WSOP November Nine: Phil Ivey kein Favorit

Phil Ivey
Es gewinnt nicht immer der beste.

Da er als einer der Shortstacks in das Finale geht, ist Iveys Quote nicht ganz so gut, wie seine Beliebtheit es erwarten lässt. Chipleader Darvin Moon steht bei den Buchmachern am höchsten im Kurs. James Akenhead ist der größte Außenseiter.

„Lasst Phil nur einen Pot gewinnen, dann spielen alle anderen nur noch um den zweiten Platz", sagte Mike Matusow nach der WSOP in einem Interview zum Finaltisch des Main Events, der ab dem 7. 11.

Aber selbst wenn Ivey verdoppelt und dann noch einmal verdoppelt, wäre der Chipstack des Profis immer noch nicht halb so groß wie der von Holzfäller Darvin Moon aus Maryland.

Darvin Moon
Der Mann aus den Wäldern.

Wären die Stacks der einzige Faktor bei der Berechnung der Wettquoten, läge Ivey mit einer Quote von 19:1 weit zurück. „Aber", erklärt Sportsbook-Manager Richard Gardner, „Ivey gilt als einer der besten - wenn nicht der beste - Pokerspieler der Welt, und trotz seines kleinen Chipstacks wurden mehr Wetten auf ihn abgeschlossen als auf jeden anderen Spieler."

Wer auf Phil Ivey setzt, erhält daher 4:1 für sein Geld. Ganz vorn liegt jedoch unangefochten Darvin Moon mit 17:10. Moon, der sich in einem Casino in West Virginia für das Turnier qualifiziert hatte, bleibt trotz seiner Favoritenstellung bescheiden und behauptet, nach dem Turnier unabhängig vom Ausgang zu seiner Arbeit zurückzukehren und das zu blieben, was er ist: „Wir sind Kleinstadtmenschen", erklärt er, „und wir sind es gern."

Ivey teilt sich damit den dritten Platz bei den Buchmachern mit Steven Begleiter und Jeff Shulman.

Die Spieler des Final Table und ihre Quoten:

SpielerChipcountWettquote
Darvin Moon58.930.00017 : 10
Erich Buchman34.800.0003 : 1
Steven Begleiter29.885.0004 : 1
Jeff Shulman19.580.0004 : 1
Joe Cada13.215.00010 : 1
Kevin Schaffel12.390.00012 : 1
Phil Ivey9.765.0004 : 1
Antoine Saout9.500.00012 : 1
James Akenhead6.800.00022 : 1

Abgesehen von Profi Ivey und eventuell Jeff Shulman, dem Herausgeber von Card Player und Sohn des WSOPE Main Event Gewinners Barry Shulman sind die Teilnehmer des Finaltisches eher unbekannt. Immerhin erreichten Antoine Saout und James Akenhead ebenfalls den Finaltisch in London.

„Bei der Berechnung der Quoten für ein Event mit so vielen Unbekannten werden hauptsächlich die Chipstacks herangezogen. Die Bekanntheit und das Können eines Phil Ivey fließen natürlich ebenfalls in die Bewertung mit ein." (Richard Gardner)

Der Gewinner erhält $8,5 Mio., der Zweite $5,1 Mio., der Drittplatzierte noch $3,4 Mio. Auf den folgenden Plätzen sind die Unterschiede angesichts dieser Verhältnisse relativ klein. Das könnte dazu führen, dass Spieler sich entscheiden, mit besonders hohem Risiko zu spielen, um entweder ganz nach vorne zu kommen oder auszuscheiden.

Jerry Yang
Aggressive Eintagsfliege - Jerry Yang.

Jerry Yangs Spiel am Final Table 2007 ist ein gutes Beispiel für diese Strategie. Bekanntlich funktionierte sie für ihn recht gut.

Andererseits möchte keiner als erster aufstehen müssen, und es geht bei so einem Turnier auch nicht ausschließlich darum, einen oder zwei Plätze im Preisgeld gutzumachen, sondern auch darum, so lange wie möglich an dem begehrtesten Pokertisch der Welt zu sitzen und - vielleicht - Geschichte zu schreiben. Gardner sieht also ganz unterschiedliche Faktoren für die Motivation der Spieler.

Richtige Wettfanatiker setzen natürlich nicht nur auf den Gewinner. Angeboten werden von den Buchmachern z. B. auch Wetten darauf, wer als erster ausscheidet, ob der Sieger aus den USA oder Europa kommt und ob die Riverkarte der allerletzten Hand im Heads-up rot oder schwarz ist, Herz oder Karo, Pik oder Kreuz. Die Quoten stehen übrigens unveränderlich bei 5:2 - für jede Kartenfarbe.

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