Zehn weitere entscheidende Texas Hold'em Moves: Verteidigung der Blinds

Sean Jazayeri
Jeder verliert in den Blinds. Aber Sie verlieren bald weniger.

Ein erfolgreicher Pokerspieler wird man nicht durch eine einzige Änderung in der eigenen Strategie. Es gibt jedoch eine Reihe einfacher und leicht durchführbarer Spielzüge, mit denen man seine Ergebnisse entscheidend verbessern kann.

Feilen Sie an diesen Taktiken und vergrößern Sie das Repertoire Ihrer Möglichkeiten, am Pokertisch zu arbeiten. Lernen Sie, Ihre Gegner besser zu manipulieren, und der Profit wird Sie bestätigen.

Die erste zehn entscheidenden Texas Hold’em Moves haben wir Ihnen bereits geliefert, und wollen die Reihe nun mit zehn weiteren Spielzügen fortsetzen.

Heute zeigen wir Ihnen, wie man seine Blinds verteidigt. Pro Runde müssen Sie zweimal Zwangseinsätze bringen, und wir werden Ihnen beibringen, wie Sie Ihre Verluste minimieren und mehr Pots gewinnen, wenn Sie im Small Blind oder Big Blind sind.

Was ist die Verteidigung der Blinds? Mit Verteidigung der Blinds bezeichnet man einen Call oder Reraise im Small oder Big Blind nach einem gegnerischen Raise vor dem Flop.

Was bringt die Verteidigung der Blinds? Da Sie im Small Blind und im Big Blind gezwungen sind, Geld in den Pot zu investieren, ist es wichtig, optimal zu spielen und sich einen Teil des Geldes wiederzuholen. Allerdings sollten Sie nicht mehr verlieren, als wenn Sie immer folden würden.

scott clements chips
In den Blinds findet man eine Menge dead Money. Holsen Sie sich Ihren Anteil.

Wann sollten Sie die Blinds verteidigen? Durch die Kenntnis grundlegender Konzepte wie den Pot Odds und Faktoren wie der Raise-Quote Ihrer Gegner versetzen Sie sich in die Lage, die korrekten Situationen zu erkennen, in denen man seine Blinds verteidigen oder aufgeben sollte.

Wo sollten Sie die Blinds verteidigen? Die Verteidigung der Blinds kommt sowohl beim Cashgame als auch bei Turnieren vor.

Korrektes Verteidigen der Blinds

Zunächst müssen Sie begreifen, dass der Small Blind und der Big Blind die beiden schlechtesten Positionen beim Poker sind.

Im Small Blind müssen Sie in jeder Setzrunde nach dem Flop als Erster agieren und im Big Blind ist Ihre Lage nicht viel besser. Selbst die besten Pokerspieler der Welt verlieren deshalb in diesen beiden Positionen Geld.

Einer der häufigsten Anfängerfehler besteht darin, zu oft im Small Blind und Big Blind zu callen.

Lösen Sie sich von dem Gedanken, dass Sie mit den Blinds bereits Geld in Ihre Hand investiert hätten und deshalb automatisch jeden Raise callen müssten.

Zwar stimmt es, dass Sie wegen des bereits gesetzten Blind bessere Pot Odds bekommen, doch das bedeutet nicht, dass Sie mit beliebigen Karten jeden Raise callen sollten.

Stattdessen müssen Sie zur effektiven Verteidigung Ihrer Blinds die Situation und Ihren konkreten Gegner korrekt einschätzen.

Spieler, Position und Verteidigung der Blinds

Die Position ist der wichtigste Punkt bei der Frage, wann die Verteidigung der Blinds angebracht ist.

Je näher Ihre Gegner am Button sind, desto häufiger raisen sie vor dem Flop. Daraus folgt, dass Sie darauf achten müssen, woher der Raise kam, bevor Sie sich zu einem Call, Reraise oder Fold entschließen.

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Wenn Gus Hansen seinen BB mit 5-3 verteidigt, heißt das nicht, dass Sie das auch tun müssen.

Je früher die Position des Raisers ist, desto stärker ist im Durchschnitt seine Hand und desto tighter müssen Sie daher bei der Verteidigung Ihrer Blinds sein.

Dagegen können Sie bei einem Raise vom Button von einem breiteren Spektrum an Händen ausgehen und daher mit schwächeren Händen die Blinds verteidigen. 

Auch der Spielstil des Gegners spielt eine große Rolle bei der Frage, ob Sie Ihre Blinds verteidigen sollten.

Ein sehr tighter Spieler raist selbst vom Button nicht mit schlechten Karten, während ein Maniac sogar in früher Position mit schwachen Händen erhöht.

Beobachten Sie Ihre Gegner, um herauszufinden, womit diese aus welcher Position raisen, und passen Sie Ihr Spektrum zur Verteidigung der Blinds entsprechend an.

Verteidigung der Blinds für Anfänger

Eines der größten Probleme von Anfängern, die zu oft die Blinds verteidigen, besteht darin, dass sie im weiteren Verlauf der Hand in schwierigen Situationen landen, die sie mehr Geld kosten als der Call vor dem Flop.

Aus diesem Grund empfehlen wir, die Blinds mit sehr wenigen Händen zu verteidigen und nach dem Flop vor allem mit schwächeren Händen nur weiterzuspielen, wenn Sie gut getroffen haben.

Als allgemeine Richtlinie schlagen wir Ihnen vor, zunächst im Small Blind mit 77 bis JJ, TJs+, AK, AQ zu callen und mit QQ+ zu reraisen.

Im Big Blind können Sie dieses Spektrum mit niedrigeren Paaren und Suited Connectors erweitern.

Anfänger sollten aber auf jeden Fall daran denken, dass sie nach einem Call mit den schwächeren Händen dieses Spektrums mehr als ein Paar floppen müssen, um sich in einen großen Pot verwickeln zu lassen.

Verteidigung der Blinds in der Praxis

Sind Sie immer noch nicht überzeugt, wie wichtig eine gute Verteidigung der Blinds für Ihr Gesamtergebnis ist, sollten Sie sich dieses Video mit Daniel Negreanu anschauen. Der Kanadier hat Einiges zum Thema zu sagen.

Negreanu geht einen Schritt weiter als die oben beschriebene Lektion und dringt tief in die mathematischen Grundlagen der Blind-Verteidigung ein.

Nehmen Sie sich einige Minuten Zeit – es lohnt sich. Immerhin hat Negreanu bei Pokerturnieren mehr als 16 Millionen Dollar gewonnen und wurde zuletzt WSOP Champion in Australien.

 

 


Zehn weitere entscheidende Texas Hold'em-Moves

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Redaktion 2013-07-25 05:04:53

@Alpha
Die Spielzüge werden hier so erläutert, dass Anfänger und lernende Spieler sie einüben können.
Das heißt natürlich nicht, dass man sich sklavisch daran halten kann.
Selbstverständlich kann man auch kleinere Paare ohne Position spielen. Allerdings ist das komplizerter.

/die Redaktion

Alpha 2013-07-24 09:53:29

77-JJ :D ahja und 22-66 sind zu schlecht zum setminen. das kann nicht euer Ernst sein