10 entscheidende Texas Hold’em Moves: Das Squeeze Play

farazjaka
Faraz Jaka ist ein Meister des Squeeze Plays.

Es gibt eine Handvoll sehr wirkungsvoller Spielzüge, die den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage, zwischen Profit und Verlust machen.

In dieser zehnteiligen Serie für Anfänger und Fortgeschrittene zeigen wir Ihnen, wie Sie diese mächtigen Moves richtig einsetzen.

Heute beschäftigen wir uns mit dem Squeeze Play, ein Spielzug, der Ihre Winrate deutlich erhöhen kann, und zwar unabhängig von den Karten, die Sie bekommen.

Prägen Sie sich die Grundkonzepte dieses Spielzugs ein und beachten Sie die Spielweise Ihrer Gegner. Wir helfen Ihnen, wie Sie den letzten Cent aus Ihren Pokersessions herauspressen können.

Was ist ein Squeeze Play: Das Squeeze Play bezeichnet eine Chance zum Bluff, wenn ein looser Spieler vor dem Flop erhöht und ein weiterer looser Spieler bezahlt. Der „Squeeze“ (zu deutsch: „Auspressen“) ist eine große 3-Bet, die beide Spieler aus der Hand drückt.

Warum wendet man das Squeeze Play an: Weil LAG-Spieler mit einer großen Bandbreite von Händen erhöhen und der zweite hier bezeichnete Spieler ebenfalls mit einer großen Range bezahlt, um sich den Flop anzusehen. Beide Spieler haben damit oft keine Hand, mit der sie eine 3-Bet bezahlen können.

Wer wendet das Squeeze Play an: Gute Spieler, die LAGs erkennen, weil sie zu oft eröffnen. Gute Spieler, die schwache, passive Gegner erkennen, die zu oft callen.

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Suchen Sie nach Spielern mit loosem Image.
 

Wann wendet man das Squeeze Play an: Squeeze Plays eignen sich sowohl für Turniere als auch für Cash Games. Allerdings funktioniert es nur in Varianten, die große Bets erlauben, etwa NLHE und PLO.

In Limit-Partien kann man nicht genug erhöhen, um die Gegner zum Fold zu zwingen.

Das korrekte Squeeze Play

Im Grunde beruht der Squeeze auf dem loosen image des ersten Raisers und dem Caller, der um dieses loose Image weiß.

Stellen Sie sich das so vor:

Spieler A (Raiser): Besitzt das Image eines loosen Spielers, der mit einer großen Range eröffnet.

Spieler B (Caller): Kennt das Image von Spieler A und callt mit vielen Händen, um dieses Image auszubeuten.

Es ist entscheidend, dass Sie die richtige Balance zwischen loosen Raises und loosen Calls finden und erkennen, damit Sie möglichst viele Doppel-Folds erzwingen können.

Aber das ist nicht alles. Wichtig ist ferner:

Die Erhöhung muss kräftig ausfallen. Ein Squeeze Play muss groß sein, damit die Gegner tatsächlich zum Fold gezwungen werden.

Ein Squeeze Play sollte mindestens das Fünffache der ursprünglichen Bet betragen.

Je weniger Spieler hinter Ihnen sitzen, desto besser. Im Idealfall sind nach Ihnen nicht mehr viele Spieler an der Reihe. Je mehr Spieler noch hinter Ihnen sitzen, desto größer die Chance, dass noch jemand mit einer starken Hand aufwacht.

Außerdem ist es von Vorteil, wenn die Spieler hinter Ihnen eher tight sind und die Chance selten besteht, dass sie noch light bezahlen.

Ihre Glaubwürdigkeit und Ihr Image. Wie Sie bisher gespielt haben und was Ihre Gegner über Sie wissen, entscheidet darüber, ob jemand bereit ist, Sie light zu callen. Je tighter Sie bisher gespielt haben, desto besser.

Das All-in Squeeze Play in Turnieren

Eine typische Form des Squeeze Plays findet man in Turnieren, in denen jemand all-in „squeezet“.

Es gibt zwei Gründe dafür, warum dies der einfachste und effizienteste Weg für ein Squeeze Play ist.

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Das Squeeze Play ist ein mächtiger Spielzug.
 

Kein Post-Flop-Spiel. Entweder bekommt man einen Call oder eben nicht. Problematische Situationen nach dem Flop sind damit ausgeschlossen.

Zusätzliche Stärke. Wenn der Gegner sein Turnierleben aufs Spiel setzen muss, um den Call zu machen, wird er eine größere Handrange folden.

Auch beim Turnier-Squeeze benötigt man einen loosen Raiser und Caller, aber es gibt auch noch andere Faktoren, die man beachten muss.

Auch die Größe des eigenen Chipstacks, die Größe der anderen Chipstacks und die Blindlevels müssen bei einem Turnier-Squeeze einbezogen werden.

Wie bei einem allen Squeezes muss man ausreichend Chips haben, um die Gegner zum Fold zu zwingen, aber in einem Turnier muss der Stack auch im richtigen Verhältnis zu den Blinds stehen.

Nutzen Sie Situationen, in denen Sie etwa 15 Big Blinds besitzen. Mit weniger Big Blinds geben Sie Ihren Gegnern einen guten Preis für einen Call.

Das Squeeze Play in der Praxis

Falls Sie jetzt noch gerne ein praktisches Beispiel hätten, sehen Sie sich das Beispiel unten vom Main Event der WSOP 2004 an.

Dan Harrington ist hier der Spieler, der sowohl Josh Arieh als auch den späteren Sieger mit einem riskanten, aber gut gesetzten Squeeze Play aus dem Pot drückt. Die Hand, mit der er sich hier den Pot sichert: 6-2 off.


 


Zehn entscheidende Texas Hold'em Moves

 

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