Noch drei im WSOP-Finale – die Bustouts im Überblick

merson sylvia final table
Greg Merson und Jesse Sylvia.

Greg Merson, Jesse Sylvia und Jake Balsiger sind die letzten drei Spieler am Finaltisch des WSOP Main Events 2012.

Gute sieben Stunden dauerte es, bis die Podestplätze des diesjährigen WSOP Main Events ausgespielt waren.

Vor Wiederbeginn der Partie war viel darüber spekuliert worden, ob es mangels zugkräftiger Namen und/oder der stark US-lastigen Besetzung mit nur einem Europäer ein langweiliges Finale geben könnte, aber das war weit von dem entfernt, was in der Nacht in Las Vegas passierte.

Die Atmosphäre knisterte vor Spannung, und wir bekamen all das zu sehen, was man sich von einem Final Table des WSOP erwartet – geplatze Bluffs, große Pots und einen gewaltigen Meltdown.

Begonnen wurde dort, wo im Juli abgebrochen worden war: bei noch neun Spielern und 150.000/300.000/40.000 Blinds.


9. Platz - Steven Gee

Steven Gee final table
Steven Gee - $750k.
 

Der älteste Spieler am Tisch war leider auch der einzige, der nicht das Glück hatte, mehr als die Mindestsumme an diesem Finaltisch zu kassieren.

Steven Gees Ende begann mit einem Raise auf 900k von ihm selbst. Greg Merson und Russell Thomas im Big Blind bezahlten.

Auf dem Flop 7 5 4 setzte Gee weitere 1,6 Mio., Merson stieg aus, Russell blieb dabei.

Die nächste Salve von Gee: 3,25 Mio., Call von Russell. River 3. Check von Russell, all-in von Gee mit 11,35 Mio.

Thomas bezahlte schließlich mit Pocket Damen, Gee zeigt nur ein Paar Achten. Damit legte Thomas auf fast 40 Mio. Chips zu, während Gee seinen Abschied nehmen musste.

Seine Gewinnsumme: $754.798.


8. Platz – Robert Salaburu

robert salaburu final table
Robert Salaburu - $971.360.
 

Sieht man sich die Aufzeichnungen von ESPN an, so hat man über längere Zeit das Gefühl, dass Robert Salaburu jede Hand in diesem Turnier spielen kann, und sie wird immer gewinnen.

In der Nacht endete Salaburus Lauf jedoch schlagartig. Zuerst verlor er mehr als die Hälfte seines Stacks gegen Jake Balsiger.

Nach mehreren Raises pre-Flop waren beide Spieler schließlich all-in. Salaburus Damen verloren trafen allerdings gegen die Könige von Balsiger.

Endgültig besiegelt wurde Salaburus Schicksal dann auch noch durch einen Bad Beat, der ihn ein wenig von dem fühlen ließ, was er zuvor oft genug anderen angetan hatte.

Es wurde zu Jesse Sylvia gefoldet, der aus dem Small Blind all-in ging. Salaburus im Big Blind entschied sich zum Call mit Pocket Siebenen.

Das Board verlief A A 4 - 5 Q.

Ein tief enttäuschter Robert Salaburu verließ den Turniersaal, allerdings um immerhin $971.360 reicher.


7. Platz – Michael Esposito

michael esposito final table
Michael Esposito - $1.258.040.
 

Greg Merson, mehr als nur Geheimfavorit dieses Finales, nahm schließlich den Shortstack und Marathonläufer Michael Esposito vom Tisch.

Es war eine kurze Geschichte: Merson eröffnete mit einer Million, Esposito schob mit zehn Millionen all-in, und Merson bezahlte sofort.

Esposito zeigte A-J, Merson A-K, und auf dem Board erscheine keine höhere Karte als eine 9.

Damit beendete der reine Amateur Michael Esposito sein Main Event auf Platz sieben und kassiert $1.258.040.

Merson dagegen erreichte 44,2 Mio. Chips und übernahm damit erstmals den Chiplead.


6. Platz – Andras Koroknai

andras koroknai final table
Andras Koroknai - $1,6 Mio.
 

Blow-up, Meltdown, Implosion. Nach dieser Hand suchten Zuschauer und Journalisten nach neuen Superlativen.

