Zehn weitere entscheidende Texas Hold'em Moves: die Block-Bet

Andras Koroknai and Steven Gee

Ein erfolgreicher Pokerspieler wird man nicht, indem man von heute auf morgen eine einzelne Veränderung an seinem Spiel vornimmt. Es gibt jedoch eine Reihe einfacher und leicht durchführbarer Spielzüge, mithilfe derer man seine Bilanz entscheidend verbessern kann.

Wenn Sie diese Moves korrekt anwenden und variieren, vergrößern Sie Ihr Repertoire, mit dem Sie am Pokertisch arbeiten können.

Sie werden besser verstehen, wie Sie Ihre Gegner manipulieren können, und dadurch wandert das Geld fast automatisch in Ihre Taschen.

Die zehn entscheidenden Texas Hold’em Moves (LINK) haben wir Ihnen bereits geliefert, und wollen die Reihe nun mit zehn weiteren Spielzügen fortsetzen.

Heute erläutern wir Ihnen die Block-Bet, die bisweilen auch Blocking-Bet genannt wird. Indem Sie ohne Position mit einer Bet die Kontrolle über den Pot übernehmen, können Sie Ihre Draws für weniger Geld spielen und billiger zum Showdown kommen.

Was ist eine Block-Bet? Als Block-Bet bezeichnet man eine Bet ohne Position, mit der man den Geldbetrag bestimmen will, der in einer Setzrunde in den Pot wandert.

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Block-Bets schützen Ihren Stack.

Was bringt eine Block-Bet? Mit einer marginalen Hand, die einer hohen Bet nicht standhält, können Sie durch eine niedrige Bet, die vermutlich gecallt, aber nicht geraist wird, billiger eine weitere Karte oder den Showdown sehen.

Wann kommt die Block-Bet zum Einsatz? Block-Bets werden immer ohne Position gebracht, da Sie vor Ihrem Gegner agieren.

Gegen wen kommt die Block-Bet zum Einsatz? Da Sie mit einer niedrigen Bet Gefahr laufen, von einem Bluff gereraist zu werden, funktioniert dieser Spielzug am besten gegen tighte und unerfahrene Gegner.

Wo kommt die Block-Bet zum Einsatz? Block-Bets können sowohl in Cashgames und Turnieren effektiv eingesetzt werden.

Die korrekte Anwendung der Block-Bet

Nicht jeder Pokerspieler ist der Meinung, dass Block-Bets effektiv sind. Einig sind sich aber alle, dass Sie Geld verschleudern, wenn man sie verkehrt ausführt.

Unserer Ansicht nach können Sie Ihre Gewinne jedoch definitiv erhöhen, wenn Sie bei den richtigen Gegnern im richtigen Moment eine Block-Bet bringen.

Wichtig bei Block-Bets ist, dass Sie sich Ihrer Spielweise und der Ihres Gegners bewusst sind.

Bei der Frage, ob Sie eine Block-Bet bringen sollten, sind schwächere und tightere Spieler die geeigneten Kandidaten, da erfahrenere und bessere Spieler Sie mit einem Bluff-Raise aus der Hand drängen.

Es gibt vor allem zwei Situationen, in denen Sie eine Block-Bet in Betracht ziehen sollten.

Block-Bet, um billig zum River zu kommen

Stellen Sie sich vor, Sie spielen $1/$2 No-Limit Hold’em und ein Spieler in mittlerer Positon raist auf $6. Der Small Blind callt und Sie callen im Big Blind mit 9 T.

Auf dem Flop kommen A J 5 und Sie callen nach dem Fold des Small Blind eine Continuation Bet über $12. Der Small Blind foldet und auf dem Turn kommt die 2.

Wissen Sie, dass Ihr Gegner in dieser Situation mit einem breiten Spektrum von Händen eine zweite Salve abgibt, können Sie selbst setzen und die Bet so bemessen, dass Sie einen günstigeren Preis für Ihren Flush Draw bekommen.

Bei $42 im Pot könnten Sie $20 setzen, da Ihr Gegner vermutlich eher im Standardbereich von $30 bis $35 anspielen würde.

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Block-Bets sind wichtig für Small Ball Poker.

Neben dem Effekt, dass Sie den River billiger sehen, wenn Ihr Gegner callt, haben Sie außerdem etwas Fold Equity, falls er überhaupt nichts getroffen hat und einfach aufgibt.

Block-Bet, um billig zum Showdown zu kommen

Der am besten geeignete Moment, um die Block-Bet einzusetzen, ist auf dem River, wenn Sie vermutlich die beste Hand halten, aber keine hohe Bet bezahlen wollen, um den Showdown zu sehen.

Kehren wir noch einmal zu dem Cashgame mit Blinds von $1/$2 zurück. Wie im ersten Beispiel raist ein Spieler, der Small Blind callt und Sie callen im Big Blind mit 9 T.

Dieses Mal kommen auf dem Flop T 8 5 und Sie callen nach dem Fold des Small Blind die Continuation Bet des Preflop-Raisers.

Nach der 5 auf dem Turn checken Sie beide und der River bringt die 2.

Nun sind Sie recht sicher, dass Ihr Top Pair die beste Hand ist, wollen aber nicht $35 bezahlen, um dies herauszufinden. Bringen Sie eine niedrigere Bet, können Sie den Showdown vermutlich billiger sehen und haben sogar noch etwas Fold Equity.

Ausgewogene Gestaltung des Block-Bet-Spektrums

Wichtig ist Folgendes: Block-Bets sind gegen gute Spieler deutlich weniger effektiv.

Bringen Sie ohne Position nur mit schwächeren Händen eine niedrige Bet, um billig zum Showdown zu gelangen, werden Sie von guten Spielern einfach geraist und aus dem Pot gedrängt.

Als Gegenmaßnahme müssen Sie Ihr Block-Bet-Spektrum ausgewogen gestalten, indem Sie mit sehr starken Händen genauso spielen.

Nehmen wir an, Sie hätten im zweiten Beispiel mit Fünfen ein Set gefloppt. Auf dem Turn checken Sie, um eine Falle zu stellen, und nun setzen Sie recht wenig, um eine Block-Bet und damit eine schwächere Hand zu repräsentieren, anstatt erneut zu checken und damit einen Bluff zu provozieren.

Ein guter Spieler fällt vielleicht darauf herein und versucht Sie, mit einem Bluff-Raise aus dem Pot zu vertreiben. Auf diese Weise bekamen Sie mit der besten Hand mehr Geld in die Mitte.

Block-Bets in der Praxis

Sind Sie von der Stärke der Block-Bet immer noch nicht überzeugt, sollten Sie diesen Artikel durchlesen oder das folgende Video ansehen, in dem der 13malige Braceletgewinner Phil Hellmuth das Ganze noch einmal erklärt.


 


Zehn weitere entscheidende Texas Hold'em-Moves

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