WSOPE exklusiv – Moritz Kranich

Moritz Kranich

Trotz EPT-Titel und eines Sieges im Bellagio Cup ist Moritz Kranich ein Profi ohne Sponsor. Wieso eigentlich? Er ist der letzte Deutsche im Feld.

Als Moritz Kranich 2009 die EPT Deauville gewann, kannte ihn noch niemand. Als er im letzten Jahr den Bellagio Cup für sich entschied und dabei zuletzt Phil Ivey und Justin Smith aus dem Feld schlug, kannte ihn jeder. Trotzdem kleben auf seiner Kleidung keine Aufnäher von einem Pokerraum.

„Ich bin auf eigene Kosten unterwegs“, sagt Kranich. „Warum ich keinen Vertrag habe? Da muss man mal die Pokerräume fragen. Ich wurde einmal für ein halbes Jahr von einer Agentur vertreten, und Full Tilt war wohl sehr interessiert, aber dann ging es mit den bekannten Problemen los, und dann hat sich das erledigt.“

„Ich schätze, der deutsche Markt ist einfach ziemlich gesättigt. Deutsche Spieler werden zurzeit ja eher entlassen als gebucht. Die Pokerräume scheinen sich auf neue Märkte zu konzentrieren, wie Russland und der asiatische Raum.“

„Ich persönlich bin aber auch nicht so der Typ, der ständig vor einer Kamera stehen und in den Medien präsent sein will, insofern bin ich eigentlich ganz zufrieden mit der Situation. Ich spiele viel online und suche mir so sechs bis zehn Live-Turniere im Jahr aus, die ich dann besuche. Manchmal qualifiziere ich mich online, aber es kommt auch vor, dass ich mich direkt einkaufe.“

Was treibt einen Spieler weiter an, der ohne finanzielle Absicherung auf der Tour unterwegs ist?

„Mein nächstes großes Ziel ist die Triple Crown [je ein Sieg bei EPT, WPT und WSOP, Anm. d. Red.]. Ansonsten mache ich das, was ich am besten kann: Turnierpoker.“

Es fällt auf, dass sehr wenige deutsche Spieler angereist sind. Immerhin ist das hier ein WSOP-Event, und viel näher als Las Vegas ist es auch.

„Ich wie auch nicht recht, wieso kaum jemand hier ist. Das Turnier hat eine Superstruktur und einen großen Preispool. Vielleicht gab es zu wenig Online-Qualifier. Außerdem schätze ich, dass die Vertragsspieler hier nicht gesponsert werden, also treten sie auch nicht an.

Vielleicht sind es aber auch einfach nur zu viele Turniere nacheinander. Das meinte jedenfalls Sebastian [Ruthenberg], mit dem ich mich darüber unterhalten habe. Immerhin war ja gerade erst die EPT London, und nach diesem Event hier geht’s direkt in San Remo weiter.“

Hat sich der Umzug nach Cannes aus Spielersicht eigentlich gelohnt?

„Ich habe zwar nie bei der WSOPE in London gespielt, aber gerade was die Spielstärke des Felds angeht, ist der Umzug sehr lukrativ. In London war das Feld wesentlich stärker und wesentlich kleiner. Durch die Live-Qualifier hier in Frankreich sind mehr schwache Spieler dabei.“

Wir sprachen mit Moritz Kranich, als die Geldränge gerade erreicht waren. „Ich war short-stacked und habe in der letzten Stunde eigentlich alles gefoldet“, sagte Kranich über die Bubble-Phase. Jetzt sitzt er am Finaltisch.

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