Andras Koroknai, der einzige verbliebene Nicht-Amerikaner, hatte sich zuvor schon mehrfach Scharmützel mit Greg Merson geliefert und diesen ein paar Mal mit 4- und 5-Bets aus den Pots gedrückt.

Dann kam es zu der folgenden Hand, die für den Verlauf des Finales entscheidende Bedeutung haben könnte:

Greg Merson erhöhte vom Button auf eine Million, Sylvia setzte die 3-Bet aus dem SB auf 2,6 Mio. an, aber Koroknai ging mit 5,3 Mio. noch einmal darüber.

Merson zeigte sich unbeeindruckt und setzte eine dramatische 6-Bet auf 9,2 Mio. an. Doch damit nicht genug: Koroknai annoncierte die 7-Bet all-in, und Merson benötigte nicht lang, um mit A-K zu bezahlen.

Der Ungar zeigte … K-Q. Nicht unbedingt die Hand, die man in einer solchen Situation haben möchte.

Das Board verlief 2 3 T - 7 -7, und Merson gewann den bisher größten Pot des Turniers. Er konnte sich mit nun 86,6 Mio. Chips von den anderen vorübergehend deutlich absetzen.

Andras Koroknai erhält als bester Europäer dieses Jahres rund $1,6 Mio.


5. Platz – Jeremy Ausmus

jeremy ausmus final table
Jeremy Ausmus - $2,1 Mio.
 

Las Vegas Cash Game Profi Jeremy Ausmus kann sich über seinen fünften Platz wohl nicht beschweren. Er war als Shortstack an den Tisch gekommen und hatte vier Bustouts überlebt.

Er bluffte sich letztendlich selbst aus dem Turnier. Mit T 7 versuchte er mit einem Straight Draw auf einem Board 9 8 3 - 3 Sylvia aus der Hand zu drücken. Sylvia bezahlte das All-in aber mit A 9, und der River 5 half Ausmus nicht.

Damit war Ausmus ausgeschieden, aber um $2,1 Mio. reicher, während Jesse Sylvia 63 Mio. Chips um sich herum auftürmte.


4. Platz – Russell Thomas

russell thomas final table
Russell Thomas - $2,8 Mio.
 

Nur kurze Zeit später erwischte es auch den Mann, den Jason Somerville auf das Finale vorbereitet hatte.

Pre-Flop all-in gegen Jake Balsiger. Unnötig eigentlich, denn Thomas hatte mit A-9 auf 1,5 Mio. erhöht und direkt das All-in von Big Stack Balsiger bekommen.

Offenbar setzte Thomas den Studenten Balsiger auf eine schwache Hand, denn er bezahlte mit seinem gesamten Stack und musste sich dann A-K präsentieren lassen.

Keine Hilfe für Thomas auf dem Board, aber $2,8 Mio. Gewinnsumme.

Die letzten drei Musketiere

Damit steht fest, wer die Podestplätze des WSOP Main Events 2012 unter sich ausmacht:

Greg Merson – 88.350.000 Chips. Merson war schon zu Beginn des Finaltags von einer Vielzahl von Profis als Favorit gesetzt.

Einer davon hat ihn bereits als Partner für seine eigene Webseite unter Vertrag genommen: Phil Ivey. Doch davon an anderer Stelle mehr.

Jesse Sylvia – 62.750.000. Der als Chipleader in den Tag gegangene Spieler von der Ostküste war den ganzen Tag über nie in Gefahr geraten, auszuscheiden.

Er war ununterbrochen Erster oder Zweiter der Tabelle und ist der gefährlichste Gegner für Greg Merson.

Jake Balsiger – 46.875.000. Die Überraschung im Finale. Der Student aus Arizona hatte mit dem zweitkleinsten Stack den Spieltag begonnen und spielte eher unauffällig.

In den entscheidenden Situationen war er jedoch zur Stelle und blieb von Bad Beats verschont. Der Lohn ist ein Platz unter den letzten drei – wer weiß schon welcher?

Mindestens $3,8 Mio. wird jeder von den dreien kassieren, aber das Ziel ist jetzt natürlich der Hauptpreis von $8,5 Mio.

Heute Nacht wird der Pokerweltmeister 2012 ausgespielt.

Bitte füllen Sie die erforderlichen Felder korrekt aus.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Sie müssen drei Minuten warten, bevor sie einen weiteren Kommentar abgeben können.

Comment is under moderation. Thank you!

Noch keine Kommentare