10 entscheidende Texas Hold’em Moves: Der Semi-Bluff

Es gibt eine Handvoll sehr wirkungsvoller Spielzüge, die den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage, zwischen Profit und Verlust ausmachen.

In dieser zehnteiligen Serie für Anfänger und Fortgeschrittene zeigen wir Ihnen, wie Sie diese mächtigen Moves richtig einsetzen.

Heute geht es um den Semi-Bluff, der bei richtiger Anwendung erheblich beeinflussen kann, wie viel Sie mit Ihren auf Flop und Turn getroffenen Draws gewinnen. Anstatt darauf zu warten, ob Ihre Karte ankommt, lernen Sie, wie Sie die Kontrolle über die Hand übernehmen und den Pot sogar gewinnen, wenn Sie nichts treffen.

Was ist ein Semi-Bluff? Im Kern ist ein Semi-Bluff nichts anderes als eine Bet oder ein Raise mit einem Draw. Man erachtet ihn nicht als „reinen“ Bluff, weil Sie eine Hand mit gutem Verbesserungspotential auf Turn oder River haben. Indem Sie setzen oder raisen, eröffnen Sie sich zwei Möglichkeiten, die Hand zu gewinnen. Entweder treffen Sie Ihren Draw und bekommen die beste Hand, oder Sie gewinnen den Pot kampflos, wenn Ihre Gegner folden.

Wann kommt der Semi-Bluff zum Einsatz? Wie die meisten Moves beim Poker funktioniert der Semi-Bluff in Position am besten. Da ein erfolgreicher Semi-Bluff stark auf der Fold Equity beruht, ist er oft nur effektiv, wenn der Gegner mit hoher Wahrscheinlichkeit foldet.

Wo kommt der Semi-Bluff zum Einsatz? Der Semi-Bluff kann in praktisch jeder Pokervariante eingesetzt werden, sofern es einen Draw oder mehrere Setzrunden gibt.

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Lernen Sie den Semi-Bluff, dann haben Sie auch bald gut lachen.
 

Was bringt der Semi-Bluff? Beim Semi-Bluff kombinieren Sie die Pot Equity Ihrer Draws mit der Fold Equity, die Sie beim kampflosen Gewinn des Pots haben. Außerdem gestalten Sie Ihre Bet- und Raise-Spektren ausgewogen.

Mit Semi-Bluffs variieren Sie Ihr Spiel und erschweren Ihren Gegnern die Einschätzung, ob Sie bluffen oder mit einer fertigen Hand setzen.

Die konkrete Anwendung des Semi-Bluff

Da Sie auf dem Flop recht oft einen Draw treffen, ist es wichtig zu wissen, wann ein Semi-Bluff angemessen bzw. rausgeschmissenes Geld ist.

Entscheidend ist daran zu denken, dass Sie beim Semi-Bluff zwei Arten von Equity haben: Pot Equity und Fold Equity. 

Pot Equity bezieht sich auf den Anteil des Pots, der Ihnen ausschließlich auf Basis der Stärke Ihrer Hand „gehört“. Haben Sie auf dem Flop einen Flush Draw und es sind 100 $ im Pot, beträgt Ihre Pot Equity rund 35 $, da Sie Ihren Flush in ungefähr einem von drei Fällen bekommen.

Fold Equity bezieht sich auf die Häufigkeit gegnerischer Folds und den Pot, den Sie gewinnen, ohne Ihren Flush zu treffen. 

Natürlich gewinnen Sie umso mehr Geld mit Ihren Semi-Bluffs, je mehr Equity Sie von beiden Sorten haben.

Die Pot Equity ist einfach zu berechnen, etwa mit der Zweierregel oder Viererregel.

Je mehr Pot Equity Sie haben, desto weniger Fold Equity brauchen Sie, da Sie den Pot öfter gewinnen werden, indem Sie die beste Hand bekommen.

Die Einschätzung der Fold Equity ist allerdings schwieriger. Dafür gibt es keine einfache Formel, sondern es müssen einige Schlüsselfaktoren berücksichtigt werden.

Ist der Gegner tight oder loose? Ist er eine Calling Station?

Da Fold Equity die Möglichkeit eines gegnerischen Fold impliziert, funktioniert Sie selten gegen eine Calling Station, die zwei Overcards oder Bottom Pair nicht ums Verrecken aufgibt.

William Reynolds
Genau diese Hand solltest du jetzt folden.
 

Konzentrieren Sie sich stattdessen auf tighte und weichliche Spieler, von denen Sie wissen, dass Sie sie mit marginalen Händen zum Folden bringen.

Board-Textur und Image am Tisch

Achten Sie auf die Textur des Flops und die Hände, die Sie Ihrem Gegner zutrauen. Je breiter das gegnerische Spektrum ist, desto mehr Fold Equity haben Sie, da er ohne Zögern seinen gesamten Schrott folden wird. 

Haben Ihre Gegner schon viele Semi-Bluffs mit Flush Draws von Ihnen beobachtet, sollten Sie auf einem Flop mit A 5 2 gut überlegen, ob Ihre Aktion glaubwürdig ist. Konzentrieren Sie sich auf solchen Boards eher darauf, Value Bets zu bringen.

Achten Sie auf die weitere Entwicklung des Boards

Beim Semi-Bluffen ist Ihr Hauptziel, den Gegner zum Folden zu bringen, und das in einer Weise, die dem reinen Bluff entspricht. Wie bei einem Bluff mit gar nichts hängen die Erfolgschancen stark von den Karten auf Turn und River ab.

Hohe Karten, vor allem Overcards, sind ideal, wenn Sie semibluffen wollen. Sie hoffen auf Karten, die das gegnerische Spektrum schwächen und Ihres stärken.

Overcards auf Turn und River sind für Bluffs besonders gut geeignet, da sich im gegnerischen Call-Spektrum auf dem Flop viele Top Pairs und Middle Pairs befinden.

Genauere Informationen erhalten Sie in unserem Artikel über den Triple-Barrel-Bluff.

Der Semi-Bluff in der Praxis

Nun ein tolles Beispiel, wie Lex „RaSZi“ Veldhuis sich mit einem Semi-Bluff gegen Phil Ivey einen großen Pot kampflos unter den Nagel reißt.

Veldhuis weiß, dass Ivey auf dem Turn mit sehr vielen Händen setzt, daher hat er sehr viel Fold Equity. Dieser Umstand plus die Outs, die ihm nach einem Call verbleiben, ergeben eine perfekte Situation für einen aggressiven Semi-Bluff.


 


Zehn entscheidende Texas Hold'em Moves:

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