10 entscheidende Texas Hold’em Moves: der Soul Read

Den Gegner am Pokertisch zu durchschauen wirkt oft wie Schwarze Magie, doch in Wirklichkeit handelt es sich schlicht um harte Arbeit.

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Einige sehr wirkungsvolle Spielzüge machen bei No-Limit Hold‘em den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage, zwischen Profit und Verlust aus.

In dieser zehnteiligen Serie für Anfänger und Fortgeschrittene zeigen wir Ihnen, wie Sie diese mächtigen Moves richtig einsetzen.

Heute erklären wir Ihnen, wie man seinen Gegner durchschaut.

Was wie eine übernatürliche Fähigkeit wirkt, die einem Wahrsager ähnelt, der in eine Kristallkugel schaut, ist nichts anderes als eine gut durchdachte Folge von Beobachtungen, die zur richtigen Entscheidung führt.

Wir zeigen Ihnen, wann man grandiose Calls mit einem Ass als höchste Karte oder Bottom Pair machen kann. Mit ihnen beeindrucken Sie nicht nur die anderen Spieler am Tisch, sondern gewinnen auch mehr Geld.

Was ist mit dem Durchschauen des Gegners gemeint? Vom Durchschauen des Gegners spricht man, wenn jemand eine korrekte, aber sehr schwere Entscheidung trifft, die über die vorhandenen Informationen durch den Verlauf der Hand hinausgehen.

Wann kommt das Durchschauen des Gegners zum Einsatz? Der grandiose Call oder Fold sind zwar die Kennzeichen, doch das Durchschauen des Gegners ist in Wirklichkeit ein Prozess, der mit dem Beginn der Hand einsetzt. Er fängt an, wenn Sie beginnen, die Teile des Puzzles zusammenzusetzen.

Wo kommt das Durchschauen des Gegners zum Einsatz? Jederzeit in jeder Pokervariante. Schaffen Sie es, Ihren Gegner auf seine exakte Hand zu setzen und zu erkennen, warum er bestimmte Aktionen ausführt, haben Sie ihn durchschaut.

Welchen Gegner können Sie durchschauen? Um richtig zu liegen, müssen Sie Ihren Gegner in- und auswendig kennen. Was auf die anderen Spieler am Tisch oft wie eine unfassbare Schlussfolgerung wirkt, ist nur aufgrund der Kenntnis des Gegners und Ihrer gemeinsamen Vorgeschichte mit ihm möglich.

Daniel Negreanu
Daniel Negreanu ist bekannt für seine ausgezeichneten Reads.
 

Wie man seinen Gegner durchschaut

Zu verstehen, wie man seinen Gegner durchschauen kann, ist besonders wichtig, da eine der wichtigsten Fähigkeiten beim Poker überhaupt verlangt wird: Aufmerksame Beobachtung.

Poker ist ein Spiel der Informationen, und es gewinnt derjenige, der die meisten Informationen sammelt und diese möglichst optimal in korrekte Entscheidungen umwandelt.

Sie müssen sämtliche Aktionen Ihrer Gegner beobachten, ganz gleich, ob Sie an der Hand beteiligt sind oder nicht. Zu wissen, wie ein Spieler seine Draws spielt oder sich mit den Nuts verhält, ist entscheidend, um ihn im entscheidenden Moment zu durchschauen.

Verfolgen Sie einen Gegner permanent und gleichen diese Informationen mit Ihrem Vorwissen über ihn und seine Tendenzen ab, sind Sie auf dem besten Weg, ihn zu durchschauen.

Vor dem Durchschauen des Gegners kommt die Handanalyse

Die einfachste Methode der Handanalyse beim Poker besteht darin, alle möglichen Hände in größere Gruppen einzuteilen. Diese Gruppen nennt man „Spektren“ (engl.: „Range“).

Ein Spektrum enthält alle Kombinationen von Karten, mit denen ein Spieler bestimmte Aktionen vornimmt.

Phil Ivey
Phil Ivey ist bekanntlich der einzige Spieler, der anderen direkt in die Seele sehen kann.
 

Bottom Set und Top Two Pair zum Beispiel sind beides starke Blätter, die zum Spektrum der Hände gehören, mit denen ein Spieler Value Bets bringt. Ein Ass als höchste Karte und totaler Schrott dagegen zählen zum Bluff-Spektrum.

Denken Sie aber daran, dass verschiedene Spieler verschiedene Spektren haben. Einigen Spielern reicht Top Pair aus, um ihren gesamten Stack zu investieren, während ein guter Spieler kein Problem damit hat, Two Pair in der richtigen Situation aufzugeben.

Im Wesentlichen können Hände in vier grundlegende Spektren eingeteilt werden:

  • Monster und die Nuts: Mit diesen Händen setzt oder raist Ihr Gegner und hat auch kein Problem, damit All-In zu gehen. Die meisten Spieler betrachten ein Set und alle besseren Hände als Monster.
  • Hände mit Showdown Value: Das sind Hände wie Top Pair, die Ihr Gegner häufig für die beste Hand hält, mit denen er aber vermutlich nicht bereit ist, seinen gesamten Stack zu riskieren.
  • Draws: Flush Draws, Open-ended Straight Draws und Kombinations-Draws, die sich recht oft zur besten Hand entwickeln können, momentan aber noch nichts wert sind.
  • Bluffs und Schrott: Hände, die den Showdown nicht gewinnen können.

Sobald Sie in der Lage sind, Ihren Gegner auf ein verlässliches Spektrum zu setzen, werden Sie gute Entscheidungen treffen. 

Wichtige Fragen

Für die perfekte Handanalyse gibt es kein simples Rezept, vielmehr sollten Sie immer in der Lage sein, einige grundlegende Fragen zu beantworten.

Stellen Sie sich folgende Fragen, wenn Sie die gegnerischen Aktionen durchleuchten:

  • Was für ein Spielertyp ist er? Ist Ihr Gegner loose oder tight? Passiv oder aggressiv?
  • Spielt er zu viele Hände? Die einfachste Methode zur Bestimmung, ob ein Spieler loose oder tight ist, besteht darin zu verfolgen, wie oft er Geld investiert. Spielt jemand mehr als 20 Prozent seiner Hände, kann man ihn auf jeden Fall als loose einschätzen.
  • Callt er oder setzt bzw. raist er meist? Spielt ein Gegner viele Hände, raist oder setzt aber fast nie, können Sie ihn auf jeden Fall als passive Calling Station einordnen. Übernimmt ein Gegner dagegen ständig mit Bets und Raises die Initiative, können Sie ihn als aggressiv einschätzen.
  • In welcher Position befindet sich Ihr Gegner? Position ist beim Poker sehr wichtig, das wissen die meisten Spieler. Je später die Position, desto breiter das Spektrum. Da auch das Gegenteil gilt, sollten Sie Raises aus früher Position mehr Respekt zollen.

Der Soul Read in der Praxis

Meinen Sie weiterhin, dass es sich beim Durchschauen des Gegners um ein Märchen oder eine alte Legende handelt, sollten Sie sich dieses Video mit dem Bracelet-Gewinner Max Lykov anschauen.

Der Russe widersetzt sich scheinbar jeder Logik und bringt mit einem König als höchste Karte einen enormen Call. Und er tut dies voller Selbstvertrauen.


 


Zehn entscheidende Texas Hold'em Moves:

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