10 entscheidende Texas Hold’em Moves: Falsche Botschaften

mike caro
Mike Caro weiß ein paar Dinge über richtige und falsche Tells.

Beim Poker hat Gewinnen nicht unbedingt ausschließlich mit den Grundlagen zu tun. Stattdessen gibt es einige sehr wirkungsvolle Spielzüge, die bei No-Limit Hold‘em den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage, zwischen Profit und Verlust ausmachen.

In dieser zehnteiligen Serie für Anfänger und Fortgeschrittene zeigen wir Ihnen, wie Sie diese mächtigen Moves richtig einsetzen.

Heute erklären wir Ihnen, wie man seinem Gegner falsche Botschaften übermittelt. Auf diese Weise können Sie Ihre Gegner auf die falsche Fährte locken und ihnen die richtige Entscheidung deutlich erschweren.

Beherrschen Sie es, falsche Botschaften auszusenden, gelingt es Ihnen womöglich, Ihre Gegner mit der besten Hand zum Folden zu bringen oder zum All-In zu bewegen, wenn sie geschlagen sind.

Im Englischen spricht man in einem solchen Fall von „Reverse Tells“.

Was ist mit falschen Botschaften gemeint? Es geht darum, dem Gegner mit einer bewussten Mimik, Gestik oder Aktion eine Fehlinformation über Ihre Hand zu übermitteln.

Warum bringen Sie falsche Botschaften zum Einsatz? Pokerspieler achten auf viele verschiedene mimische oder gestische Ausdrücke. Indem Sie diese in den richtigen Situationen vorspiegeln, können Sie den gegnerischen Gedankengang beeinflussen.

In welcher Situation kommen falsche Botschaften zum Einsatz? Um eine falsche Botschaft erfolgreich zu übermitteln, brauchen Sie einen aufmerksamen Gegner. Dieser Move funktioniert also gegen erfahrene und gute Spieler.

Wann kommen falsche Botschaften zum Einsatz? Am häufigsten bei einem hohen Einsatz oder Raise, wenn Ihr Gegner überlegt, ob er callen oder folden soll.

Falsche Botschaften für Anfänger

Die Essenz einer falschen Botschaft besteht darin, die gegnerische Reaktion durch eine Fehlinformation zu beeinflussen.

Daniel Negreanu
Wer gut im Erkennen von Tells ist, ist anfällig für Reverse Tells.
 

Wissen Sie zum Beispiel, dass Ihr Gegner Joe Navarros Buch “Read ‘Em and Reap“ gelesen hat, können Sie aus dessen Vorwissen über verräterische Signale beim Poker Kapital schlagen.

Navarro meint, dass Pokerspieler mit einer starken Hand näher an ihre Karten und Chips heranrücken, bzw. sich mit einer schwachen Hand davon entfernen.

Beim nächsten Mal, wenn Sie mit einem Bluff All-In gehen und Ihr Gegner offensichtlich vor einer schwere Entscheidung steht, sollten Sie sich deshalb nach vorne lehnen und sich so auf Ihre Karten zubewegen, als wären Sie Ihre zwei besten Freunde.

Falsche Botschaften für Fortgeschrittene

Auf der nächsten Stufe falscher Botschaften geht es darum, Ihre Gegner während einer ganzen Session oder mehreren Sessions in die Irre zu führen.

Sorgen Sie zunächst dafür, dass die anderen Spieler ein bestimmtes Verhaltensmuster bei Ihnen wahrnehmen, können Sie dies später ausnutzen, um einen Fehler zu provozieren.

Nehmen wir zum Beispiel an, dass Sie jedes Mal, wenn Sie mit einem Monster setzen oder raisen, das Gesprächsthema wechseln, als ob Sie Ihre Gegner von der Hand ablenken wollten.

Glauben Sie, Ihr Gegner hätte dies bemerkt, tun Sie dasselbe bei einem riesigen Bluff.

Falsche Botschaften funktionieren nicht hundertprozentig, doch es gibt viele Momente beim Poker, in denen Spieler in einer schwierigen Situation zwischen Call und Fold hin- und hergerissen sind. Manchmal brauchen sie nur einen Schubs in die richtige Richtung.

Die fünf wichtigsten falschen Botschaften

Für jedes verräterische Signal gibt es eine schlichte Umkehrung.

Bedeutet das Signal in der Regel ein Monster, sollten Sie es immer einsetzen, wenn Sie bluffen, und Ihrem Gegner einen weiteren Grund für einen Fold liefern.

Bedeutet das Signal in der Regel einen Bluff, sollten Sie es einsetzen, wenn Sie mit den Nuts setzen oder raisen.

Hier die fünf wichtigsten Signale, die Sie umkehren können:

phil hellmuth looking up
Wer wegsieht, könnte bluffen.
 
  • Stark ist schwach, schwach ist stark: Die meisten Spieler glauben, dass ein Gegner mit einer starken Hand meist Schwäche vorgaukelt, um den Gegner zu verwirren.Das Gegenteil gilt für jemanden, der blufft. Selbstbewusst gebrachte Bets, das Anstarren des Gegners oder forsch vorgetragene Worte sind nur ein paar Methoden, Stärke vorzuspiegeln
  • Zittrige Hände bedeuten ein Monster: Viele Spieler, vor allem Anfänger, sind mit einem Monster nervöser als mit einem Bluff. Aus diesem Grund denken viele, dass eine Bet mit einer zittrigen Hand vermutlich auf die Nuts verweist.
  • Angestrengtes Betrachten des Flops oder Wegschauen: Ähnlich wie bei dem Gedanken “Stark ist schwach, schwach ist stark“ verweist der Blick eines Spielers auf den Flop und anschließendes Wegschauen darauf, dass ihm das Board gefällt und er versucht, desinteressiert zu wirken. Betrachtet ein Spieler den Flop lange, bedeutet dies in der Regel, dass er nichts getroffen hat
  • Blick auf die Chips: Wirft ein Spieler nach dem Flop einen raschen Bick auf seine Chips, heißt dies meist, dass er irgendetwas getroffen hat
  • Sinnloses Gerede: Unterhält sich ein Spieler normalerweise sehr gepflegt und fängt dann an, in einer teuren Hand Unsinn zu erzählen, blufft er in der Regel.

Falsche Botschaften in der Praxis

Glauben Sie immer noch nicht an die Kraft falscher Botschaften, sollten Sie sich diese Hand aus dem Main Event der WSOP 1998 anschauen.

In der letzten Hand zwischen Scotty Nguyen und Kevin McBride liegt auf dem Board ein Full House mit drei Achten und zwei Neunen.

Nguyen hatte eine Neun und trieb McBride mit dem berühmten Zitat „Wenn du das callst, ist alles vorbei“ („If you call this, it’s gonna be all over, baby“) in den Call.

Nguyen setzte auf das bekannte Signal, dass vorgebliche Stärke Schwäche bedeutet und umgekehrt. Mit einem Monster gab er Stärke vor und brachte McBride dazu zu glauben, er wolle den Pot stehlen.

Interessant wird es ab Minute 3.


 


Zehn entscheidende Texas Hold'em Moves:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Comment is under moderation. Thank you!

Klaus Engmann 2013-03-26 02:04:28

pokern lernen macht Spaß