WSOP Main Event - Galic, Chan und Antonius vorn

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Das ist ein Haufen Chips, Dragan.

Diese drei Spieler bestimmten Tag 2A des WSOP Main Events 2010. Sandra Naujoks im Videointerview, Annie Duke über Pokerregeln und Blowjobs, die wichtigsten Chipcounts und die ersten Ausfälle im Champion Camp Team.

Dragan Galic war heute der Mann des Tages. Er kletterte unaufhörlich die Chiptabelle hinauf und hielt die längste Zeit des Tages mit über 300.000 Chips Platz 1. Am Ende des Tages hatte er mit 267.000 Chips immer noch mehr als das Vierfache des Average.

 

Ebenfalls einen guten Tag hatte Sandra Naujoks. Sie musste zwar zunächst ein paar Nackenschläge einstecken, kletterte dann aber über die 100.000er Marke. Derzeit strotzt sie nur so vor Selbstvertrauen, wie auch hier in unserem Videointerview deutlich zu hören ist.


Weiterhin sorgen die Mizrachi-Brüder für Schlagzeilen. Sowohl Robert als auch Michael sitzen auf mehr als 200.000 Chips und halten damit die Möglichkeit offen, dass erstmals ein Brüderpaar am WSOP-Finaltisch sitzen könnte.

 

Bis dahin ist es freilich noch ein langer Weg. Auf der Strecke blieben heute in den letzten Händen der Session zwei Publikumslieblinge: Eli Elezra und Antonio Esfandiari. Elezra lief mit Königen gegen Asse (das ist heute erst das 23. Mal, dass wir so etwas sehen) und Esfandiari suchte mit A-J gegen T-T den Coin Flip. Zwar traf der „Magician" den Buben auf dem Flop, aber sein Gegner traf Runner Runner Straight und überholte Esfandiari wie durch Zauber auf dem River.

 

An den Kameratischen 1und 2 saßen heute Daniel Negreanu und Patrik Antonius. Bei Negreanu lief heute nichts zusammen. Er sitzt mit 28.000 knapp unter Startstack und war deshalb als Erster mit Einpacken fertig. Antonius dagegen hat sich heute eine gute Ausgangsposition geschaffen. 260.000 Chips sind seine Bank. Vitaly Lunkin, der im letzten Jahr das 40k-Jubiläumsturnier gewann, und der zweimalige WSOP-Champion Johnny Chan saßen zusammen an einem Tisch. Lunkin hat 136.000, Chan schon 280.000 Chips. Das ist ein Wert unter den Top Ten.

Ebenfalls unter den besten 50: Chipleader Boulos Estefanous - 344.100, Cole South - 304.000, Jewgeni Timoschenko - 240.000, Sam Farha - 227.000, Praz Banzi - 210.000, Annie Duke - 177.000, Barney Boatman - 168.000, Stefan Huber - 160.000. Jonas Kronwitter beendete den Tag mit 57.000 im sicheren Mittelfeld. Mehr Chipcounts nach dem Ende von Tag 2B.

 

Aus dem Regelbuch

Am Tisch von Annie Duke kam es heute zu folgendem Zwischenfall: Bei Blinds 300/600 erhöhte ein Spieler aus früher Position auf 2000. Annie Duke und ein weiterer Spieler callten. Aus dem Big Blind kam ein Re-Raise auf 8000. Daraufhin warf der ursprüngliche Raiser zwei 5000er Chips in den Pot und annoncierte danach „Call". Insgesamt hatte er nun 12050 (inkl. Ante) in Chips auf dem Tisch liegen.

Das Problem: Für einen Call wären 6000 zu bringen gewesen, für einen Minimum Raise 12.000. Annie Duke erklärte diesen Zug für ungültig, und die Dealerin ließ den Floorman kommen, um zu klären, ob es sich um einen Call oder einen  Raise handelte

Die Entscheidung des Floormans: Es handelt sich um einen Min-Raise. Der Spieler muss auf 12.000 aufstocken und damit ein weiteres Mal erhöhen. Ein Call ohne Ankündigung ist nur dann möglich, wenn der Spieler einen einzelnen, überwertigen Chip in die Tischmitte schiebt. Setzt er jedoch mehr als einen Chip, kann der Zug nicht mehr als „stiller" Call gewertet werden.

Wie die Hand ausging: Annie Duke und der zweite Caller gaben ihre Hand auf, der Re-Raiser bezahlte. Auf einen Flop 9-J-9 setzte der unfreiwillige Re-Raiser 10k und gewann. Annie Duke behauptete, J-9 gefoldet zu haben und beschäftigte sich mit ihrem Handy. Ja nee, is klar, Annie.

Apropos: In einer amerikanischen Fernsehshow erklärte Annie Duke sich kürzlich zur „totalen Frau", die sich nicht nur auf Kindererziehung, sondern auch auf Blowjobs versteht.

 

 

 

Champion Camp Team PokerListings dezimiert

Andrew de Lisle ist als erster des Teams PokerListings ausgeschieden und, was soll man sagen, er musste die ganze Grausamkeit des Spiels erfahren. Zunächst verlor er den Großteil seines Stacks mit A-Q gegen A-Q auf einem Flop Dame hoch, da sich sein Gegner auf dem River einen Flush zusammenzog. Danach konnte er mit K-K zwar noch einmal verdreifachen, aber in Level 6 (250/500/50) kam schließlich das Aus. De Lisle ging mit Damen pre-Flop all-in und wurde von einem Paar Neunen bezahlt. Auf dem Flop erschien eine weitere Neun, und damit zerplatzte der Traum von de Lisle, beim Main Event die Geldränge zu erreichen.

„Ich glaube, ich habe die ganze Zeit nie mehr als den Startstack gehabt, aber trotzdem war es echt cool hier mitzuspielen. Und ich habe immerhin Tag 2 erreicht", sagte Andrew kurze Zeit später, nachdem er seine anfängliche Enttäuschung schnell überwunden hatte. Immerhin lief es gestern beim Wettzocken im Mirage gut für ihn.

 

Etwa eine Stunde später erwischte es in Level 7 (300/600/75) auch Christian Bergström, der von allen Teammitgliedern die verrückteste Anreise hatte. Zunächst hatte er seinen Stack von 21.300 auf 37.000 aufbauen können, und es sah so aus, als hätte er nun sein Spiel gefunden. Dann warf ihn ein fehlgeschlagener Bluff allerdings auf 11.000 zurück.

Derartig shortstacked suchte Christian nach einer schnellen Möglichkeit zum Verdoppeln. Als er A-J aufnahm, schien ihm das gut genug für einen Versuch. Leider lief er gegen Pocket Asse. Das Board war nicht in Stimmung für ein Wunder, und damit schied auch unser schwedischer Kandidat aus. „Ich bin voll auf Tilt", fauchte Christian, nachdem er seine anfängliche Enttäuschung überhaupt nicht überwunden hatte. „Dabei habe ich eigentlich heute ziemlich gut gespielt."

Ausgeschieden:

Sara Underwood, Daniel Alaei, Tom McEvoy, Mike Sexton, James Akenhead, Luca Pagano, Berry Johnston, Carlos Mortensen, Ted Forrest, Fatima de Melo, Brock Parker, Dennis Phillips, Bobby Baldwin, Liz Lieu, Eli Elezra, Antonio Esfandiari.

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