WSOPE Main Event Tag 3 – ins Geld und ins Geschichtsbuch

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Maria Ho war die letzte Frau im Feld.

Moritz Kranich ist der letzte Deutsche, Max Silver Chipleader. Maria Ho war die letzte Frau im Feld, und Tony G. fand wieder einen Grund, sich aufzuregen.

Der dritte Tag begann mit einer Neuerung: Anstatt wir üblich bis auf drei Tische herunterzuspielen, wurde das Ziel auf zwei Tische angesetzt, um am morgigen vierten Tag an den beiden Kameratischen alle Hände komplett für das Fernsehen aufzeichnen zu können. Außerdem findet am Mittwoch der Caesar‘s Cup statt, und der braucht ja auch ein bisschen Raum.

Ein ambitioniertes Ziel bei einer Startzahl von 118, die dann auch erwartungsgemäß nicht erreicht wurde.

 

Barry „Bubble“ Greenstein

Als am Nachmittag die spannende Hand-for-Hand-Phase erreicht war, rechnete niemand damit, dass es ausgerechnet einer der arriviertesten Profis sein würde, der als erster die Nerven verlor und seine Chips komplett riskierte.

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Barry Greenstein, the Bubble of Poker.

Wie könnte es auch anders sein, verlor Greenstein auch noch mit der besseren Hand. Sein A-Js dominierte K-Js des Callers deutlich, doch auf dem Board hatte er schon seinen Flush zusammen, und der Robin Hood of Poker hatte nicht einmal mehr einen Redraw.

Greenstein reagierte, wie man es von ihm kennt. Mit stoischer Ruhe zog er ein Exemplar von „Ace on the River“ aus der Tasche, signierte es, stand auf, wünschte allen Spielern Glück und wanderte mit den Händen in den Hosentaschen unberührt aus dem Saal, während gleichzeitig unter den meisten verbliebenen Spielern Jubel ausbrach.

Pot des Tages

Den bisher größten Pot des Turniers spielten Constant Rijkenberg und Online Triple Crown Träger Chris „moorman1“ Moorman, und zwar ebenfalls auf der Bubble.

Bei Blinds 2500/5000 erhöhte Moorman (400k Chips) aus dem Hijack auf 12.000, und Rijkenberg (600k Chips) konterte mit einer 31k Bet vom Big Blind, die Moorman callte.

Der Flop fiel J 4 4, und Rijkenberg setzte von vorne 25.000. Moorman erhöhte auf 56.000, und Rijkenberg bezahlte ohne Zögern. Auf dem Turn 5 checkcallte Rijkenberg eine 114.000 Bet von Moorman.

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Constant Rijkenberg hielt die Verluste dieses Mal in Grenzen.

Auf dem River 9 checkte Rijkenberg noch einmal, und Moorman schob – wir sind schon Hand-for-Hand – all seine Chips in die Mitte. 229.000 war die Bet. Rijkenberg zweigte den entsprechenden Chipstack von seinem eigenen ab, überlegte mehrere Minuten und setzte den Call. Moorman zeigte Damen und gewann eine halbe Million Chips.

Rijkenberg versuchte danach, mit derselben Aggression weiterzuspielen, doch ihm gelang nichts mehr. Der Holländer mit der seltsamen Shares- Verkaufsstrategie schied nicht viel später aus. Vielleicht wollte er ja dieses Mal seine Verluste kleiner halten.

Erst Stunden später spielten Matt Waxman und Shawn Buchanan einen noch größeren Pot. Buchanan hielt Quad Dreien, Waxman ahnte es und callte dennoch mit seinem Overpair all-in. Er verließ den Spielsaal tief in Selbstgespräche vertieft.

Tony G.‘s Full-House-vs-Flush-beinahe-Fiasko

Da hätte Tony G. doch fast die Contenance verloren. Bei anderen Leuten würde man sagen, er fluchte wie ein Kesselflicker/Droschkenkutscher/Landsknecht (je nachdem, wo Sie wohnen).

Gegen elf Uhr abends und bei Blinds 4000/8000/1000 riskierte der G. sein Turnier pre-Flop mit J J, und bekam den Call von Ilan Boujenah mit A Q. Auf dem Flop vielen 8-6-3 in Pik, sodass Boujenah zum Nutflush zog. Die 3 auf dem Turn war eine Blank und auf dem River fiel der J, der Flush und Full House komplettierte.

