Zehn weitere entscheidende Texas Hold'em Moves: Isolieren

chip stack art
Isolieren ist ein mächtiger Spielzug, mit dem Sie eindrucksvolle Chipstacks aufbauen können.

Kleine Änderungen in der Spielweise reichen nicht aus, um von heute auf morgen ein erfolgreicher Pokerspieler zu werden. Allerdings gibt es eine Reihe einfacher und leicht durchführbarer Spielzüge, mit denen man seine Bilanz entscheidend verbessern kann. Wir stellen sie in dieser Serie vor.

Nehmen Sie diese Spielzüge an, verpassen Sie ihnen die nötige Feinabstimmung, und Sie werden erfolgreich Ihr Repertoire an Strategien und Taktiken am Pokertisch vergrößern.

Es wird Ihnen leichter fallen, Sie Ihre Gegner zu manipulieren, und dadurch wandert das Geld fast automatisch in Ihre Taschen.

Zehn entscheidende Texas Hold’em Moves haben wir Ihnen bereits geliefert, nun setzen wir die Reihe mit zehn weiteren essenziellen Spielzügen fort.

Heute erläutern wir Ihnen das Isolieren, einen Spielzug, mit dem Sie die Anzahl der Gegner reduzieren und damit Ihre Gewinnchancen auf den Pot erhöhen können.

In bestimmten Situationen sollten Sie keinen Pot mit mehreren Spielern bestreiten. Indem Sie einen Spieler isolieren, erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit, die beste Hand zu bekommen, oder können den Pot dank der Position nach dem Flop gewinnen.

Was ist Isolieren? Zwar gibt es verschiedene Gründe für das Isolieren, doch die grundsätzliche Funktionsweise ist immer gleich. Man bezeichnet damit den Re-Raise eines Eröffnungs-Raises, um die anderen Spieler am Tisch aus dem Pot zu drängen und damit den gewünschten Spieler zu isolieren.

Was bringt Isolieren? Indem Sie die restlichen Gegner am Tisch aus der Hand drängen, a) haben Sie eine größere Chance den Pot mit der besten Hand beim Showdown zu gewinnen oder b) können den Pot dank der Position nach dem Flop für sich entscheiden.

Wo kommt Isolieren zum Einsatz? In Turnieren kommt das Isolieren von Spielern mit kleinen Stacks sehr häufig vor, während das Isolieren von Limpern und Maniacs sowohl in Turnieren als auch Cashgames sehr gebräuchlich ist.

Wann wird isoliert? Wie die meisten Spielzüge beim Poker funktioniert auch das Isolieren in Position am besten.

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Gute Spieler wissen, dass man manche Hände besser heads-up spielt.

Korrektes Isolieren

Da es verschiedene Gründe für das Isolieren gibt, ist es extrem wichtig, die Situation, den Gegner und den Anlass für das Isolieren zu verstehen.

Beim grundlegenden Konzept des Isolierens geht es darum, die Variablen in der Hand so gut wie möglich zu reduzieren und dadurch den Ausgang der Hand besser im Griff zu haben.

Je mehr Spieler in der Hand sind, desto wahrscheinlicher wird es, dass jemand ein Monster floppt oder sich den Pot mit einem kreativen Bluff unter den Nagel reißt.

Indem Sie einen Spieler isolieren, können Sie gleichzeitig die Kontrolle über die Hand übernehmen und Ihre Chancen erhöhen, den Pot zu gewinnen.

Isolieren von kleinen Stacks

Die grundlegendste Form des Isolierens findet man in Turnieren, wenn ein Gegner extrem wenige Chips hat und verzweifelt versucht, zu verdoppeln oder die Blinds und Antes zu stehlen.

Stellen Sie sich vor, Sie sind auf dem Button und der Spieler im Cut-Off hat mit sechs Big Blinds kaum noch Chips. Alle folden und der Cut-Off geht All-In.

Sie wissen, dass dieser Spieler gut ist und sich nicht ausblinden lässt. Stattdessen geht er mit schwächeren Händen lieber ein Risiko ein, um eventuell die Blinds und Antes abkassieren zu können.

