WSOPE Main Event - Shulman schlägt Negreanu

Barry Shulman
Der Sieger und viele Königinnen.

Barry Shulman, Vater des November Niners Jeff Shulman und Besitzer des CardPlayer Magazins, gewann in der Nacht das dritte WSOPE Main Event.

Auf dem Weg zum Titel musste Shulman sich gegen einen Finaltisch durchsetzen, der zu den besten gehörte, die es je bei der WSOP gab.

Barry Shulman, der 2001 ein Bracelet in Stud Hi-Lo gewann, nach seinem Triumph exklusiv im Interview:

„Als ich nach Vegas zog, begann ich Poker zu spielen, um zu testen und zu beweisen, dass ich die besten der Welt schlagen kann. Eine Zeitlang spielte ich ziemlich gut, und den Beweis lieferte ich vor zehn Jahren. Danach habe ich weniger gespielt. Ich ging wieder arbeiten, kaufte den CardPlayer, aber jetzt geht es wieder los. Ich freue mich darauf, hart an meinem Spiel zu arbeiten, und ich bin schon wieder auf der Siegerstraße. Fühlt sich großartig an."

Der hochkarätig besetzte Finaltisch kam nur langsam ins Rollen. Nur Daniel Negreanu, der als Shortstack an den Tisch gekommen war, machte schnell klar, dass er keineswegs nur eine Nebenroll in diesem finale spielen wollte. Er doppelte schnell auf. Für den Chipleader Mercier sollte es von da an langsam, aber sicher bergab gehen.

Der Fall der Mächtigen

Bitter verlief der Abend auch für James Akenhead, der zunächst als Zweiter in Chips am Tisch saß. Er schied als Erster aus, nachdem er mit A-Q gegen Chris Bjorin all-in ging, aber nicht damit gerechnet hatte, dass hinter ihm noch Daniel Negreanu mit K-K saß.

Als nächsten erwischte es Matt Hawrilenko, dessen Bluff von Shulman mit A-Q gnadenlos aufgedeckt wurde. Danach musste Antoine Saout gehen. Er überließ all seine Chips Daniel Negreanu, der unaufhörlich seinen Stack vergrößerte.

Saout und Akenhead werden es verschmerzen. Sie sitzen beide im November am Finaltisch des WSOP Main Events.

Chris Bjorin aus Schweden und Markus Ristola aus Finnland bewiesen, dass sie keine „Idioten aus Nordeuropa" sind (Hellmuth wurde übrigens von Esfandiari vom Tisch genommen). Sie erreichten die Plätze sechs und fünf.

Chris Bjorin, in Schweden eine Pokerlegende, ging mit A-J all-in, Ristola später mit K-Ts. Bjorin wurde von Daniel mit A-Q gecallt, Ristola verlor gegen Negreanu, obwohl dieser nur ein schwaches Ass hielt. Raten Sie mal, wer damit den Chiplead übernahm...

Daniel Negreanu
Jetzt auf Platz 1 der ewigen Poker-Geldrangliste.

Mit nur noch vier Spielern am Tisch hatte Negreanu sich vom letzten auf den ersten Platz vorgearbeitet. Doch die Verhältnisse ändern sich beim Pokern schnell. Praz Bansi hatte seinen großen Auftritt, als er mit einem Paar Damen all-in ging und Negreanu etwas unvorsichtig mit A-J bezahlte. Bansi verdoppelte und ging kurz darauf in Führung.

Negreanu, der sich kürzlich als Fan des Events und als Gegner von Sonnenbrillen geoutet hatte, ließ sich an diesem Abend jedoch nicht beirren und steckte alle Rückschläge klaglos weg. Mercier, der als deutlicher Chipleader an den Tisch gekommen war, beendete einen furchtbaren Abend mit einem Paar Vieren, dass schon vor dem Flop weit gegen Negreanus Neunen zurücklag.

Shulman konnte danach gegen Bansi verdoppeln, nachdem beide ein Paar Könige gefloppt hatten, aber Shulman den höheren Kicker hatte. Bansi blieb danach nur noch wenig Zeit. Er riskierte sein Turnier, als er eine Dame fand, aber Negreanu hatte einmal mehr die richtige Antwort. A-Q war so ziemlich die schlimmste Hand, die Bansi bei dem beliebten Kanadier erwartet hatte.

Der ehemalige Shortstack hatte damit sechs von sieben ausgeschiedenen Spielern persönlich vom Tisch genommen und ging als Führender ins Heads-up. Zu diesem Zeitpunkt sah es nicht so aus, als ob ihn Shulman noch aufhalten konnte. Es sah so aus, als ob ihn nicht einmal ein Güterzug aufhalten konnte.

Zwei Schlüsselhände entscheiden das Heads-up.

Folgerichtig gelang es Negreanu tatsächlich mit Pocket Assen, Shulman mit einem Flush Draw zu einem All-in zu bewegen. Der Draw kam jedoch an. Negreanu verlor mit A-A gegen A-5, als es um den Titel ging.

Plötzlich war es Shulman, der die besseren Aussichten auf den Titel hatte, aber Negreanu schüttelte sich kurz, kämpfte sich zurück und übernahm wieder die Führung. Dann kam es zur zweiten entscheidenden Hand.

Negreanu checkte den Flop J 8 5, Shulman setzte und Negreanu antwortete mit einem Checkraise. Shulman ging all-in,  Negreanu überlegte ein paar Minuten und entschied sich schließlich für den Call.

Heads-up
Die letzten Sekunden.

Dieses Mal lagen die Asse bei Shulman, Negreanu war mit Q J in Schwierigkeiten. Dann zeigten die Pokergötter, wozu sie in der Lage sind. Auf dem Turn fiel der J, und die Zuschauer brachen in begeisterte Jubelrufe aus. Negreanu war nur noch eine Karte vom Titel entfernt. Auf dem River fiel ... A!

Es war dieser letzte Schlag, von dem sich Negreanu nicht mehr erholte. „Es sind diese Hände, wegen der man Poker hasst", twitterte er später. Negreanu versuchte sein Glück schließlich mit Pocket Vieren, Shulman bezahlte ohne Bedenken mit Zehnen, das Board blieb unauffällig und Shulman gewann den Titel.

Final Table Payouts:

  1. Barry Shulman £801,603
  2. Daniel Negreanu £495.589
  3. Praz Bansi £360.887
  4. Jason Mercier £267.267
  5. Markus Ristola £200.367
  6. Chris Bjorin £150.267
  7. Antoine Saout £114.228
  8. James Akenhead £87.074

 

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