Wynn vs. Okada – Kampf der Titanen

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Foto aus besseren Tagen - Okada und Wynn.

Sie waren einst DAS Traumduo der internationalen Casino-Industrie: Steve Wynn und sein japanischer Partner Kazuo Okada stemmten gemeinsam Milliarden-Projekte und bahnten sich den Weg auf den Olymp in Las Vegas. Nun trennt sich das „Business-Traumpaar“ und bringt das gemeinsame Unternehmen Wynn Resorts in eine bedrohliche Lage.

Gerüchte über diese zerrüttete Geschäftsbeziehung gab es schon lange. Doch seit Anfang des Jahres sind die Nebengeräusche des Rosenkriegs zwischen dem 70-jährigen Steve Wynn und seinem milliardenschweren Partner und größtem Aktionär Kazuo Okada nicht mehr unter der Decke zu halten.

Die beiden Schwergewichte beschuldigen sich gegenseitig, massiv gegen Antikorruptionsgesetze verstoßen zu haben. Natürlich werden die Vorwürfe beidseitig bestritten. Sollten die Anschuldigungen sich als wahr erweisen, könnten die Imperien der beiden Granden allerdings schwer ins Wanken geraten.

Die amerikanische Regierung schaut sich schon seit langem die Aktivitäten der im  Ausland agierenden US-Firmen etwas genauer an. Der Foreign Corrupt Practices Act (FCPA) wurde extra dafür geschaffen, um Korruption und Bestechung auch außerhalb der amerikanischen Grenzen bekämpfen zu können.

Dabei kommt der auf gegenseitige Vernichtung ausgerichtete Krieg zum aller ungünstigsten Zeitpunkt. Okada soll mit massiven Liquiditätsproblemen zu kämpfen haben, Steve Wynn verlor nach der Scheidung von seiner Frau 50% seines Aktienpakets und die Wynn Aktie seit Oktober letzten Jahres 24% ihres Wertes.

Kazuo Okada war dem um die Jahrtausendwende taumelnden Steve Wynn im Jahr 2000 wie ein Prinz aus dem Morgenland erschienen. Wynn hatte einst Las Vegas irgendwie vom Mafia-Geruch befreit, das Mirage und Bellagio gebaut und so den Strip quasi neu erfunden.

Dann kam Milliardär Kirk Kerkorian und der stets lächelnde Steve verlor die Kontrolle über sein Imperium. Doch dann lernte Steve Wynn den fast gleichaltrigen Okada kennen. Der Casino-Mogul war einer der reichsten Männer Japans und kaufte für 260 Millionen Dollar die Hälfte der Aktien des Wynn Resort.

Für das Gespann begannen die goldenen Jahre. Das Wynn-Casino wurde in Las Vegas gebaut. Und auch im gerade erwachenden Macao eröffnete eine gemeinsame Spielbank. Doch dann geriet Okada in seinem japanischen Heimatmarkt finanziell unter Druck und versuchte Aktien des Wynn Resorts, über die auch Steve Wynn Stimmrechtskontrolle hatte an seine eigene Firma Aruze zu verkaufen. Der einstige Unternehmensgründer befürchtete daraufhin, die Kontrolle in Wynn Resort zu verlieren. Ein erster Bruch in der vormals so soliden Männerfreundschaft. 

Im Sommer 2007 begann der Stern von Okada dann endgültig den Sinkflug anzutreten. In Asien, vor allem auf den Phillipinen hatte der 69-Jährige begonnen, milliardenschwere Casino-Projekte in Angriff zu nehmen. Für Wynn waren die Unternehmungen, gebaut und geplant in für internationale Casino-Betreiber gebauten Neuland mit einem zu hohen Risiko behaftet. Er riet Okada diese Geschäfte dem Wynn Resort zu überlassen und stieß dabei auf taube Ohren.

Nachdem sich in den kommenden Monaten die Missverständnisse vor allem bezüglich der asiatischen Projekte zu häufen. Die Zeit der Anwälte war gekommen. Am 30. September des vergangenen Jahres konfrontierten Vertreter der Rechtsabteilung von Wynn Resort Okada erstmals mit Korruptionsbedenken.  Außerdem hätte Okada seine treuhändlerischen Pflichten als Board-Member missbraucht. Sein Kasino auf den Philippinen könnte den Geschäften von Wynn Resort in Asien Konkurrenz machen.

Zeit für den letzten Vorhang. Steve Wynn engagierte einen früheren FBI-Mann, um die Aktivitäten Okadas auf den Philippinen zu durchleuchten. Okada wiederum verlangte von Wynn eine Spende in Höhe von 135 Millionen Dollar an eine Privatstiftung in Macao zu dokumentieren. Außerdem verlangte er die Dokumentation einer Investition in Höhe von 125 Millionen Dollar in Unternehmungen von Wynn Resort.

Im Februar 2012 folgte die Antwort. Der Ermittler von Wynn in Sachen Casino Philippinen hatte herausgefunden, dass Okada mehrere philippinische Regierungsbeamte bestochen hatte. Okada bekam von Wynn daraufhin den Abschiedsbrief: der Japaner gefährde die Casino-Lizenz von Wynn Resort und sei als Aktionär deshalb nicht mehr tragbar.

Die 20 Prozent des Japaners wurden daraufhin mit einem Wert von 2,8 Milliarden Dollar taxiert. Lediglich 20 Prozent müssten davon sofort bezahlt werden. Für den Rest müsse Okada gemäß der Satzung der Gesellschaft und den Gesetzen des Bundesstaates Nevada warten.

Okada sieht darin eine ungerechtfertigte Eingriffnahme in seine Aktionärsrechte. Wer in der Scheidung am Ende Recht behält, darüber befinden nun die Anwälte.

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