Sie schauen in Ihre Karten, sehen AJ und müssen nun Ihr Vorgehen bestimmen.

scott clements chips
Damit kann man einen Shortstack schon psychologisch isolieren.

Callen Sie nur, haben die Blinds sehr gute Pot Odds für Calls mit marginalen Händen (der Big Blind zum Beispiel muss nur fünf Big Blinds bezahlen, um einen Pot mit 20 Big Blinds zu gewinnen).

Und wie zuvor erwähnt, wird es für Sie umso schwieriger, beim Showdown die beste Hand vorzuzeigen, je mehr Gegner im Pot sind.

Schauen wir uns das Ganze in der Praxis an und nehmen an, der Cut-Off ging mit KQ All-In und der Big Blind hat 65s.

In einem Heads-Up-Pot gegen den Cut-Off betragen Ihre Gewinnchancen etwa 60 Prozent, diese sinken aber auf 35 Prozent, wenn der Big Blind sich ebenfalls an der Hand beteiligt. 

Mit unserem Chancenrechner können Sie die Wahrscheinlichkeiten selbst ausrechnen.

Durch den Re-Raise machen Sie es dem Big Blind zu teuer, mit einer spekulativen Hand zu callen, und gelangen stattdessen ins Heads-Up gegen den Spieler mit dem kleinen Stack, der mit einem breiten Spektrum All-In geht.

Isolieren von Maniacs

Im letzten Beispiel isolierten wir, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, im Showdown die beste Hand zu halten, aber der Spielzug kann auch verwendet werden, wenn man einen übermäßig aggressiven Spieler isolieren will, um dann mithilfe der Position nach dem Flop den Pot zu gewinnen.

Stellen Sie sich vor, Sie spielen Cash Game mit Blinds von $1/$2 und der Spieler zu Ihrer Rechten raist viel zu viele Hände und ist allgemein viel zu loose.

Sie wissen, dass er bei einem Raise nicht immer eine starke Hand haben kann, und da Sie Position haben, können Sie sich seinen aggressiven Stil zunutze machen.

Bei seinem nächsten Raise haben Sie 44. Ein Call, um ein Set zu floppen, wäre verlockend, aber da Ihnen das nur in einem von acht Fällen gelingt, werden Sie nach der gegnerischen Continuation Bet meist zu einem Fold gezwungen sein.

Gus Hansen
Beim Isolieren von gut spielenden Maniacs ist Vorsicht geboten.

Ein weiteres Problem bei einem Call besteht darin, dass Sie weitere Spieler hinter Ihnen in den Pot einladen, die nun korrekte Pot Odds mit anderen Paaren, Suited Connectors und anderen spekulativen Händen haben.

Mit einem Reraise drängen diese Spieler aus dem Pot und gelangen ins Heads-Up gegen einen Spieler, der keine Position und ein breites Spektrum an Händen hat. 

Ohne Paar verpasst er den Flop in zwei von drei Fällen, was bedeutet, dass Ihr Gegner nach Ihrer Continuation Bet meist zu einem Fold gezwungen ist.

Isolieren von Limpern

Gegen schwache Spieler, die zu oft limpen, funktioniert das Konzept genauso wie bei dem Isolieren von Maniacs.

Da Limper in der Regel mit mäßigen Händen den Flop sehen wollen, können Sie mit Position auch ohne sehr starke Hand raisen. Meist werden die Limper folden, doch wenn sie callen, ist dies in der Regel ein Fehler.

Einer der schwersten Anfängerfehler beim Poker ist, ohne Position mit schwachen Händen zu oft zu limpen und dann einen Raise zu callen.

Da zu häufiges Limpen außerdem allgemein ein Merkmal schwacher Spieler ist, sollten Sie vor allem in Position sehr gern so viele Pots wie möglich gegen sie austragen.

Jedes Mal, wenn Sie einen Spieler entdecken, der offensichtlich zu oft limpt, sollten Sie deshalb einen Raise in Erwägung ziehen.

Hoffentlich foldet der Rest des Tisches sofort und Sie gewinnen anschließend den Pot direkt, oder aber Sie landen mit Position im Heads-Up gegen einen schwachen Spieler. Das ist immer ein Erfolgsrezept.


Zehn weitere entscheidende Texas Hold'em Moves

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