WSOPE Main Event - Daniel Negreanu in Fahrt

Daniel Negreanu
Ganz oben in Chips und auf der Beliebtheitsskala.

Unter den letzten 36 Spielern des hochkarätig besetzten WSOPE Main Events ist auch Daniel „kidpoker" Negreanu. Warum der kanadische Kapitän des Caesar's Cup Teams Londoner Essen liebt, Softplay als Betrug verurteilt, Sonnenbrillen verbieten möchte und das Main Event in London als schwerstes Turnier überhaupt bezeichnet.

Wohl kaum jemand fährt wegen der berühmten englischen Küche nach London. Daniel Negreanu schon. „Ich liebe das Essen hier", erklärte er jüngst bei einem Interview auf pokertube.com. Man muss allerdings wissen, dass Negreanu überzeugter Veganer ist und London eine Stadt, in der für jede noch so ausgefallene Ernährungsphilosophie ein Überangebot besteht.

Im Gegensatz zu Las Vegas, wo man im Allgemeinen ein Steak als Beilage zu seinem Hummer bekommt oder als Beilage zum Steak ein zweites Steak.

Phil Hellmuth
Der übliche Auftritt des Philus Maximus.

Unter „Softplay" versteht man eine allzu „gnädige" Spielweise, bei der man dem Gegner nicht so viele Chips bzw. nicht so viel Geld abnimmt, wie es eigentlich möglich wäre.  Ein freundlicher Herr, der einer unbedarften Dame nicht die letzten $20 abnehmen will, oder ein Spieler, der einen befreundeten Spieler nicht zu sehr schädigen möchte, sind Beispiele für Softplay.

Daniel Negreanu erklärte dazu in seinem Blog auf fullcontactpoker, dass ein solches Spielverhalten in seinen Augen auf jeden Fall als Betrug zu werten ist, obwohl der „Täter" ja eigentlich genau das Gegenteil erreichen will. „Mitleid und Freundschaft haben keinen Platz am Pokertisch", lautet Negreanus eindeutiger Kommentar dazu, wenn auch mit einem leichten Augenzwinkern.

Genauso wenig Platz sollten seiner Meinung nach Sonnenbrillen am Pokertisch haben. Bei nur noch drei Speilern am Tisch der derzeitigen Serie von „Poker after Dark" war Negreanu angesichts der unbeweglichen, hinter dunklen Brillengläsern, gefalteten Händen, Mützen und (in einem Fall) einem dichten Bart versteckten Gesichtern seiner Gegner Phil Hellmuth und Chris Ferguson sichtlich genervt.

Nach seinem Ausscheiden beschwerte sich Daniel bei der Moderatorin darüber, dass die Spieler sich zunehmend unsichtbar machten. „Wenn wir nachher alle in Weltraumanzügen am Tisch sitzen, können wir auch gleich im Internet spielen... Wenn Spieler sich komplett verstecken, nimmt das dem Spiel einfach alle Menschlichkeit. Es ist dann eben nicht mehr dasselbe Spiel."

Unmut zeigte Negreanu auch über die Spielgeschwindigkeit gewisser Online-Spezialisten: „Die spielen 30 Tische gleichzeitig, und wenn sie dann an einem Live-Tisch sitzen, müssen sie plötzlich bei jeder Hand acht Minuten überlegen. Ich verstehe das einfach nicht. Dieses Spielverhalten greift aber heutzutage immer mehr um sich ... Das macht mich langsam wahnsinnig. Außerdem ist es respektlos."

Beim Main Event der WSOPE ist Negreanu der Sprung unter die letzten 36 und damit ins Geld gelungen. Damit hat er sich allerdings die Chance darauf genommen, am High Roller Event der EPT London teilnehmen, das nämlich heute bereits begonnen hat.

Für Negreanu ist das jedoch kein Verlust, denn er misst dem europäischen WSOP Main Event die höhere Qualität bei: „Im WSOPE Main Event tritt das beste Teilnehmerfeld überhaupt an, erklärte er im Pokertube-Interview. An meinem ersten Tisch saßen unter anderem Chris Ferguson, Annette Obrestad und Shaun Deeb. Einen solchen Tisch erwartet man normalerweise am Ende eines Turniers.

Day 2
Der Feature Table im Empire Casino.

Alle Spieler an meinem Tisch waren Winning Players. Wo findet man so etwas schon? ... Es ist viel schwieriger, dieses Turnier zu gewinnen als das Main Event in Las Vegas, obwohl viel weniger Spieler antreten. Die Qualität ist einfach viel besser."

Daniel Negreanu gelang im letzten Jahr der Sprung an den Finaltisch, musste sich am Ende aber John Juanda geschlagen geben. Eine Sensation gelang Ivan Demidov, der bereits zu den November Nine 2008 gehörte, als er in London ebenfalls den Finaltisch erreichte.

In diesem Jahr könnte es sogar zu einer noch größeren Überraschung kommen, denn unter den letzten 30 Spielern sind gleich zwei „November Niner": der Franzose Antoine Saout und der Engländer James Akenhead.

Weitere bekannte Namen: WCOOP Main Event Gewinner Jewgeni Timoschenko, PokerListings-Blogger Jason Mercier, Ex-Fußballprofi Teddy Sheringham, die Legende Doyle Brunson, Men „The Master" Nguyen, Matt Hawrilenko und Lokalmatadoren wie Eric Lieu, Ram Vaswani und Peter Gould.

 

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