10 entscheidende Texas Hold’em Moves: Set-Mining

Einige sehr wirkungsvolle Spielzüge machen bei No-Limit Hold‘em den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage, zwischen Profit und Verlust aus.

In dieser zehnteiligen Serie für Anfänger und Fortgeschrittene zeigen wir Ihnen, wie Sie diese mächtigen Moves richtig einsetzen.

Heute geht es darum, wie man Sets jagt, auch Set Mining genannt.  Dies ist einer der direktesten Wege, um bei No-Limit Hold’em Geld zu gewinnen. Spielen Sie niedrige und mittlere Paare ausschließlich mit dem Ziel, ein Set zu floppen, ersparen Sie sich nach dem Flop viel Rätselraten.

Wie funktioniert das Jagen von Sets? In diesem Kontext spielen Sie Paare nur, um ein Set zu treffen. Callen Sie vor dem Flop einen niedrigen Raise, können Sie später einen riesigen Pot gewinnen, wenn Sie ein Set floppen.

Was bringt das Jagen von Sets? Diese Spielweise ist effektiv, weil ein Set in der Regel die beste Hand auf dem Flop ist und meist auch beim Showdown noch vorne liegt. Sets sind außerdem gut versteckte Hände, mit denen Sie gegen hohe Pocket Pairs, starke Top Pairs und Two Pairs große Pots gewinnen können.

Wann sollten Sie ein Set jagen? Anwenden können Sie diese Spielweise in allen Versionen von No-Limit Hold’em, also Cashgame und Turnieren. Am besten funktioniert sie aber beim Cashgame, weil dort die Stacks meist größer sind.

In welchen Situationen sollten Sie ein Set jagen? Wie die meisten Moves funktioniert auch das Jagen von Sets in Position am besten. Ideal sind gegnerische Raises aus früher Position, die Sie mit Ihren niedrigen und mittleren Paaren einfach nur callen. Dank des positionellen Vorteils können Sie nach dem Flop profitablere Entscheidungen treffen.

Die richtige Anwendung

Das wichtigste Konzept, das Sie für die effektive Anwendung des Jagen von Sets kennen müssen, sind die Implied Odds.

Phil Ivey
Weil Sets so gut versteckt sind, werden sie nur von den besten Spielern entdeckt.
 

Da Sie nur in einem von acht Fällen ein Set floppen, ist es von entscheidender Bedeutung, ausbezahlt zu werden. Die Implied Odds drücken aus, was Sie gewinnen können, wenn Sie Ihre Hand treffen.

Als Erweiterung der Pot Odds wird bei den Implied Odds nicht nur das Geld im Pot berücksichtigt, sondern auch das, was Sie in den späteren Setzrunden gewinnen können.

Schauen wir uns die Grundlagen der Implied Odds und deren Zusammenhang zum Jagen von Sets genauer an.

Mathematische Grundlagen der Sets und Implied Odds

Zur Illustration des Konzepts der Implied Odds hier ein kurzes Beispiel:

In einer Partie mit Blinds von 1$/2$ sind Sie im Big Blind und der Spieler in erster Position raist auf 10 $. Alle anderen Spieler folden und Sie haben 22. Der Raiser und Sie haben Stacks mit 300 $.

Mithilfe der Implied Odds kann man nun herausfinden, ob Sie callen sollten, um ein Set zu floppen.

Da Sie keine Position haben und ohne Verbesserung Ihrer Hand kaum zum Showdown gelangen werden, nehmen wir an, dass Sie den Pot nur mit einem gefloppten Set gewinnen können.

Sie müssen 8 $ callen, um 21 $ zu gewinnen. Ihre direkten Pot Odds betragen somit weniger als 3 zu 1. Da Sie nur in einem von acht Fällen ein Set floppen, ist der Call nur dann profitabel, wenn Sie die Implied Odds berücksichtigen.

chip tower
Mit versteckten Sets sollte man die Big Stacks am Tisch angreifen.
 

Da Ihr Gegner aus erster Position geraist hat, hat er vermutlich ein sehr starkes Blatt, und da er obendrein während der restlichen Hand Position hat, wird er vermutlich weiteres Geld investieren.

Floppen Sie ein Set, gewinnen Sie deshalb fast sicher mehr als die 21 $, die vor dem Flop in die Mitte wanderten. 

Dieses zusätzliche Geld in den späteren Setzrunden entspricht Ihren Implied Odds und wenn es die Pot Odds von 8 zu 1 rechtfertigt, die Sie für das Treffen eines Sets bekommen, ist der Call langfristig profitabel.

Damit Sie die 8 $ vor dem Flop profitabel callen können, müssen Sie Ihrem Gegner im Schnitt also 64 $ abnehmen.

Die drei Schlüssel zum erfolgreichen Jagen von Sets

Wie bei jedem Move gibt es endlos viele Variablen, die den Ausgang einer Hand beeinflussen.

Gelingt es Ihnen aber, die folgenden drei Punkte zu meistern, sind Sie auf dem richtigen Weg:

- Die Stacks müssen groß sein: Da Sie nur in etwa einem von acht Fällen ein Set floppen, müssen Sie bei einem Treffer genug Geld gewinnen.

- Das Jagen von Sets funktioniert gegen loose und aggressive Gegner am besten: Ein looser und/oder aggressiver Spieler setzt mit mehr Händen weiteres Geld und gibt Ihnen damit bessere Implied Odds.

- Position ist vorteilhaft: Wie die meisten Moves funktioniert auch das Jagen von Sets in Position am besten. Kennen Sie die Aktion Ihres Gegners, bevor Sie selbst an der Reihe sind, können Sie mit einem Set mehr Geld gewinnen.

Das Set-Jagen in der Praxis

Sind Sie immer noch nicht von der Qualität dieses Spielzugs überzeugt, sollten Sie sich das folgende Video ansehen.

In der dort gezeigten Hand gewinnt Tony G gegen Hoyt Corkins einen Pot mit 206.000 Dollar, nachdem er vor dem Flop mit Sechsen callte und dann auf dem Flop ein Set traf.



 

 


Zehn entscheidende Texas Hold'em Moves:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Comment is under moderation. Thank you!

Noch keine Kommentare