WSOP Main Event - Duhamel und Racener im Finale

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Dominierender Chipleader - Jonathan Duhamel.

Vierzehn Stunden bzw. 219 Hände dauerte es, bis die beiden Finalisten feststanden. Auf dem Weg dorthin kam es zu mehreren denkwürdigen Bust-Out-Händen.

Jason Senti und Soi Nguyen waren als Shortstacks als die beiden Spieler gehandelt worden, die als erste den Tisch verlassen müssen. Um ganz sicher zu gehen, nahmen sie sich gegenseitig die Chips ab.

Die unglaubliche Atmosphäre und den Einmarsch der Gladiatoren erleben Sie bei uns im Video.

Ein Coin Flip ist ein Coin Flip ist ein Coin Flip

Die Mutter aller Münzwürfentscheidungen ist das Paar Damen gegen Ass-König. In unserem Fall war Soi Nguyen derjenige, der Big Slick hielt, während Jason Senti angenehmerweise mit zwei Damen aufwachte. Alle Chips der beiden wanderten pre-Flop in die Mitte, und mit über 15 Mio. war dies der erste große Pot des Tages.

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Bluff zur falschen Zeit - Joseph Cheong.

Senti traf ein Set, Nguyen den Gutshot. Dieser kam nicht an, und Nguyen verließ nach nur 28 Händen den letzten Tisch des Main Events.

Matthew Jarvis, einer der beiden Kanadier, und Michael „The Grinder" Mizrachi lieferten sich danach die wohl spektakulärste Hand des gesamten Turniers. Wieder fand die Action vor dem Flop statt, und als keine Bets mehr gemacht werden konnten, zeigte Jarvis 9 9 und Mizrachi A Q.

Der Flop: Q 8 Q. Der Mizrachi-Clan brach in ohrenbetäubenden Jubel aus. Turn: 9! So schnell hat man noch nie einen Fanclub verstummen und einen anderen explodieren sehen. River: A - Boom! Mizrachis Full House aus dem Nichts schickte Jarvis nach Hause, und was dann im Saal los war, lässt sich mit Worten kaum beschreiben.

Zu siebt wurde mehrere Stunden weitergespielt. Erst nach der Dinner Break kam es zum nächsten unausweichlichen Set-up: Joseph Cheong ging mit all seinen Chips und T T all-in, und Jason Senti hielt mit A K dagegen.

Senti traf den Flop traumhaft genau: K K Q. Der Turn war der J, der Cheong ein paar weitere Outs verschaffte, und der River traf Senti ebenfalls genau, und zwar in die Magengrube: 9! Runner-Runner Straight für Cheong und Platz 7 für Senti, der sich dennoch über sein Abschneiden freuen konnte, nachdem er den ersten Schock verdaut hatte.

John Dolan erreichte einen für ihn sehr enttäuschenden Platz 6. Als Chipzweiter gestartet, konnte Dolan praktisch keine Hand gewinnen, bekam nur schlechte Karten und ging schließlich entnervt mit Q 5 all-in. Jonathan Duhamel bezahlte mit Pocket Vieren, sodass Dolan sogar noch einen Coin Flip bekam. Es passte jedoch zu seinem Tag, dass selbst 16 Outs auf dem Turn nicht genug waren, um ihn im Turnier zu halten.

Michael Mizrachi wurde Fünfter. Nachdem zunächst Joseph Cheong dem Kanadier Duhamel den Chiplead abjagen konnte, war es der „Grinder", der genau den Lauf erwischte, vor dem alle Spieler am Tisch ein wenig Respekt hatten. Vom Shortstack zum Big Stack benötigte Mizrachi nur ein paar Stunden, und als Dolan ausschied, hatte Mizrachi erstmals den Chiplead von Cheong übernommen und lag schon bei 62 Mio.

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Auf der Achterbahn zu Platz 5 - Michael Mizrachi.

Dann aber beging er den Fehler, den Tisch weiter dominieren zu wollen. Er vergaß, auf die Bremse zu treten und doppelte zunächst John Racener auf, weil er a-8 nicht folden konnte (Racener: A-K), dann brachte er Duhamel zurück ins Spiel. Der Kanadier hatte Stack um Stack abgeben müssen und sah schon längst nicht mehr so souverän aus wie zu Beginn.

Als zu Duhamel im SB gefoldet wurde, limpte dieser trickreich mit einem paar Assen, Mizrachi verzichtete auf die Option mit Q-8, und die beiden sahen einen Dame hoch Flop. Mizrachi tappte in die Falle, alle Chips gingen in die Mitte, und der Grinder verlor seinen riesigen Chipstack in zwei Händen. Das bedeutete nicht nur Platz 5, sondern auch dass Frank Kassela der Titel Player of the Year nun nicht mehr zu nehmen ist.

Auf den vierten Platz kam die europäische Hoffnung Filippo Candio. Der Italiener spielt auch am letzten Tag furchtlos und zog von Anfang an ein paar Bluffs durch, die bei den Zuschauern Gänsehaut verursachten. Nur drei Hände nach Mizrachis Ausscheiden trat Candio schließlich mit K-Q seine letzte Hand an. Der hyperaggressive Cheong ließ sich mit A-3 auf das Rennen ein, traf ein Ass und baute sich schließlich sogar eine Straight zusammen.

Mit dem vierten Platz ist Candio nun der beste Italiener im Main Event sowie der erfolgreichste Turnierspieler Italiens aller Zeiten. Ciao, Filippo, und schöne Grüße an Dario, Jeff und Max.

Joseph Cheong beging denselben Fehler wie Mizrachi. Die beiden waren die aggressivsten am Tisch, und früher oder später werden solche Spieler eben mit einer dominierenden Hand konfrontiert. Mizrachi früher, Cheong später.

John Racener sah sich als Shortstack den Zweikampf der beiden klug aus der Distanz an, und als nach einem Raise-Reraise-Schlagabtausch Cheong schließlich mit einer 6-Bet all-in ging und Duhamel bezahlte, war der mit 180 Mio. größte Pot in der WSOP-Geschichte perfekt. Duhamel hatte Pocket Damen, während Cheong nur A-7o zeigen konnte.

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Der Gegner - John Racener.

Cheong brauchte Glück, viel Glück, aber das war nun aufgebraucht, und dieser eine Fehler kostete ihn 90% seiner Chips. Danach ging er in jeder Hand all-in, bis Duhamel ihn schließlich mit A-2 bezahlte. Cheong (Q-T) traf weder Zehn noch Dame und schied aus.

Nur damit keine falsche Bescheidenheit aufkommt: Es stehen nun die beiden Spieler im Finale, die wir als Favorit bzw. Geheimfavorit gesehen haben.

Die Situation:

  1. Jonathan Duhamel: 188.950.000 Chips
  2. John Racener: 30.750.000 Chips
  3. Joseph Cheong: $4.130.049
  4. Filippo Candio: $3.092.545
  5. Michael Mizrachi: $2.332.992
  6. John Dolan: $1.772.959
  7. Jason Senti: $1.356.720
  8. Matthew Jarvis: $1.045.743
  9. Soi Nguyen: $811.823

Level 40

Blinds: 600.000/1.200.000/200.000

Wird Racener sein gutes Shortstack-Spiel fortsetzen können und noch einmal zurückkommen? Wir erfahren es im Bruderkampf USA-Kanada in der letzten, allerletzten Nacht der WSOP 2010.

Und so äußerten sich die Spieler nach ihrem Ausscheiden:

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