

Aus diesem Grund müssen Sie auf Ihr eigenes Image am Tisch achten, aber auch auf das aller Spieler, gegen die Sie Re-Steals anbringen wollen.

Falls Sie in den vergangenen Runden mehrfach mit starken Händen geraist oder gereraist haben, glauben Ihnen Ihre Gegner seltener, wenn Sie dann mit einem Bluff reraisen.

Grundsätzlich ist ein profundes, tight-aggressives Image am Tisch am besten für Re-Steals geeignet.

Karten und Position

Wenn Sie einmal in der Lage sind, die richtigen Situationen für Re-Steals zu erkennen, müssen Sie jedoch noch einige weitere Faktoren berücksichtigen, bevor Sie Ihre endgültige Entscheidung treffen.

Die Position ist dafür von entscheidender Bedeutung, und obwohl Re-Steals in den Blinds am häufigsten vorkommen, ist der beste Ort dafür der Button.

Ihre Gegner callen deutlich seltener, wenn sie die Hand ohne Position spielen müssen. Dies gilt vor allem bei guten Spielern, die mit einem Re-Steal konfrontiert werden.

Obwohl Sie einen Fold provozieren wollen, spielen Ihre Karten dennoch eine Rolle. Schließlich müssen Sie nach einem Call den Rest der Hand damit spielen.

Seien Sie vorsichtig bei Re-Steals mit Händen wie A5, A2 oder KQ, da Sie nach einem Call in der Regel dominiert sind.

Niedrige Suited Connectors und niedrige Paare sind gute Hände für Re-Steals, da Sie den Flop damit entweder gut treffen oder komplett verfehlen. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie mit der schlechteren Hand in späteren Setzrunden mehr Geld verlieren.

Der Re-Steal in der Praxis

In einem der extremsten Beispiele eines Re-Steals, das je gefilmt wurde, zeigt Phil Ivey, warum der Re-Steal so gut gegen starke und aggressive Spieler funktioniert.

Die Hand beginnt mit einem Re-Steal von Ivey im Big Blind und wird dann rasch zu einem heftigen Gemetzel.


 


Zehn weitere entscheidende Texas Hold'em-Moves

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