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Tony G. - "Wie kann man nur so blöd sein?"

G. sprang auf und feierte seinen Sieg in dieser Hand, aber der Dealer hatte nur den Flush gesehen und zog Tony G.‘s Karten in den Muck. Daraufhin änderte sich Tony G.‘s Tonlage dramatisch und von den Dingen, die er dem Dealer zuschrie, war „wie kann man nur so blöd sein“ noch eines der freundlicheren.

Der Floorman musste anrücken, und alle Spieler am Tisch erklärten, die Hand gesehen zu haben, sodass Tony G. ordnungsgemäß alle Chips erhielt. Tony G. musste wegen seines Verhaltens eine Hand aussetzen und freute sich besonders über seine erste WSOP-Verwarnung.

Cowboys und Franzosen

WSOPE Executive Director Ty Stewart zog schon mal ein positives Resümee:

„Wir Cowboys aus Las Vegas müssen zwar ein bisschen an unserem Französisch arbeiten, aber wie man „très bien“ sagt, haben wir in den letzten Wochen perfekt gelernt“, grinst Stewart. „Wir haben hier alles erreicht, was wir wollten, Barrière Poker war ein ausgezeichneter Gastgeber, und wir freuen uns jetzt schon darauf, die Pokerstars nächstes Jahr wieder in Cannes begrüßen zu dürfen.“

Die wichtigsten Eckdaten, Rekorde und Zahlen der WSOP und WSOPE finden Sie hier in der Übersicht.

Die letzte Mohikanerin

Mit Liv Boeree, Melanie Weisner und Maria Ho waren drei respektable Spielerinnen an Tag 3 des WSOPE Main Events angetreten. Alle drei erreichten die Geldränge und verspielten ihre Chips dann entweder in Coin Flips (Maria Ho) oder hatten einfach die schlechteren Karten (Weisner mit A-K vs. K-K, Boeree mit A-J vs. A-K).

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Moritz Kranich - letzter Deutscher im Feld.

Maria Ho war die letzte SpielerIN, die das Feld verließ. Sie wurde 29. und kassierte dafür €32.000.

Moritz Kranich

Ein einzelner deutscher Spieler kämpfte sich heute durch das Feld der Stars und Amateure, und jetzt raten Sie mal, wie er heißt. Als einer der wenigen „echten“ Profis, die ohne Sponsor auskommen und deswegen tatsächlich Geld gewinnen müssen, wenn sie Profit machen wollen, ist der EPT-Sieger und Bellagio Cup Gewinner nach Südfrankreich gekommen, und nun richten sich all unsere Augen auf ihn.

Moritz Kranich gelang auch der Sprung in Tag 4, genau wie 22 weiteren Spielern. Von den angestrebten 16 blieb man damit ein ganzes Stück entfernt.

Unter den verbliebenen Kandidaten sind aber immer noch genügend große und interessante Namen für einen Klasse-Finaltisch. Erik Seidel ist noch im Feld, Patrik Antonius und Tony G. ebenso, aber auch EPT-Gründer John Duthie und Chris Moorman, der das Feld bis kurz vor Schluss anführte.

Am Mittwoch geht es mit den letzten drei Tischen weiter. Außerdem steht der Caesar’s Cup auf dem Programm: Europa gegen Amerika. Heute wurde erstmals auch Gus Hansen im Majestic Hotel gesichtet. Er wird also wohl seinen Platz im Team einnehmen. Noch nicht klar ist, wer anstelle von Jake Cody spielt, der noch immer im Main Event vertreten ist.

Vorläufiger Chipcount:

1. Max Silver - 1.780.000
2. Chris Moorman - 1.769.000
3. Amir Levahot - 1.398.000
4. Shawn Buchanan - 1.267.000
5. Dermot Blain - 1.200.000
6. Jeremy Kottler - 943.000
7. Brian Roberts - 901.000
8. Elio Fox - 889.000
9. Andrew Moseley - 863.000
10. Giuseppe Sammartino - 838.000

12. Patrik Antonius - 696.000

14. Moritz Kranich - 571.000

16. Jake Cody - 52.000

20. Erik Seidel - 242.000

22. Tony G. - 226.000

Den kompletten Chipcount finden Sie unter wsop.com.

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