WSOP Main Event: Veldhuis-Bluff vs. Münz

Alexander Veldhuis

An Tag 1A des Main Events kam es zu einem bemerkenswerten Bluff des Holländers Lex „RaSZi" Veldhuis gegen den deutschen Online-Profi Simon „ScHnibL0r" Münz.

Lex Veldhuis aus Rotterdam hat seinen Wohnsitz inzwischen nach Las Vegas verlegt und spielt dort hauptsächlich live, Simon Münz ist einer der besten Fixed-Limit-Spieler in Deutschland und regelmäßig an den High-Stakes-Tischen von Full Tilt Poker anzutreffen.

Veldhuis spielte den Bully am Tisch, war ohne Rücksicht auf Position fast in jede Hand verwickelt und hatte bereits mehrere Bluffs gezeigt. Mit am Tisch saßen Allen Cunningham und Eli Elezra. Es kam zu der folgenden Situation:

WSOP 2009 Main Event, Tag 1A

Blinds: 100/200

Veldhuis (UTG) Raise auf 600 mit K J, Call von Münz (CO) mit 7 6.

Flop: T 7 6. Pot: 1500. Check von Veldhuis. Bet von Münz (1100), Checkraise von Veldhuis auf 5000, Call von Münz.

Turn: Q. Pot: 11500. Veldhuis setzt 6800, Call von Münz.

River: 4. Pot: 25100. Veldhuis setzt 7000, Münz überlegt und foldet.

Die Analyse von PokerListings-Blogger Daniel Skolovy:

Zunächst wird es ziemlich schwierig für Veldhui, eine starke Hand zu repräsentieren, wenn er als Pre-FlopRaiser den Flop checkraist.

Als Pre-Flop-Raiser setzt Veldhuis nahezu immer mit einer Continuation Bet fort. Deshalb werden diesen C-Bets nur wenig Kredit eingeräumt. Wenn er also eine starke Hand hält, sollte er erst recht setzen und dann ruhig dabei zusehen, wie er bis zum River duchgecallt wird.

Lex Veldhuis
Ausgeguckt vom Holländer.

Die Entscheidung für einen Checkraise schreit dagegen geradezu danach, als Bluff erkannt zu werden. Er heißt soviel wie: „Ich habe keine echte Hand - das hier ist die einzige Möglichkeit, zumindest etwas zu repräsentieren."

Münz bezahlt nur, und damit gerät die Hand völlig außer Kontrolle.

Verstehen Sie mich nicht falsch, diese Hand ist nicht leicht zu spielen. Beide Spieler haben ca. 150 BB und das turnier ist noch jung. Aber hier nur zu bezahlen bedeutet, auf den folgenden Straßen in schwierige Situationen zu geraten.

Der richtige Zug wäre hier mit Two Pair gegen den super-aggressiven Holländer ein Re-Re-Raise auf dem Flop gewesen.

Selbst wenn Veldhuis' Checkraiseauf dem Flop sinnvoll gewesen wäre, hätte er damit nur sehr wenige Hände (Overpairs, Sets und Flushdraws) repräsentieren können.

Münz kann mit seiner 7-6 zumindest 6-6 und 7-7 bei Veldhuis ausschließen und dessen Range damit auf ein Paar Zehnen, Overpairs, Flush Draws und Bluffs einengen.

Mit Overpairs und Sets würde Veldhuis versuchen, den Pot aufzubauen. Er würde sich nicht auf das Risiko einlassen, die Setzrunde auf dem Flop durch einen Check zu verpassen. Stattdessen würde er sofort versuchen, den Pot zu vergrößern.

Damit verschiebt sich seine Range in Richtung Bluff - vor allem wegen des merkwürdigen Checkraise auf dem Flop.

Münz muss daher den Flop re-re-raisen und versuchen, gegen Flush Draws und Overpairs seine Chips in die Mitte zu bekommen, da er gleichzeitig jeden Bluff zum Fold bringt.

Auch wenn man normalerweise instinktiv dazu neigt, einen Gegner, den man vermutlich beim Bluffen erwischt, weiter betten zu lassen, ist das die falsche Entscheidung.

Es gibt auf dem Flop viel zu viele Karten, die die Fortsetzung der Hand für Münz sehr kompliziert machen. Dazu gehören alle Kreuz und jede Acht, Neun oder Zehn.

Damit befinden sich bis zu 22 Karten im Deck, die es für Münz auf dem Turn sehr schwierig machen. Ein All-in mit Bottom Two auf diesem Flop ist dem unbedingt vorzuziehen - auch mit 150 BB.

Münz begeht jedoch den Fehler, nur zu bezahlen, und die Q auf dem Turn ist eben eine von den gefährlichen Karten. Nun muss Münz sich fragen, ob Verldhuis vielleicht auf einem Flush Draw gesessen hat.

Münz entscheidet sich wieder zu einem Call, und auf dem River kommt die 4. Da Münz kein Kreuz hält,muss er seine Hand gegen die Bet von Veldhuis aufgeben.

Wegen des Fehlers auf dem Flop wurdce die Hand für Münz immer schwieriger, und er ist schließlich gezwungen, 14k seines Starting Stacks von 30k komplett aufzugeben.

Das richtige Mittel, um dies zu vermeiden, wäre ein Re-Re-Raise auf dem Flop gewesen.

Die Hand in der Ausstrahlung von ESPN:

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