WSOPE Main Event Tag 2 – Boeree auf der Überholspur

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328 begannen Tag 2, aber nur ein Drittel überlebte ihn. Liv Boeree legte einen Riesenlauf hin, und ein windiger Bekannter taucht plötzlich wieder auf.

Heute wurden zunächst die Gewinnanteile des WSOPE Main Event in Cannes bekanntgegeben. Der Sieger des Main Events kassiert einen Scheck über €1.400.000. Für die Plätze zwei und drei gibt es immer noch €800.000 bzw. €500.000. Der erste Spieler im Geld wird auf Platz 64 ausscheiden und erhält dafür €20.000.

Der lange Lauf der Liv Boeree

Liv Boeree sorgte mit ihrem Lauf für die Geschichte des Tages. Als sie an einen neuen Tisch gesetzt wurde, hielt sie gerade mal 15.000 Chips und lag damit weit unter Average. Vier Stunden später hatte sie zwei Spieler vom Tisch genommen und 200.000 Chips angesammelt. Damit hatte sie fast das gesamte Feld aufgerollt und bereits die Top 20 des Chipcounts erreicht.

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Liv Boeree nach ihrem Sieg bei der EPT San Remo 2010.

Liv bekam gute Karten und hatte das nötige Quäntchen Glück, vor allem, was die Hände betraf, in denen sie bluffte und die, in denen sie mit schlechteren Händen ausbezahlt wurde. Liv Boeree gewann 2010 die EPT San Remo.

Auch nachdem Größen wie Phil Hellmuth und Daniel Negreanu sich schon früh verabschieden mussten, ergaben sich wieder einige interessante Konstellationen an den Tischen. Patrik Antonius lieferte sich einige Gefechte mit Chris Moorman, Liv Boeree wurde an den Tisch von David Bach, Pierre Neuville und später auch Barry Greenstein gesetzt und erlebte dort den Lauf des Tages.

Den Absturz des Tages erlebte dagegen Tommy Vedes, der heute wohl keine große Geburtstagsfeier mehr starten wird. Zu Beginn des Tages noch Chipzweiter, erlebte er nicht einmal die Dinner Break.

Die Rückkehr des Shady Ritter

Apropos San Remo. Erinnern Sie sich noch an die EPT 2009? Damals tauchte aus dem Nichts ein holländischer Spieler namens Constantin Rijkenberg am Finaltisch auf. Er überraschte damals mit höchst aggressiver Spielweise und überrannte gleichsam den Tisch.

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Constant Rijkenberg bei seinem Sieg in San Remo 2009.

Noch mehr überraschte die Geschichte, die danach die Runde machte: Rijkenberg hatte angeblich über 100% Shares verkauft, also mehr als das gesamte Buy-in. Je weiter er nach vorne kam, desto größer wurden daher seine Schulden. Am Ende stand Platz 1 und €1,5 Mio. für den Sieg.

Jetzt sitzt Rijkenberg im WSOPE Main Event, und irgendwie erinnert alles an jene Apriltage 2009. Laut holländischen Pokerforen und Pokernews.nl hat Rijkenberg bis heute nicht alle Backer ausbezahlt, die ihn 2009 unterstützten, und war auch in der Vergangenheit schon dafür bekannt, zumindest zwielichtige Deals auszuhandeln.

Benny Spindler hatte Emanuel Failla am Tisch, Moritz Kranich Jeffrey Lisandro, und Tony G. spielte gegen Victor Ramdin und Erik Seidel am Feature Table, davon wird sicher später einiges im Fernsehen zu sehen sein.

Wo ist Becker?

Fünf Deutsche waren an Tag 2 noch im Feld: Moritz Kranich, Benny Spindler, Sandra Naujoks, Bernd Gleissner und Sebastian Gohr.

Sandra Naujoks konnte am zweiten Tag keine Karten mehr finden und schied schließlich am Feature Table sitzend mit 55 gegen QQ und AA aus.

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Benny Spindler war einer der wenigen Deutschen im WSOPE Main Event 2011.

Womit sich aus unserer Sicht vor allem eine Frage stellt: Wo sind eigentlich die deutschen Spieler? Wo sind ein Johannes Strassmann, George Danzer oder Sebastian Ruthenberg? Wo ist Boris Becker?

Immerhin wird hier ein WSOP-Bracelet vergeben, in einem WSOP Main Event, und das ist nicht wichtig genug? Hier sind auch die Sponsoren gefragt, die ein Interesse daran haben sollten, dass ihre Spieler auch präsent sind.

Marvin Rettenmaier war da und spielte mehrere Events, wie übrigens auch sein Teamkollege Sam Trickett. Offenbar ist Titan Poker durchaus an der WSOPE interessiert.

Und überhaupt, wo ist Pius Heinz? Der erste deutsche November Niner fehlt beim WSOPE Main Event. Merkwürdig.

In den letzten Jahren hatten gerade die November Nine aus Las Vegas bemerkenswerte Erfolge in diesem Turnier gefeiert. James Akenhead und Antoine Saout erreichten 2009 beide den Finaltisch, Ivan Demidov war dort im Jahr zuvor sogar Dritter geworden.

Und tatsächlich sind einige von ihnen auch hier angetreten.

An der Spitze

Unter den 115 Spielern, die Tag 3 beginnen, sind noch genug, um einen fantastischen internationalen Final Table erwarten zu können. Jake Cody, Patrik Antonius, Barney Boatman, Tony G. und Partouche November Niner Mustaphs Kanit sind alle in den Top 20.

Wir sprachen u. A. mit Pierre Neuville, der uns eine kontroverse Hand von Tag 1 erläuterte, in der er vor dem Flop Könige foldete.

Ausgeschieden: Scotty Nguyen, Sami Kelopuro, Marco Traniello, David Sands, Dave Ulliott, Ben Lamb, Sam Holden, Leo Margets, Tristan Wade, Jeff Lisandro, Jewgeni Timoschenko, Erik Cajelais, John Racener, Xuan Liu, Jennifer Harman.

Top Ten und ausgewählte Chipcounts:

1. Constant Rijkenberg - 462.800
2. Hoyt Corkins - 434.000
3. Jake Cody - 380.000
4. Joel Dodds - 375.000
5. Mustapha Kanit - 320.000
6. Rifat Palevic - 320.000
7. Shawn Buchanan - 300.000
8. Victor Ramdin - 295.000
9. Tom Bedell - 290.000
10. Patrik Antonius - 265.000

18. Liv Boeree - 205.000

21. Tony G. - 200.000

30. Juha Helppi - 162.000

38. Freddy Deeb - 115.000

50. Maria Ho - 100.000

53. Erik Seidel - 98.000

64. James Bord - 88.000

78. McLean Karr - 80.000

108. Pierre Neuville - 49.000

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